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Zukunft des Forums Freiburg ist ungewiss

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Auf die Frage, wo ihnen das Wasser stehe, hob Duri Mathieu, Direktor der Betriebsgesellschaften des Forums Freiburg und des Espace Gruyère, die Hand an den Hals. Aber: «Wir können noch atmen, reden, essen, wir ertrinken nicht.» Die Verantwortlichen der beiden Messestandorte legten gestern die Zahlen für 2012 vor. Und diese sind tiefrot: Die für das Forum verantwortliche Expo Centre AG schloss die Rechnung mit einem Umsatz von 5,9 Millionen Franken und einem Verlust von 339 000 Franken. Das ist mehr als die Hälfte des zuvor noch vorhandenen Eigenkapitals.

Dem Unternehmen droht das Geld auszugehen. Der scheidende Präsident Claude Eicher wurde deutlich: «Die Finanzsituation hat sich 2012 stark verschlechtert, das Unternehmen steht kurz vor einem Kapitalverlust.» Rechtlich ist das eine Vorstufe zum Konkurs. Die Einnahmen deckten die Ausgaben nicht. «Und die Aussichten für die laufende Rechnung machen keine Hoffnung für eine deutliche Verbesserung der Lage.»

Nachteilig wirkte sich das Tennis-Davis-Cup-Wochenende aus. Einerseits blockierte die umfangreiche Infrastruktur während einer langen Zeit die Durchführung anderer Anlässe. Andererseits lagen die Einnahmen unter den Erwartungen. Nicht zuletzt, weil die Besucher wegen des schlechten Abschneidens der Schweizer Mannschaft zu wenig konsumierten. «Wir gingen davon aus, dass die Schweizer im Minimum einen Match gewinnen. So hätten wir x-Tausend Franken eingenommen. Stattdessen kam nur die Hälfte rein.»

Notmassnahmen nötig

Um einen Liquiditätsmangel zu vermeiden, stehen die Verantwortlichen in Verhandlungen mit der öffentlichen Hand und der Wirtschaft. Die beiden Standorte fordern bessere Rahmenbedingungen für den Betrieb. Sie setzen auf ein Entgegenkommen bei der Miete und auf die Schaffung einer neuen Organisation. Ausserdem seien dringend Investitionen in die Infrastruktur nötig. Politik und Wirtschaft müssten sich entscheiden, was mit den Messestandorten im Kanton passieren soll. «Wenn alle sich einig sind, dass es sie braucht, dann gibt es immer einen Ausweg.» Man müsse sich die Fragen stellen: «Was ist man gewillt, zu investieren, wofür und mit welchem Auftrag?»

Ein Lichtblick: Seit Mittwoch weiss Mathieu, dass Expo Centre für weitere zwei Jahre Subventionen erhält. Die total 360 000 Franken sollen den Wegfall der Tourismusförderung in der Höhe von 240 000 Franken pro Jahr auffangen.

 Nicht so einfach zu beheben sind konjunkturelle Probleme. Mieter belegen kleinere Flächen, führen kürzere Anlässe durch und zahlen weniger an die Infrastruktur; auch, weil Fachmessen weniger gefragt sind. Im Gegenzug bleiben die Fixkosten, zum Beispiel für das Personal. Man habe drei Abgänge nicht kompensiert, sagte Mathieu. Doch Ressourcen seien nötig, um neue Produkte zu entwickeln und bestehende vermarkten zu können.

Espace vielfältiger nutzbar

Auch die Espace Gruyère AG leidet. Die bestehende Zusammenarbeit soll vertieft werden, um Einsparungen und Entwicklungspotenzial zu ermöglichen, sagte Eicher. «Wir müssen unsere Kräfte vereinigen.» Er hoffe, dass bis Ende Jahr eine Lösung auf dem Tisch liege. Espace-Gruyère-Präsident Yves Menoud bestätigte: «Die Zeiten sind für beide nicht einfach.» Auch sein Unternehmen hat zu wenige Reserven, um eine längere Durststrecke auszuhalten. «Die Situation ist besorgniserregend, wir haben einen Notstand.» Allerdings hat das Espace Gruyère etwas bessere Rahmenbedingungen, da die Halle vielfältiger genutzt werden kann und somit mehrere Anlässe gleichzeitig möglich sind. Zudem wird das Gebäude während dreier Monate im Jahr als Eishalle genutzt.

Nutzen: Zentral für Wirtschaft und Tourismus

Die beiden Hallen seien das Schaufenster der Freiburger Wirtschaft nach aussen, sagt Volkswirtschaftsdirektor Beat Vonlanthen. Deshalb sei ihr Erhalt und ihre Weiterentwicklung wichtig. «Wir wollen ihnen unter die Arme greifen und verhindern, dass sie Konkurs anmelden müssen.» Für die zusätzliche Hilfe fordert der Staatsrat einen Ertrag und stellt Bedingungen. «Sie müssen über die Bücher gehen, der Betrieb muss die Kosten decken.» Gefragt seien interessante Nischenangebote. Er schliesst auch eine Erhöhung des Aktienkapitals nicht aus.

Thomas Steiner, Direktor von Freiburg Tourismus, würdigt die hohe Wertschöpfung des Messestandorts für die Gesamtwirtschaft. Nicht nur Hotels profitierten davon, sondern auch viele Zulieferer. Würden die Standorte verschwinden, wäre das ein riesiger Verlust: Ein wichtiger Teil der Tourismusstrategie stünde auf dem Spiel. fca

Zahlen und Fakten

Tiefrote Abschlüsse in den Rechnungen 2012

Letztes Jahr fanden im Forum Freiburg 171 Veranstaltungen statt, es war während 326 Tagen belegt–,wobei Auf- und Abbau eingerechnet sind. Der Belegungsgrad sank von 35 Prozent im Vorjahr auf noch 30 Prozent. Die Einnahmen schmolzen von rund 6,3 auf 5,9 Millionen Franken. Erstmals seit drei Jahren schrieb die Betriebsgesellschaft Expo Centre AG einen Verlust, er betrug 339000 Franken. Die Eigenmittel nahmen von rund 730000 auf noch 391000 Franken ab. Von den 15 Ausstellungen gingen fünf in Eigenregie über die Bühne. Diese wären laut Direktor Duri Mathieu besonders gewinnträchtig, doch: «Wenn wir beim Personal zurückfahren, haben wir keine Einnahmen.» Eine gute Nachricht war der Erlass der Miete von rund 137000 Franken durch die vom Kanton kontrollierte Forum-Immobiliengesellschaft Agy Expo AG im vergangenen Frühling. Im Espace Gruyère fanden letztes Jahr 292 Anlässe statt, die Gesellschaft schrieb einen Umsatz von 2,8 Millionen Franken und fuhr einen Verlust von rund 88000Franken ein.fca

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