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Zum geplanten Kiesabbau in Kerzers

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Zum geplanten Kiesabbau in Kerzers

Autor: «Interessengruppe gegen Kiesabbau» – FN vom 4. September 2009

Der Gemeinderat Kerzers will die Frage des Kiesabbaus in den nächsten Jahren entscheiden und deshalb das Projekt in zeitlicher Hinsicht prioritär behandelt haben. Damit nimmt der Gemeinderat seine Führungsverantwortung wahr und setzt gegenüber Freiburg ein starkes Zeichen, dass Anliegen peripherer Regionen zu berücksichtigen sind. Der Kiesabbau böte gewichtige Vorteile, hätte aber auch negative Auswirkungen. Verständlicherweise findet es niemand toll, wenn vor seinem Haus Kies abgebaut werden soll. Diesen und weiteren Anliegen muss deshalb gebührend Rechnung getragen werden.

Bedenklich stimmt, dass dieses vorausschauende Handeln des Gemeinderates ein paar Leserbriefschreiber bereits zu überhasteten geistigen und verbalen Entgleisungen verleitet, obschon über den Kiesabbau noch nichts Definitives entschieden ist. Die vorgebrachten Gründe sind entsprechend dünn. Das voreilige kategorische Nein zum Kiesabbau in Kerzers zeugt von ausgeprägtem Individualdenken und geringem Gemeinschaftssinn. Aber: Warum sollte jemand anderem zugemutet werden, was wir in Kerzers nicht wollen? Augenfällig ist auch der Missbrauch des Umwelt(schutz)gedankens. Nicht «Hände weg» von der Natur kann das Ziel sein, sondern ein verantwortungsbewusster Umgang mit ihr (z. B. mit der bestehenden Renaturierungspflicht). Die sich seit der letzten (und bis zur nächsten) Eiszeit stets verändernde Natur hat dem Menschen nämlich immer als Lebensgrundlage gedient. Was würden wir bei einem solchen Naturverständnis wohl heute zu Projekten wie z.B. der Juragewässerkorrektion oder zur Stauwehr Niederried sagen?

Selbst elementare Zusammenhänge werden dabei bewusst ausgeblendet. Indem man das angebliche Umweltschutz-Argument tabuisiert, erspart man sich die Beschäftigung mit dem diesem offensichtlich widersprechenden Bedarf von uns allen nach Kies als natürlichem Rohstoff für Bau und Sanierung von privaten und öffentlichen Gebäuden, Wegen, Strassen, Schienennetzen und vielem mehr.

Leider scheint vorsorgliches Nein-Sagen dem Zeitgeist unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft zu entsprechen, wie auch andere aktuelle Beispiele zeigen. Sind wir als Gesellschaft noch fähig, die sich stellenden Aufgaben verantwortungsbewusst und nachhaltig, aber konstruktiv wahrzunehmen? Wenn uns dies bei einem relativ unproblematischen Anliegen wie dem Kiesabbau misslingt, wie wollen wir dann weiterreichende Probleme, bei denen gewichtigere Interessen im Spiel sind, lösen?

Autor: Silvan Jampen, Kerzers

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