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Zukunft des Spitals Merlach steht fest

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Zukunft des Spitals Merlach steht fest

Arbeitsgruppe hat Konzept erarbeitet, das allen Seiten Vorteile bieten soll

Jetzt wird es konkret: Nach jahrelangem Ringen um die Zukunft des Spitals in Merlach konnten sich der Staatsrat sowie die Vertreter des Seebezirks einigen. Gestern wurde das Verhandlungsergebnis vorgestellt.

Von CORINNE AEBERHARD

Was sich seit längerem abzeichnete, wurde nun bestätigt: Merlach wird ein Akutspital bleiben, wenn auch mit Einschränkungen.

Die Arbeitsgruppe «Spitalmedizinische Versorgung des Seebezirks», in welchem Vertreter des Staatsrates sowie des Seebezirks waren, hat während mehreren Wochen ein Konzept erarbeitet, in welchem der künftige Leistungsauftrag des Spitals von Merlach festgelegt wird. Als Grundlage diente der im Februar etwas überraschend eingebrachte Vorschlag des Staatsrates, das so genannte «Walliser Modell» zu prüfen. Was zu einer Deblockierung der verfahrenen Situation führte. Dies zeigte bereits der vor einem Monat veröffentlichte Zwischenbericht der Arbeitsgruppe. Der gestern vorgestellte Schlussbericht der Arbeitsgruppe bestätigte weitgehend die eingeschlagene Richtung. Demnach wird Merlach weiterhin ein Akutspital bleiben. Allerdings beschränkt es sich auf leichte und planbare orthopädische und chirurgische Eingriffe während den Wochentagen. Weiter bietet es Dienstleistungen der Inneren Medizin an. Dieser Abteilung stehen künftig noch 25 Betten zur Verfügung. Heute hat Merlach das Doppelte.

Was leichte chirurgische Fälle seien, das entscheide der Arzt, sagte Gesundheitsdirektorin Ruth Lüthi auf eine entsprechende Frage. Rund zwei Drittel der Akutfälle könnten aber in Merlach behandelt werden, schätzte sie.

Merlach wird neu
Kompetenzzentrum für Geriatrie

Weitere 25 Betten sollen künftig dem neu zu schaffenden Geriatriekompetenzzentrum für den Norden zur Verfügung stehen. Darin integriert werden soll auch eine psychogeriatrische Abteilung. Weiter ist vorgesehen, eine Tagesklinik für die ambulante Psychiatrie zu eröffnen. Bislang gibt es in Deutschfreiburg kein solches Angebot.

Auch dem grossen Anliegen der Bevölkerung, die Notfallaufnahme beizubehalten, kommt der neu ausgearbeitete Vorschlag entgegen. Sie wird rund um die Uhr gewährleistet. Für allfällige Operationen oder spezielle Abklärungen werden die Patienten in spezialisierte Spitäler (beispielsweise Kantonsspital) gebracht.

Geburtsabteilung wird geschlossen

Hingegen definitiv geschlossen wird wie bereits angekündigt die Geburtenabeilung. 300 Geburten pro Jahr seien zu wenig, um diese aufrecht zu erhalten, hiess es an der gestrigen Medienkonferenz. Wie Ruth Lüthi bekannt gab, laufen derzeit Verhandlungen mit den Gynäkologen des Spitals Merlach. Sie sollen im Kantonsspital akkreditiert werden. Auch weiteres Personal aus dieser Abteilung möchte man im Kantonsspital beschäftigen, unter anderem auch wegen der Zweisprachigkeit.

Es wurde zudem zugesichert, dass das Personal bei der Suche nach einer neuen Anstellung unterstützt werde. Es soll keine Entlassungen geben.

Heute bietet Merlach 108 Vollzeitstellen. Nach der Umstrukturierung sollen es etwa fünf weniger sein.

Konzept wird getragen

Mit diesem neuen Konzept habe man die Vorgaben der Spitalplanung erfüllt, sagte Ruth Lüthi. Man könne die Bedürfnisse der Bevölkerung abdecken, eine gute Qualität der Leistungen bieten (Gründung Kompetenzzentrum) sowie die Infrastruktur optimal ausnutzen. Es beinhalte «Vorteile für den Seebezirk, für Deutschfreiburg und für den Kanton». Sie betonte, dass alle Mitglieder der Arbeitsgruppe hinter dem Vorschlag stehen.

Das bestätigte auch Christiane Feldmann, Leiterin der Seebezirksdelegation. Und sie hat auch «ein gutes Gefühl, dass die Gemeinden und die Bevölkerung des Seebezirks den Vorschlag akzeptieren werden». Sie hofft zudem, dass der Vorschlag auch vom Süden des Kantons akzeptiert wird, der bekanntlich ziemlich heftig reagierte, als er hörte, dass Merlach als Aktutspital beibehalten werden soll.

Man habe oft gehört, der Norden hinke mit der Planung hinterher und mache seine Aufgabe nicht, erwähnte auch Ruth Lüthi. Die Spitalplanung werde aber nicht gemacht, um jemanden zu strafen, sondern um die beste Lösung zu erreichen und Kosten zu senken.

Staatsrat Pascal Corminboeuf, der ebenfalls in der Arbeitsgruppe mitarbeitete, wies darauf hin, dass der Seebezirk mit seinen fünf Regionen und den beiden Sprachen sich in einer speziellen Situation befindet, welche die anderen Bezirke nicht kennen.

Einsparungen

Mit der anvisierten Lösung würde die geforderte Bettenreduktion erreicht. Die Spitalplanung 97 sah für den Nordosten 130 Akutbetten vor. Schliesslich werden es noch 92 sein. Weiter könnte der Kanton das Defizit um anderthalb bis zwei Millionen pro Jahr senken, rechnet man. Damit komme man den Forderungen des Bundesrates nach. Zudem erfülle die Lösung auch die Forderung von Santésuisse Freiburg nach einer innerkantonalen Zusammenarbeit.

Die Umstrukturierung soll bis Ende 2006 abgeschlossen sein.

Der Schlussbericht der Arbeitsgruppe wird Ende August dem Gesamtstaatsrat zur Genehmigung vorgelegt. Danach müssen die Gemeinden des Seebezirks die Statuten des Spitals anpassen und sie der Delegiertenversammlung im Oktober dieses Jahres zur Genehmigung vorlegen.
Verein ist zufrieden

«Die Schliessung des Spitals Merlach war schon fast beschlossen», sagt Werner Zürcher, Präsident des Vereins Akutversorgung Region See, als er sowie Mitstreiter aktiv wurden und mit einer Unterschriftensammlung sowie mit einer Demo dagegen kämpften. «Wenn man sieht, was man mit den Verhandlungen erreichen konnte, dann ist das ein sehr grosser Erfolg für den Bezirk», sagt Zürcher, der ebenfalls in der Arbeitsgruppe mitgearbeitet hat. Natürlich weine er der Geburtsabteilung eine Träne nach, aber «ich kann gut damit leben». Er sei sich bewusst, dass man in Merlach nicht alles behalten könne. ca

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