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Zu viele der ungewollten Passagiere

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Die Freiburger verloren gestern in Bern nicht nur das Spiel, sondern auch Philippe Furrer. Der Ur-Berner zog sich an alter Arbeitsstätte ohne Fremdeinwirkung bei einem Slapshot eine Oberkörperverletzung zu und verschwand mit schmerzverzerrtem Gesicht in der 24. Minute vorzeitig in die Kabine. Ein Einsatz heute in der Neuauflage dieses Duells im St.  Leonhard scheint ausgeschlossen. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass der Verteidiger auch in seiner 16. Saison in der höchsten Spielklasse einen längeren Ausfall hinnehmen muss.

Verbaler Schlagabtausch

Das erste Zähringerderby innert 24 Stunden war nicht nur sportlich aufgrund der 6:1-Demütigung der Freiburger in Bern im Cup-Achtelfinal vom letzten Sonntag lanciert, sondern auch auf der Ebene des Managements. Dass Leonardo Genoni mit ganz seltenen Ausnahmen eine Bank ist, ist nichts Neues. Vor der gestrigen Partie hatte der SCB-Hüter in sechs Heimspielen vier Shutouts gefeiert. Ab nächster Saison allerdings spielt Genoni für den EV Zug – und der SCB hat ein Problem. Realersatz ist auf dem Schweizer Markt nicht erhältlich, weshalb wohl ein ausländischer Keeper geholt werden muss. Dass der Branchenprimus ausgerechnet jetzt für eine Aufstockung von vier auf sechs Ausländer pro Team weibelt, hänge allerdings nicht damit zusammen, versichert CEO Marc Lüthi. Vielmehr ziele die Aufstockung darauf ab, Kosten zu sparen, weil die Gehälter der durchschnittlichen Schweizer Spieler zu hoch seien. In Dänemark oder Slowenien gäbe es qualitativ gleichwertige Spieler, das aber zu moderateren Preisen, argumentiert der Manager.

Einer, der am 14. November für einen der 12 National-League-Clubs dezidiert gegen die Erhöhung des Ausländerkontingents stimmen wird, ist Gottérons CEO Ra­phaël Berger. «Das ist alles Blabla», liess er sich unlängst in Richtung Bern zitieren. Dort gehe es einzig darum, die eigenen Probleme zu lösen. Diese Aussage wiederum fand Lüthi gar «nicht cool», wie er in seinem Blog auf der SCB-Homepage schrieb. «Kein Argument ist es, einfach Blabla dazu zu sagen», setzte er zum Verbal-­Duell an.

Chavaillaz sinnbildlich

Ein klares Statement setzten dann schnell einmal die Berner Spieler, indem sie gestern das erste Powerplay gleich zum Führungstreffer durch Simon Moser nutzten. Es war der denkbar ungünstige Start, den Gottéron diesmal im Gegensatz zum Cup-Spiel vermeiden wollte. Immerhin, die Freiburger Gäste fingen sich zügig. Der Ausgleichstreffer durch Captain Julien Sprunger, der seinen Torriecher einmal mehr unter Beweis stellte, war verdient. Noch im Startdrittel brachten sich die Gäste aber um die Früchte ihrer bislang guten Arbeit. Eric Blum verwertete auch das zweiten Überzahlspiel des SCB – Reto Berra konnte die Scheibe nicht unter Kontrolle bringen – zum 2:1. In der Kühlbox sass wie bereits beim ersten Gegentreffer Benjamin Chavaillaz. Um gegen das starke Berner Kollektiv siegen zu können, vertrage es keine Passagiere – oder anders formuliert: Mitläufer – in seinem Team, alle seien gefordert, hatte Gottérons Trainer Mark French gewarnt. Zumindest im ersten Drittel war der in dieser Saison bisher ziemlich me­diokre Chavaillaz dann eben dieser eine Passagier zu viel.

Allein damit war der Verteidiger mit Fortdauer der Partie jedoch nicht. Zwar glich Matthias Rossi mit seinem ersten Treffer seit dem 21. September nochmals aus (23.), dann aber entglitt Gottéron die Partie zusehends – auch weil einige andere wie etwa der auffällig fehlerhafte Andrew Miller komplett neben den Schlittschuhen standen. Beim 3:2 des effizienten SC Bern verpasste es etwa Jonas Holos, den Berner Gre­gory Sciaroni aus dem Sichtfeld Berras zu «arbeiten», und die Strafe Marc Abplanalps, die 24  Sekunden vor der zweiten Pause zum vorentscheidenden 4:2 führte, gehörte ebenfalls in die Kategorie überflüssig.

Bern Powerplay

Im Schlussdrittel nahm der ohne Fortune agierende Berra zugunsten von Ersatzgoalie Ludovic Waeber auf der Auswechselbank Platz. Den erhofften höheren Konzentrationslevel in Freiburgs Defensive bewirkte dieser Wechsel indes nicht. Jan Mursak sowie der starke Tristan Scherwey mit dem vierten Po­werplay-Tor des SCB machten das halbe Dutzend wie schon im Cup voll. Eine wenig schmeichelhafte Bilanz für Gottérons Boxplay, zumal das Überzahlspiel bisher einer der wenigen Schwachpunkte Berns war.

Soll heute zu Hause die Revanche gegen diesen SC Bern gelingen, müssen sich die Freiburger in allen Belangen steigern. Ansonsten droht die dritte Pleite gegen den Erzfeind innert nicht einmal einer Woche …

Telegramm

SC Bern – Gottéron 6:2 (2:1, 2:1, 2:0)

16 475 Zuschauer. – SR: Massy/Stricker, Balazs/Wüst. Tore: 3. Moser (Ebbett, Almquist/Ausschluss Chavaillaz) 1:0. 11. Sprunger 1:1. 16. Blum (Haas/Ausschluss Chavaillaz) 2:1. 23. Rossi (Schneeberger, Bykow) 2:2. 26. Arcobello (Almquist) 3:2. 40. Haas (Scherwey/Ausschluss Abplanalp) 4:2. 47. Mursak (Ebbett, Bieber) 5:2. 57. Scherwey (Haas, Blum/Ausschluss Rossi – Strafe für Waeber abgesessen) 6:2. Strafen: 4-mal 2 Min. gegen Bern, 6-mal 2 Min. gegen Gottéron.

SC Bern: Genoni; Almquist, Burren; Blum, Krueger; B. Gerber, Andersson; Kamerzin; Moser, Arcobello, Rüfenacht; Bieber, Ebbett, Mursak; Scherwey, Haas, Sciaroni; Grassi, Heim, Berger; Kämpf.

Freiburg-Gottéron: Berra (40. Waeber); Stalder, Schneeberger; Chavaillaz, Holos; Abplanalp, Furrer; M. Forrer; Marchon, Slater, Mottet; Miller, Walser, Sprunger; Micflikier, Bykow, Rossi; Vauclair, Schmutz, Lhotak; Holdener.

Bemerkungen: Bern ohne Marti, Untersander (verletzt) sowie C. Gerber, Fogstad Vold (Farmteam), Gottéron ohne Birner, Schilt (verletzt) sowie Meunier (überzählig) und S. Forrer (Farmteam). – 24. Furrer verletzt ausgeschieden.

Die FN-Besten: Scherwey, Micflikier.

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