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Zivildienst als einmalige Lebenserfahrung

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Zivildienst als einmalige Lebenserfahrung

Der Düdinger Jonas Schafer half in Tadschikistan bei der Reform des Gesundheitssektors mit

Zivildienst als Alternative zum Militärdienst kann für einen jungen Mann eine einmalige Chance sein, Lebenserfahrungen zu sammeln, die er nie mehr missen möchte. So jedenfalls erging es dem Düdinger Jonas Schafer.

Autor: Von ARTHUR ZURKINDEN

30 Tage Rekrutenschule hat er geleistet. Dann konnte er den Militärdienst nicht mehr mit seinem Gewissen vereinen, zumal er als «Sanitäter» dennoch oft auf dem Waffenplatz stand. Jonas Schafer wollte aber nicht «wie viele andere» sich mit einem psychiatrischen Gutachten von der Armee verabschieden. «Ich wollte meine Staatspflicht erfüllen. Ich wusste, dass mir der Zivildienst mehr bringen würde als der Militärdienst oder Zivilschutz, aber auch, dass ich der Gesellschaft beim Zivildienst einen grösseren Nutzen stiften kann», erklärt er gegenüber den FN.Wer sich für den Zivildienst entscheidet, weiss, dass dieser anderthalb Mal so lange dauert wie der Militärdienst. Bei seinem Entschluss im Jahre 2000 bedeutete dies noch, dass 450 Zivildiensttage geleistet werden mussten, heute sind es nach der Armeereform noch 390 Tage. «Ich bin mit Leuten in Kontakt gekommen, die am Rande der Gesellschaft leben. Solch bereichernde Erfahrungen hätte ich ohne Zivildienst wohl nie gesammelt. Und ich habe das Ganze nie als Last empfunden. Es haben sich immer Türen für neue Erfahrungen geöffnet. Ich habe schon bald einmal gemerkt, dass ich im Zivildienst Menschen helfen kann», blickt der heute 26-Jährige auf seine insgesamt über einjährige Zeit als Zivildienstler zurück.

Einsatz in Tadschikistan

Jonas Schafer war als Zivildienst-Leistender während fünf Monaten als Betreuer in einer Berner Tagesstätte für Schulkinder und während sechs Wochen als Bergbauer im Jura tätig. Weiter hat er während fünf Wochen innerhalb der Organisation «Schweizer Tafel» bei Grossverteilern Lebensmittel, deren Ablaufdatum kurz bevorstand, eingesammelt, um sie dann an gemeinnützige Organisationen weiterzuverteilen. Unvergesslich wird ihm vor allem sein viermonatiger Einsatz in Tadschikistan, einem Land der ehemaligen Sowjetunion, (vgl. Kasten), bleiben.

Gesundheitsreform

Jonas Schafer hatte das Glück, dass er bereits bei der Direktion für Entwicklungshilfe und Zusammenarbeit (Deza) ein Praktikum absolviert hat. Dies hat ihm – neben dem abgeschlossenen Studium – geholfen, an einem Projekt, das vom Schweizerischen Tropeninstitut in Tadschikistan umgesetzt wird und von der Deza finanziert wird, mitzuarbeiten. «In Tadschikistan gab es bis anhin fast nur grosse zentrale Spitäler mit Spezialisten, die Basisversorgung war jedoch mangelhaft oder gar inexistent. Patienten suchten darum direkt Spezialisten auf, welche jedoch teuer und teilweise schwer erreichbar waren. Verstärkt wurde dies durch die Tatsache, dass Ärzte sehr wenig verdienten und so von den Patienten informelle Zahlungen entgegennehmen mussten. Die Gesundheitsversorgung wurde also zum Privileg der Vermögenden», erklärt Jonas Schafer.Das Projekt Sino möchte deshalb im Zuge der Reform des Gesundheitssektors in vier Pilotdistrikten und in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden regionale Gesundheitszentren aufbauen. Ein solches Zentrum, das zwei bis drei Dörfer abdeckt, verfügt über einen Hausarzt, zwei bis drei Krankenschwestern und anderes Pflegepersonal. Diese Basisleistung ist für die Bevölkerung gratis und wird vom Staat finanziert.

Business-Plan erstellen

Aufgabe von Jonas Schafer war es, in einem zwölfköpfigen Team mit vielen Einheimischen die Regierung beim Aufbau, der Reorganisation und der Finanzierung solcher Gesundheitszentren zu unterstützen. «In erster Linie ging es in meiner Arbeit darum, die einzelnen Zentren bei der Erstellung einer Art Business-Plan zu unterstützen. Welche und wie viele Patienten können in diesen Zentren behandelt werden? Was ist möglich mit dem Geld, das dem Zentrum zur Verfügung gestellt wird? usw.», fährt Jonas Schafer fort. Er hat zudem auch die Leistungen der verschiedenen Zentren miteinander verglichen und aufgrund der Analyse Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet und umgesetzt. Dazu hat er für die rund 35 Gesundheitszentren Workshops durchgeführt.

Keine Konkurrenz zu den Spitälern

Der Düdinger ist sehr zuversichtlich, dass sich diese Gesundheitszentren bewähren werden, zumal sie keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zu den Spitälern darstellen. Nach seinen Worten besteht auch ein reges Interesse an der Arbeit in diesen neu strukturierten Zentren. «Ärzte haben dort nun ein relativ sicheres Einkommen, sie müssen sich nicht um einen Nebenjob bemühen», gibt er zu verstehen. Deshalb ist es auch nicht schwierig, Ärzte für diese Zentren zu finden. «Es handelt sich mehr um eine Umschulung der Spezialisten», ergänzt er.

Vorreiterrolle in der Region

«Ich bin sehr überrascht, wie erfolgreich das Projekt ist», betont er. Angefangen hat das Tropeninstitut vorerst mit Pilotprojekten. Ziel ist es aber, dass die Regierung dann dieses System im ganzen Land umsetzen wird. «Das Sino-Projekt, das sich auch auf anderen Ebenen wie Ausbildung von Hausärzten, Reform der Finanzierung des Gesundheitssektors, Kontrolle von Tuberkulose und HIV/AIDS, usw. bewegt, findet grosse Beachtung. Auch andere Organisationen wie die Weltbank sind sehr an der Tätigkeit interessiert, und das Projekt spielt eine Art Vorreiterrolle in der Region», hält er fest und weist auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Regierung von Tadschikistan als ein Schlüssel zum Erfolg hin. «Sie ist daran interessiert, dass dieses Projekt erfolgreich ist.» Er gibt zu verstehen, dass der internationale Währungsfonds und die Weltbank unter anderem den Erfolg solcher Projekte davon abhängig machen, ob das Land «kreditwürdig» bleibt.

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