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Zu wenig Lohn für SSEB-Mitarbeiter

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Der Kerzerser Grossrat Ueli Johner hat den Staatsrat aufFehler in der Buchhaltung der Stiftung des Seebezirks für Erwachsene Behinderte (SSEB) hingewiesen: Mitarbeiter haben während vier Jahren zu hohe Sozialabzüge bezahlt.

Autor: Marc Kipfer

Über Jahre hinweg haben Angestellte der Stiftung des Seebezirks für Erwachsene Behinderte (SSEB) zu wenig Lohn erhalten. Von 2007 bis 2010 wurden ihnen für AHV und Unfallversicherung zu hohe Beiträge abgezogen. Dies teilt der Seebezirkler Grossrat Ueli Johner (SVP) dem Freiburger Staatsrat in einer Anfrage mit.

«Fehler können passieren», schreibt Johner in dem am Montag veröffentlichten Schreiben. «Dass dies über die Dauer von vier Jahren geschieht, ist für mich alarmierend», hält er jedoch fest. Und er möchte vom Staatsrat wissen, wie der Kanton solche Vorkommnisse bei Stiftungen in Zukunft verhindern will.

Kanton sah Fehler nicht

Weiter fragt Johner, ob Stiftungen ihre Buchhaltungen dem Kanton vorweisen müssen, um Subventionen zu erhalten. Dies bejaht Claudia Lauper, Mediensprecherin der Freiburger Gesundheitsdirektion: «Um die Subventionen zu erteilen und deren Verwendung nachzuverfolgen, prüft der Kanton Jahr für Jahr, ob die Rechnung gemäss den Fachempfehlungen revidiert wurde.» Hätte also der Kanton den Fehler bemerken können? «Ja, es wäre möglich gewesen, dass es jemandem auffällt», sagt Lauper. Allerdings wiederhole der Kanton nicht die ausführliche Arbeit der Revisionsstelle. «Er hat keine direkte Einsicht in die detaillierte Rechnung, ausser wenn er Zusatzerklärungen braucht. Die Sozialabzüge der Mitarbeiter werden also nicht vom Kanton kontrolliert.»

Konkreter wollte die Mediensprecherin den von Grossrat Johner geschilderten Fall gestern nicht kommentieren. «Es laufen nun die entsprechenden Abklärungen», hält sie fest. Die Antwort des Staatsrats werde in wenigen Wochen folgen.

Grossrat als Briefträger

Ueli Johner sagt, er habe «aus dem Volk» von den Unregelmässigkeiten bei der SSEB erfahren. «Ich wurde von Mitarbeitern angesprochen», erklärt der SVP-Grossrat auf Anfrage. Er fühle sich verpflichtet, solche Angelegenheiten an den Kanton weiterzutragen. «Als Grossrat bin ich auch ein Briefträger und Türöffner für Leute, die nicht mehr weiterwissen», sagt er. Dass ein Briefträger seiner Art bei der SSEB nötig sei, liege an der Stimmung in dieser Institution: «Es herrscht ein schlechtes Klima, und die Angestellten finden weder beim Direktor noch beim Stiftungsrat Gehör», erzählt Johner, was Angestellte ihm berichtet hätten.

SSEB-Stiftungsratspräsident Roger Folly war am Montag bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die zu hohen Abzüge hat die Stiftung ihren Mitarbeitern inzwischen rückvergütet – mit der Erklärung, weder die interne Buchhaltung noch die Kontrollstelle noch die AHV- und Suva-Inspektoren hätten die falschen Zahlen in den Lohnkarten entdeckt.

Die SSEB hat jahrelang falsche Sozialabzüge berechnet. Im Bild: die Geschützte Werkstätte in Muntelier.Bild Aldo Ellena/a

Konflikte: Johner fordert amtliche Beschwerdestelle für Mitarbeiter

In seiner Anfrage an den Staatsrat (siehe Haupttext) geht Grossrat Ueli Johner nicht nur auf buchhalterische Mängel bei der SSEB ein. Er schlägt dem Staatsrat ausserdem vor, eine amtliche Beschwerdestelle zu schaffen, wo Mitarbeiter «solcher oder ähnlicher Institutionen» bei Konflikten Beratung und Hilfe holen könnten. «Zu denken gibt mir, dass SSEB-Mitarbeiter scheinbar mehrmals insistieren mussten, bis sie Gehör fanden», so Johner. Und auch bei einem schlechten Arbeitsklima brauche es eine solche Stelle, sagt der Grossrat. Er verweist auf die aktuelle Unruhe im Pflegeheim Saane und in der Strafanstalt Bellechasse (die FN berichteten).

Immerhin: Bei Rechtsstreitigkeiten hat das Personal der sozialen Institutionen im Kanton Freiburg bereits heute die Möglichkeit, an einen unabhängigen Schiedsrat zu gelangen.mk

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