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Zuhören, begleiten, Grenzen setzen

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Zuhören, begleiten, Grenzen setzen

Arbeitsbereiche des Jugendarbeiters von Wünnewil-Flamatt

Albert Studer, Jugendarbeiter von Wünnewil-Flamatt und Schmitten, fordert eine ganzheitliche Betrachtung der Jugendarbeit. Nur wenn alle interessierten Kreise zusammenspannen, kann sie erfolgreich sein, ist er überzeugt.

Von ANTON JUNGO

Ein Referat über die Herausforderungen der heutigen Jugendarbeit stand im Mittelpunkt des traditionellen Dreikönigs-Treffs der CSP Wünnewil-Flamatt. Einleitend wies Albert Studer darauf hin, dass schon Texte in Keilschrift aus dem alten Babylon (um 2000 v. Chr.) darauf hindeuten, welche Probleme die Erwachsenen mit der heranwachsenden Generation haben. Der gelernte Schreiner, studierte Heilpädagoge, Grossrat und Jugendarbeiter ist selbst Vater von vier Kindern. Vor diesem persönlichen Hintergrund stellt Albert Studer die Erziehung in den Mittelpunkt seiner Arbeit mit den Jugendlichen.

Hinschauen und Halt! sagen

Er sieht zwei wichtige Gründe, weshalb die heranwachsende Jugend gerade heute vielen Probleme bereitet. Einerseits ist die heutige Elterngeneration in einer Zeit (sprich: Achtundsechziger- jahre) aufgewachsen, die von einem grossen Werteverlust geprägt war. «Viele Eltern wissen heute selbst nicht mehr, was sie ihren Kindern weitervermitteln sollen», hielt Studer fest. Jugendliche haben heute viel mehr Möglichkeiten und Rechte als früher. «Viele glauben, sie hätten nur noch Rechte. Manche Jugendlichen haben überhaupt noch nie ein gehört», führte er aus und ist überzeugt, dass es dann schwierig wird, einen 13-Jährigen noch erziehen zu wollen.

Der Jugendarbeiter Albert Studer arbeitet seit Ende 2001 mit einem 60-Prozent-Pensum im Auftrag der Gemeinde Wünnewil-Flamatt, doch auch die Pfarrei und die Kirchgemeinde engagieren sich finanziell. Neu hat er ab dem 1. Januar dieses Jahres zusätzlich ein 20-Prozent-Engagement als Jugendarbeiter in Schmitten übernommen. Wie er in seinem Referat ausführte, wäre es wichtig, dass die Jugendarbeit regional koordiniert und aufeinander abgestimmt würde. Aus Erfahrung hat er gelernt, dass die Jugendlichen keine Gemeindegrenzen kennen und dort zusammentreffen, wo gerade etwas abgeht, das sie interessiert.

Begleiter …

In einem Pflichtenheft hat die Gemeinde beziehungsweise die Jugendkommission festgelegt, was sie vom Jugendarbeiter erwartet. Eine der Hauptaufgaben ist die Betreuung der beiden Jugendräume in Wünnewil und Flamatt und der entsprechenden Teams. Das Wünnewiler Team umfasst zurzeit 20 und das Flamatter 10 Jugendliche. Wie er erzählte, könnte man die beiden Teams schon an ihren musikalischen Vorlieben erkennen. Ist es in Wünnewil Hardrock, so ist es in Flamatt Hiphop. Verschieden ist auch die Zusammensetzung, in Flamatt besteht das Team hauptsächlich aus Jugendlichen aus Ex-Jugoslawien, in Wünnewil sind es vor allem Schweizer.

Zusammen mit den beiden Teams betreibt er die beiden Jugendräume. Er versucht dabei, die Räume nicht nur attraktiv zu gestalten, sondern die Jugendlichen auch zu motivieren, Verantwortung zu übernehmen. Er setzt bei dieser Arbeit klare Grenzen, was Rauchen, Drogen- und Alkoholkonsum und das Verhalten im Jugendraum betrifft. «Ordnung und Disziplin sind mir wichtig», hält er fest und weist darauf hin, dass er sehr rasch an Grenzen stösst, wenn er versucht, die geltenden Regeln durchzusetzen. «Viele verabschieden sich, sobald sie Druck spüren und weichen auf andere Gruppen aus», erklärt er.

Albert Studer ist sich bewusst, dass er niemandem etwas aufzwingen kann, da der Besuch der Jugendräume ja freiwillig ist. Auch hier fände er es wichtig, wenn alle benachbarten Jugendräume nach den gleichen Prinzipien arbeiten würden.

… und Ansprechpartner

Ganz grundsätzlich sieht Albert Studer seine Arbeit als Jugendarbeiter als Zwischenglied zwischen Elternhaus und Schule. Er ist dabei Ansprechpartner nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für die Eltern und die Behörden – und vor allem auch für die Schulverantwortlichen. Er ist überzeugt, dass Jugendarbeit nur gelingen kann, wenn alle interessierten Kreise zusammenspannen. Gerade hier stösst er aber zurzeit noch an Schranken und Grenzen.

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