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Zu wenig Platz und zu knappe Finanzen

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3716 Besucherinnen und Besucher haben im letzten Jahr das Sensler Museum in Tafers besucht. Das sind 480 weniger als im Vorjahr. Somit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. Stiftungsratspräsident Beat Hayoz zeichnet in seinem Jahresbericht ein sehr ernüchterndes Bild der Lage des vor ziemlich genau 45 Jahren eröffneten Museums in Tafers. Wenn nichts geschehe, laufe die Einrichtung Gefahr, in fünf Jahren, beim 50-Jahr-Jubiläum, nur noch ein Ortsmuseum zu sein. 

Die Fragen, die den Stiftungsrat in einer Klausurtagung im letzten Jahr beschäftigt haben, stehen seit Jahren im Raum: Steht das Museum am richtigen Ort? Wären Düdingen oder Schwarzsee nicht bessere Standorte? Müssten nicht alle Sensler Gemeinden Besitzer des Museums werden? Kann die Trägerschaft erweitert werden? Konkrete Antworten darauf hat der Stiftungsrat bis jetzt nicht gefunden.

Ausbau schon 1975 ein Thema

Das Museum befindet sich in einer Art Teufelskreis: Die Ausstellungsfläche im alten Sigristenhaus im Dorfzentrum von Tafers sei einerseits zu klein und von der Raumaufteilung her nicht wirklich ideal, um attraktive Wechselausstellungen zu gestalten, hält Beat Hayoz fest. Andererseits fehle es dem Museum aber auch an den Finanzen, um etwas Grundlegendes am Konzept ändern zu können. «Zu wenig Ausstellungsfläche und zu knappe Finanzen – diese zwei Feststellungen ziehen sich seit Jahren wie ein roter Faden durch die Museumsgeschichte», so Beat Hayoz. «Schon in den ersten Statuten 1975 war von einem Ausbau die Rede.» 

Ein Ausbau am heutigen, denkmalgeschützten Standort ist nicht einfach. Eine 1998 präsentierte Ausstellung hat vier Varianten, darunter eine unterirdische Erweiterung, gezeigt. «Aber der Wille, wirklich etwas zu realisieren und Geld auszugeben, war damals weder bei der Bevölkerung noch bei den Behörden vorhanden», sagt Beat Hayoz. Doch wie einen neuen Standort evaluieren, wenn klar ist, dass auch zum Beispiel für einen Neubau die Finanzen und die Trägerschaft fehlen?

Die Stiftung hat von der Gemeinde Düdingen eine negative Antwort auf die Frage erhalten, ob sie das Thaddäusheim als Standort zur Verfügung stellen würde. 

Kein Bezirksmuseum

Beat Hayoz sieht zwei Alternativen für die Zukunft. «Entweder fahren wir noch weiter runter, denn wir sind momentan zu teuer für das, was wir leisten können. Oder wir fahren richtig hoch, um zu einem wirklichen Bezirksmuseum zu werden. Die Frage ist aber, wie wir das umsetzen sollen.» 

Denn das leicht angestaubte Image ist ein weiteres Problem, mit dem der Stiftungsrat seit Jahren kämpft. «In den Köpfen vieler Sensler ist es immer noch das Ortsmuseum Tafers und nicht das Bezirksmuseum Sense.» Genau diese Bemerkung musste sich der Stiftungsrat auch vonseiten von Region Sense, dem Verband aller Sensler Gemeinden, anhören. Es sei dem Sensler Museum in seiner bisherigen Geschichte nicht gelungen, das Museum des Sensebezirks zu werden, hiess es an der Aussprache, von der sich der Stiftungsrat mehr finanzielle Unterstützung durch die Gemeinden erhoffte. Diese zahlen heute 130 000 Franken pro Jahr, das ist die Hälfte aller Einnahmen. Zum Vergleich: Das Museum Murten erhält von der Stadt pro Jahr 210 000  Franken.

Wie die Leute abholen?

«Es gibt einige Sensler, die uns treu sind und regelmässig kommen. Sehr viele mehr haben aber noch nie einen Fuss ins Museum gesetzt.» Eine Idee, um die lokale Bevölkerung ins Boot zu holen, sind  Aussenausstellungen in einzelnen Gemeinden. «Das ist schön und gut, aber sehr aufwendig. In dieser Zeit müssten wir einen Parallelbetrieb fahren, und das können wir uns logistisch, finanziell und personell nicht leisten», so Beat Hayoz. Es fehle auch am Geld für das Marketing, um das Museum besser zu positionieren. 

Keine Tabus

Er mache sich grosse Sorgen um das Museum, sagt der Stiftungspräsident. «Wir müssen neue Szenarien entwickeln», hält er im Jahresbericht fest. «Was die Zukunft des Museums anbelangt, soll es keine Tabus geben: Standort, Trägerschaft, Finanzierung, Ausstellungen usw. – alles muss diskutiert werden können.»  Ein wichtiger Punkt auf der To-do-Liste des Stiftungsrats ist die  Umsetzung des Sammlungskonzepts. «Seit seiner Gründung hat das Museum nie wirklich eine Sammelpolitik – eine Kernaufgabe eines Museums – betrieben. Alles passierte eher zufällig», erklärt Beat Hayoz. Das soll sich nun ändern. Doch bevor systematisch gesammelt werden kann, braucht das Sensler Museum Depoträume – mindestens 200 Quadratmeter. «Doch diese Räume haben wir bisher nicht gefunden oder wir konnten die entsprechenden Mieten nicht bezahlen.»

Weiter hat sich der Stiftungsrat zum Ziel gesetzt, neuen Ausstellungsraum zu gewinnen, die Trägerschaft zu erweitern sowie die Aufgabenaufteilung von Museumsleiterin, Aufsichtspersonal und Museumstechnikerin zu diskutieren. Zudem soll geklärt werden, ob die Schaffung einer Geschäftsstelle das Museum weiterbringt.

Mindestens 70 000 Franken

Das Museum will zudem noch einmal einen Effort machen, um neue finanzielle Mittel zu generieren, und dafür zum Beispiel beim Kanton anklopfen. «Sollten wir nicht auf zusätzliche finanzielle Unterstützung zählen können, so ist mittel- bis längerfristig der Fortbestand des Sensler Museums gefährdet», hält Beat Hayoz fest. Der neu erstellte Businessplan geht von zusätzlichen jährlichen Mitteln von mindestens 70 000 Franken aus. «Von wo die allerdings herkommen sollen, steht in den Sternen.» Trotzdem schaue er vorsichtig optimistisch in die Zukunft. «Ich gebe mich nicht so leicht mit wenig zufrieden.»

Zahlen und Fakten

Gemeinden geben 130 000 Franken

Am besten lief 2019 die Ausstellung «Chare, Chlapf, Chrùtze» mit 1134 Besucherinnen, am schlechtesten «Leidenschaft Hund» mit nur 630 Eintritten. Die Gesamtbesucherzahl lag bei 3716. Aus dem reinen Museumsbetrieb resultierte ein Plus von 15 211 Franken. Das Museum wird finanziert durch Gemeindebeiträge von 130 000 Franken, was rund die Hälfte der Einnahmen ausmacht. Daneben unterstützten die Freunde des Museums die Einrichtung letztes Jahr mit rund 40 500 Franken, Sponsoren bezahlten 22 000 Franken und die Loterie Romande 15 000 Franken. Das Museum zahlt der Eigentümergemeinschaft einen sehr tiefen Mietzins: Die EG Sigristenhaus verrechnet nur 200 Franken, die übrigen 800 Franken gelten als Vergabung.

im

«Viele Sensler haben noch nie einen Fuss ins Museum gesetzt.»

Beat Hayoz

Präsident Stiftungsrat Sensler Museum

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