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Zu wenig Zeit für den Verlad von Gütern

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Längere Züge und kürzere Fahrzeiten: Der Gotthard-Basistunnel, der am 1. Juni eröffnet wird, soll die Schiene für den Güterverkehr konkurrenzfähiger machen. Auch für den Personenverkehr bringt er Vorteile (siehe Kasten rechts). Hat dies einen Einfluss auf die freiburgischen Transport- und Reiseunternehmen?

«Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ist sehr positiv für uns», sagt Eric Collomb auf Anfrage. So hofft der Direktor des Transportunternehmens Zumwald und CVP-Grossrat, dass durch den neuen Tunnel der Verkehr auf der Strasse etwas abnimmt. Ebenfalls biete der neue Eisenbahntunnel eine gute Alternative, sollte es im Strassentunnel zu einem Unfall oder anderen Schwierigkeiten kommen. Ein Umstieg von der Strasse auf die Schiene komme aber weder für das in Avenches ansässige Unternehmen Zumwald, das pro Woche etwa zwei Fahrten ins Tessin macht, noch für dessen Partnerfirma Emil Egger AG aus St. Gallen, die täglich mit mehreren Lastwagen im Tessin ist, infrage. «Wir haben oft sehr kurze Lieferfristen», sagt Collomb. Ein Verlad auf die Schiene sei deshalb kaum machbar. Denn durch das Laden und Abladen dauere der Gütertransport auf Schienen in der Regel einige Stunden länger als durch den 17 Kilometer langen Strassentunnel. Dies werde auch mit dem neuen Eisenbahntunnel so bleiben–trotz verkürzter Fahrzeiten.

Grosses Potenzial sieht Collomb hingegen für den internationalen Transport, wo die Lieferfristen weniger eng sind. «Und wenn mehr internationale Lastwagen die Eisenbahn nutzen, bleibt im Strassentunnel mehr Platz für uns.»

Täglich mit rund sechs Lastwagen ins Tessin fährt das Unternehmen Krummen aus Kerzers. Auch Geschäftsführer Peter Krummen sieht zurzeit keine Möglichkeit, auf die Schiene umzusteigen. «Wir transportieren fast nur Frischwaren.» Bei diesen sei das Zeitfenster für die Lieferung so eng, dass nur die Strasse infrage komme. Normalerweise verursache der Verkehr am Gotthard keine Schwierigkeiten für die Lieferungen, sagt Krummen. «Wir sind meistens gegen Abend unterwegs. Ausser manchmal am Freitagabend oder bei Unfällen ist der Stau für uns kein akutes Problem.»

Kaum Carreisen ins Tessin

Die Firma Horner aus Tafers habe im Zusammenhang mit den Bauarbeiten am Gotthard-Basistunnel Materialtransporte, etwa für die Sika Düdingen, ausgeführt, sagt Geschäftsführer Hanspeter Baeriswyl. Mit dem Ende der Baustelle nähmen auch diese Fahrten ein Ende; Gütertransporte ins Tessin mache Horner dann kaum mehr. Auch Carreisen ins Tessin organisiere Horner nicht sehr viele, bedeutend häufiger gehe es nach Norditalien. «Dann fahren wir aber über den Grossen St. Bernhard. Auf dieser Strecke lässt sich die Fahrzeit besser berechnen.» Und müssten die Cars für gewisse Reisen doch durch den Gotthard-Strassentunnel, versuche die Firma, die Fahrten zwischen Dienstag und Donnerstag anzusetzen, weil es dann weniger Stau gebe. Mit einem Rückgang der Kunden bei den Carreisen ins Tessin oder nach Norditalien rechnet Baeriswyl nicht. «Ich gehe nicht davon aus, dass sich für uns etwas ändern wird.»

Wie Horner organisiert auch die Reiseanbieterin Edelline kaum Fahrten ins Tessin, sondern eher nach Norditalien. Weil das Murtner Unternehmen auch die Innerschweiz bedient, führt der Grossteil der Fahrten–im Gegensatz zu Horner–durch den Gotthard. Dennoch sieht auch Esther Steiner von der Edelline AG keine grosse Konkurrenz durch die schnelleren Zugverbindungen. «Edelline bietet Paketreisen an, bei denen Hotels und Aktivitäten schon gebucht sind.» Welche Art des Reisens eine Person bevorzuge, sei «eine grundsätzliche Frage».

Der Stau sei schon ein Thema, insbesondere bei Fahrten am Wochenende oder in der Ferienzeit. «Aber das weiss man.» Dann müssten sich halt auch die Kunden darauf einstellen. Dass viele Leute vom Auto auf den Zug umsteigen werden, glaubt Steiner nicht. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass der neue Tunnel den Stau lösen wird.»

Zahlen und Fakten

Flache Strecke und bessere Verbindung

Der Gotthard-Basistunnel, der am 11. Dezember 2016 fahrplanmässig in Betrieb genommen wird, weist kaum Steigungen auf. Beim Güterverkehr erlaubt der neue Tunnel längere Züge mit grösserem Gewicht und kürzere Fahrzeiten. Bis zu 260 Güterzüge können im Gotthard-Basistunnel pro Tag fahrplanmässig verkehren–auf der historischen Bergstrecke waren es maximal 180. Weiter werden diese Güterzüge keine zusätzliche Schiebelok mehr brauchen, was zeitintensive Rangiermanöver erspart. Auch im Personenverkehr werden die Zugverbindungen schneller. Nach Abschluss der Arbeiten auf der ganzen Gotthard-Achse, inklusive Ceneri-Basistunnel und Zufahrtsstrecken, werden Reisende zwischen Zürich und Lugano 45 Minuten einsparen. Aktuell dauert diese Reise zwei Stunden und 41 Minuten.rb

Zur Serie

Der Freiburger Blick auf den Basistunnel

Nach knapp 20 Jahren Bauzeit wird am 1. Juni der Gotthard-Basistunnel eröffnet. Die FN werfen in einer kleinen Artikelserie einen Blick aus Freiburger Sicht auf dieses Ereignis.sos

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