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Zollhaus-Wasserkraftwerk lohnt sich nicht

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An der Warmen Sense bei Zollhaus wird die BKW Energie AG doch kein Kleinwasserkraftwerk erstellen. Das Unternehmen gibt das Projekt definitiv auf, wie Andreas Stettler, Leiter hydraulische Kraftwerke bei der BKW, gestern erklärte. 2013 war es bereits zurückgestellt worden (die FN berichteten). «Wir haben unser Portfolio untersucht und geschaut, welche Projekte sich lohnen und sinnvoll sind.» Jenes bei Zollhaus gehöre wegen seiner Grösse nicht mehr dazu. Denn es sah mit einer Leistung von 0,5 Megawatt eine Stromproduktion für rund 400 Haushalte vor. «Für uns macht es jedoch mehr Sinn, auf grössere Projekte zu setzen», so Stettler. Deshalb wird die BKW in Zukunft nur noch Kleinwasserkraftwerke ab einer Leistung von einem Megawatt realisieren, was einer Stromproduktion für rund 1000 Haushalte entspricht. Kleinstprojekte wie jene in Boudry (NE) oder Cossonay (VD), die bereits im Bau sind, verfolgt die BKW weiter. «Zurzeit sind rund 25 Wasserkraft-Projekte in der Pipeline», sagt Andreas Stettler. Keines davon im Kanton Freiburg.

Dank KEV knapp rentabel

Beeinflusst wurde die BKW vom Entscheid des Bundesrats, für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) bei Kleinwasserkraftwerken keine Extrabeiträge mehr zu sprechen. Zwar könnten Kraftwerke wie jenes in Zollhaus dank der Einspeisevergütung noch knapp wirtschaftlich betrieben werden, erklärt Stettler. Es stelle sich dabei aber die Frage nach der Höhe der Rentabilität. «Ein börsenkotiertes Unternehmen kann sich nicht mit derselben Rendite zufriedengeben wie eine Privatperson.» Zudem betont Stettler, dass bei einem Eingriff in die Natur auch eine gewisse Energiemenge daraus resultieren müsse. «Das Verhältnis zwischen Ausbeute und Eingriff muss stimmen», sagt er und gibt damit Kritikern wie dem Mitglied des Deutschfreiburger Fischervereins Franz Engel aus Düdingen recht, der den Eingriff in die Natur stets als unverhältnismässig bezeichnet hatte (die FN berichteten).

Der Widerstand der Umweltschutzverbände, allen voran von WWF Schweiz, sowie aus den Fischerei-Kreisen war stets gross. «Der WWF hat uns gesagt, sie würden bis vor Bundesgericht gehen», sagt Andreas Stettler. Dies wiederum hätte die Realisierung weiter verzögert und die Kosten erhöht. «Der Widerstand bei Wasserkraftprojekten wird leider zur Gewohnheit.» Vielfach seien die Einsprachen politisch bedingt. «Man hat den Eindruck, die Verbände wollen verhindern, dass überhaupt KEV-Projekte gebaut werden.»

WWF will Schutzkonzept

«Wir begrüssen den Entscheid der BKW», sagt WWF-Mediensprecher Stefan Inderbitzin. Schliesslich sei die Sense einer der letzten frei fliessenden Schweizer Alpenflüsse und müsse unbedingt geschützt werden. Um diesen Schutz langfristig sicherzustellen, brauche es aber mehr, als dass eine der vielen Gesellschaften auf ein Kraftwerk verzichte: Der Kanton Freiburg solle ein umfassendes Schutzkonzept ausarbeiten, um das Gebiet aufzuwerten und langfristig vor jeglicher Nutzung zu schützen, fordert der WWF Schweiz.

 Für KMU zu teuer

Enttäuscht vom Entscheid der BKW ist Werner Wyss. Der Inhaber der Holz Zollhaus AG will in Zollhaus ein Zentrum für erneuerbare Energien schaffen. «Es ist schade, dass diese Chance in einem gut geeigneten Gebiet nicht genutzt wird.» Er verfolge seine Strategie trotzdem weiter und werde 2015 den Nahwärmeverbund ausbauen und damit auch die Stromerzeugung integrieren. Seine Fotovoltaikanlage, die Strom für 67 Haushalte produziert, ist am 24. Dezember 2013 in Betrieb genommen worden. Das Wasserkraftprojekt werde er aber nicht aus eigener Kraft wiederbeleben können. «Das übersteigt die finanziellen Möglichkeiten eines KMU», sagt Werner Wyss.

 Nach einer gut vierjährigen Planungszeit hat die BKW für Zollhaus einen sechsstelligen Betrag ausgegeben. Sollten andere Firmen Interesse an den Daten zeigen, sei die BKW gesprächsbereit, sagt Andreas Stettler. Groupe E beispielsweise winkt aber ab: «Aktuell ist Groupe E nicht interessiert, in ein Kleinwasserkraftwerkprojekt an der Warmen Sense einzusteigen», sagt Mediensprecherin Nathalie Salamin auf Anfrage.

Zahlen und Fakten

Bereits 18 Schwellen vorhanden

Das 5,5-Millionen-Franken-Projekt der BKW sah vor, mittels Kleinwasserkraftwerk im Flussabschnitt zwischen Geissalpbrücke und Industriezone Zollhaus Strom für rund 400 Haushalte zu produzieren. In diesem Gebiet gibt es bereits 18 Schwellen, von denen die meisten für die Fische unüberwindbar sind. Trotzdem lehnten sich WWF Schweiz und der Fischerverein Plaffeien-Schwarzsee gegen das Projekt auf. Der Fischerverein befürchtete, dass die zugesicherte Restwassermenge zu gewissen Zeiten nicht ausreichen könnte.ak

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