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Zu faul zum Protest?

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Aus meiner Sicht

 Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.» Aristoteles liefert uns mit diesem Zitat eine zerstörende Kritik der Jugend. Unerträglich? Wir mögen manchmal die Grenzen der Toleranz unserer Mitmenschen etwas überschreiten, doch bleibt dies in einem gesunden Rahmen. Entsetzlich anzusehen? Es lässt sich über Geschmäcker streiten, aber einige von uns haben doch echt frische Frisuren, oder nicht? Doch der schlimmste Kritikpunkt ist dieses vielsagende Adjektiv «unverantwortlich».

In den letzten Wochen entstanden hitzige Diskussionen um die Beteiligung Jugendlicher an der Abstimmung zur Masseneinwanderungsinitiative. Der Grossteil der Jugendlichen zwischen 18 und 29 blieb der Urne fern. Wenn man bedenkt, dass diese Zielgruppe gemäss Umfragen die Initiative am deutlichsten ablehnte, dann hätte das knappe Resultat anders ausfallen können. 

Sind demzufolge Jugendliche von Grund auf unpolitisch und unengagiert? Die Lehrer haben uns am 9. April vorgezeigt, wie man schnell mal rund 2000 Menschen mobilisieren kann und, in diesem Fall gegen die geplanten Sparübungen des Freiburger Staatsrats, lautstark protestieren kann. Rund zwei Wochen vorher protestierten Studenten gegen eine Sache, die ihnen ein Dorn im Auge ist, nämlich gegen das neue Uni-Gesetz. Es kamen sage und schreibe um die 150 Studenten.

Es scheint eine regelrechte Politikverdrossenheit und -faulheit bei der Jugend zu herrschen, aber weshalb ist das so? Für die heutige Jugend ist Politik oft etwas Abstraktes und Unangenehmes. Man will schlichtweg keine Zeit damit «verschwenden», da die eigenen Interessen von Politikern ohnehin nicht vertreten werden. Dass eine ganze Generation Jugendlicher, wie die 68er, auf die Strasse gehen und gesellschaftsverändernde Ziele verfolgen konnte, scheint heute nicht möglich.

Wenn man jedoch diese oft erwähnte Generation näher betrachtet, dann sieht man, dass auch damals kaum mehr als fünf Prozent der Jugendlichen auf die Strasse gingen. Die Jugend von heute mag vielleicht nicht mehr so aktiv sein im traditionellen Rahmen von Parteien. Von einer grundlegenden Abneigung, an politischen Diskursen teilzunehmen, kann man jedoch nicht sprechen. Viele intensive (Streit-)Gespräche haben mich dies gelehrt. Für die Jugend muss Politik jedoch handfester sein, als sie das heute ist. Mehr Transparenz mit klaren Zielen bewegt die Jugend. Wir sind bereit, Energie und unsere kostbare Freizeit zu investieren, solange ein klarer Sinn dahinter steht.

Die Jugend will handeln, und zwar sofort. Wenn sie das nicht kann, «chillt» sie halt lieber. Cheers.

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