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Zu Besuch im Mutterland der Mosuo-Kultur

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das Volk der Mosuo im Südwesten Chinas und deren matriarchal sowie matrilinear geprägte Kultur werden von vielen Touristen aufgrund ihrer Besonderheiten besucht. Um die Mosuo, vor allem die Frauen, vor aufdringlichen Touristen zu schützen, wurde ein Kulissendorf aufgebaut, in dem sich Chinesinnen und Frauen anderer Kulturen als Mosuo ausgeben. Dort wird den Touristen eine falsche Mosuo-Kultur vorgespielt, wobei die echte in einem weiter entfernten Dorf friedlich ausgelebt wird.

Tagebuch als Grundlage

Der wahren Mosuo-Kultur ist das Buch «Am Herdfeuer» von Dagmar Margotsdotter gewidmet. Die Autorin und Filmemacherin (siehe Kasten) schildert darin ihre Erfahrungen mit der fremden Gesellschaft. Der Grossteil des Buchs umfasst ihre Tagebucheinträge während der ganzen Reise. Die Gesellschaft der Mosuo enthält matrilineare Aspekte. Das heisst, dass zum Beispiel Grund und Boden von der Mutter an die Tochter weitergegeben werden. Zugleich wird durch eine allgegenwärtige mütterliche Fürsorge und der daraus resultierenden Grundstimmung die matriarchale Seite hervorgehoben. In Zentrum der Erzählung befindet sich Sadama und ihr Mutterklan. Sie ist die Einzige in ihrem Dorf, die Englisch-Sprachkenntnisse besitzt. Sie bietet der Autorin Unterstützung, indem sie von ihrer Lebensweise erzählt und für sie übersetzt.

Einseitige Perspektive

Die Autorin des Buches neigt zu feministischen Denk- und Ausdrucksweisen. So schreibt sie zum Beispiel das Wort «Freude» mit «ä», da das Wort von «Frau» stammen soll. Allgemein sieht sie das ganze Mat­riarchat durch eine rosarote Brille und bringt nur dessen positive Aspekte zum Vorschein. Zwar beschreibt sie die Traditionen und Lebensweise der Mosuo präzise und bleibt dabei sachlich. Gleichzeitig äussert sie aber auch ihre eigene Meinung zu bestimmten Situationen, so dass die Objektivität, die sich viele Leser erhoffen, an gewissen Stellen fehlt. Während der Erzählung kommt es oft zu Sprüngen in die Vergangenheit und zurück, was den Lesefluss ein wenig stört. Einige Situationen, welche in die Randerzählung gehören, werden sehr detailliert beschrieben und erläutert, was mit der Zeit mühsam und langweilig wird.

Nicht mehr als ein Überblick

Wer sich mit der Kultur der Mosuo beschäftigen will, kann sich mit Margotsdotters Buch einen groben Überblick über ihre alltägliche Lebensweise verschaffen. Wer aber einen wissenschaftlichen und unvoreingenommenen Sachtext erwartet, sollte sich ein anderes Buch zum Lesen suchen.

Dagmar Margotsdotter: «Am Herdfeuer», Göttert Verlag 2016, 286 S.

Film

Dokumentation liefert bewegte Bilder aus der Welt der Mosuo

«Wo die freien Frauen wohnen» ist ein im Jahre 2014 erschienener Dokumentarfilm von Uschi Madeisky, Daniela Parr und Dagmar Margotsdotter. Letztere hat auch als Autorin des Sachbuches «Am Herdfeuer» (siehe Text links) internationale Bekanntheit erlangt. In eindrucksvollen Bildern zeigt der Dokumentarfilm, wie das alltägliche Leben der indigenen chinesischen Kultur der Mosuo aussieht. Die Mosuo gelten als eine der wenigen Kulturen weltweit, in denen die Frauen die tragende Rolle spielen. Wegen einer alten Tradition erlangten die Mosuo-Frauen fälschlicherweise den Ruf, sie seien leicht zu haben. Deshalb stieg der Tourismus in ihrem Heimatland drastisch an. Nun versuchen die Mosuo, eine Balance zwischen ihrer traditionellen Lebensweise und dem modernen Tourismus zu finden. Der Film liefert einen guten Einblick in die Kultur und das Alltagsleben des eigenwilligen Volkes.

Anic Neuhaus

 

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