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Zum Tode von Bernadette Vonlanthen

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Die Sensler Schauspielerin war krebskrank

Autor: Von Irmgard Lehmann

In diesem Jahr wollte Bernadette im Podium von Düdingen auftreten. Eine Schweizertournee war geplant. Sie freute sich: «Mein Ziel ist es von Chansonabenden und vom Schreiben zu leben», sagte sie gegenüber den Freiburger Nachrichten (FN vom 17. 8. 1999).

Vor drei Jahren hat ihr Leidensweg angefangen. Krebs stellten die Ärzte fest. Brustkrebs, der einen tödlichen Ausgang nahm. «Vom ersten Augenblick an hat sich Bernadette mit ihrer Krankheit auseinander gesetzt», sagt die Textilkünstlerin und Jugendfreundin Gisela Progin. Bernadette wusste über jede Veränderung und über das Fortschreiten der Krankheit bestens Bescheid: Zuerst war der Kampf, die Auflehnung, das Nicht-Verstehen-Können. Doch bald einmal folgten Gelassenheit und der Weg in die Spiritualität. Trotzdem. Noch kürzlich sagte ihr Lebenspartner Jürgen Speer: «Bernadette hofft immer noch.»
Vor zwei Jahren gaben die Ärzte der Künstlerin noch eine Lebenschance von ein paar Wochen. «Bernadette hat die Krankheit immer mehr als Teil ihres Lebens akzeptiert.» Nie beklagte sie sich, obwohl sie immer wieder von Schmerzen geplagt war. Lebensinn, den fand sie im Geniessen des Augenblicks: «Jetzt höre ich der Amsel zu, sie pfeift und ich pfeife zurück», hat sie noch kurz vor ihrem Tod der Freundin mitgeteilt.

«Nein – wir reden nicht
über den Tod»

Lebendige Menschen wirken anziehend. Und Bernadette war so ein Mensch, einer der von Kopf bis Fuss auf Künste eingestellt war. Mit Haut und Haar hat sie sich einer neuen Karriere verschrieben, obwohl sie bereits von ihrer schweren Krankheit gezeichnet war. Als Chansonsängerin reiste sie durchs Land. Auch mit eigenen Liedtexten. Bernadette war eine Kämpferin, erzählt Gisela Progin. Sie war es bis zum Schluss. Helfen konnte man ihr nur, wenn sie selber danach verlangte. So marschierte man halt bedächtig zu zweit durch die Strassen von Berlin, stets darauf gefasst, die Frau aufzufangen. Ob der Tod ein Thema war? Die Antwort der Künstlerin war klar: «Nein – über den Tod reden wir nicht.»

Stationen des Lebens,
die nicht austauschbar sind

Bereits als Dreijährige ging Bernadette ihren eigenen Wege. Da, wo es sie immer wieder hinzog, wohnte die Nachbarsfamilie Grivaz. Die Besuche wurden immer zahlreicher. Und bald einmal sass Klein-Bernadette häufiger auf dem Fahrrad von Vater Grivaz als am familiären Mittagstisch.

Als die Zeit des Kindergartens fällig war und die Familie Vonlanthen aus dem Quartier auszog, fiel die Entscheidung. Bernadette fand – mit dem Einverständnis der beiden Familien – bei «Grivaz» ein neues Zuhause. «Bernadette wurde so eigentlich ganz zufällig Kind», sagt die pensionierte Lehrerin Susanne Grivaz.
In der Familie Grivaz wurde das Mädchen unterstützt und gefördert. Bernadette besuchte das Kindergärtnerinnenseminar und liess sich später am Konservatorium für Musik und Theater in Bern zur Schauspielerin ausbilden. Sie machte Karriere auf den Bühnen Deutschlands, wirkte in Spielfilmen, bei Radio und Fernsehproduktionen mit und war auf dem Weg eine gefragte Chansonsängerin zu werden. Ihr Buch des Lebens ist vollgeschrieben. Zu ihren Freunden sagte sie: «Ich brauche nichts mehr.»

Bernadette
Vonlanthen

Die ausgebildete Kindergärtnerin und Schauspielerin erhielt ihr erstes Engagement 1980 am Stadttheater Bern. In dieser Zeit trat sie im Spielfilm «I de Bäreklaue» als Filmschauspielerin auf. Ein Film, der über die Lostrennung des Juras vom Kanton Bern erzählt.

Danach folgten Engagements an den Schauspielbühnen von Frankfurt, Tübingen und Bochum.
Im Herbst stand Bernadette Vonlanthen ein letztes Mal vor der Kamera. Im Film «Zornige Küsse» der kürzlich an den Solothurner Filmtagen gezeigt wurde, spielt sie eine Klosterfrau. Der Film erzählt über ein Mädcheninternat und wurde im Engadin gedreht. Der Film sollte demnächst in den Kinos anlaufen.
Bernadette Vonlanthen lebte mit ihrem Lebenspartner seit vier Jahren in Berlin.

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