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Zürcher Steuerpraxis könnte Freiburger Start-ups gefährden

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Start-ups: Das sind junge Unternehmen mit einer innovativen Geschäftsidee und dem schnellen Wachstum als Ziel. Der Kanton Freiburg fördert Start-ups seit einigen Jahren, etwa mit dem Innovationspreis oder der Blue Factory, in der sich bereits mehrere junge Unternehmen angesiedelt haben. Die Start-ups sollen den Wirtschaftsstandort Freiburg dynamischer machen und längerfristig Arbeitsplätze schaffen. Einer, der diese Entwicklung unterstützt und in Start-ups investiert, ist der Sensler Unternehmer und Grossrat Thomas Rauber (Tafers, CVP). Er sieht die Förderung von Start-ups nun jedoch gefährdet: Er befürchtet, dass sämtliche Kantone eine Steuerpraxis von Zürich übernehmen, welche junge Unternehmen in den Ruin treiben kann.

Rauber hat sich deshalb in einer Anfrage an den Staatsrat gewandt, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Im Kanton Zürich sind verschiedene Vorstösse von Parlamentariern hängig, welche die Praxis kritisieren.

Vermögen der Zukunft

Was ist das Problem? Start-ups erzielen in den ersten Jahren kaum Gewinn, folglich bezahlen sie auch keine Gewinnsteuern. Dort liegt der Stein des Anstosses also nicht. Problematisch punkto Steuern wird es, wenn ein finanzstarker Investor Geld in die Firma steckt und die Steuerverwaltung für die Vermögenssteuer deshalb einen «Mehrwert antizipiert», wie es Thomas Rauber nennt. Er erklärt den Vorgang folgendermassen: Damit Jungunternehmer ihre Ideen überhaupt umsetzen und Produkte entwickeln können, braucht es Geld. «Ein Gründer investiert zu Beginn selbst», sagt Rauber. Zum Beispiel 100 000 Franken. Hat der Gründer Erfolg mit seinem Geschäft, erweckt er das Interesse von Investoren (siehe Kasten). «Ein Investor schätzt beispielsweise, dass das Unternehmen in einigen Jahren mehrere Millionen Franken Wert haben wird. Er bietet der Firma an, fünf Millionen Franken zu investieren und dafür die Hälfte des Unternehmens zu übernehmen.»

Mit der Unternehmenssteuerreform II, die 2008 und 2011 in Kraft getreten ist, werden diese Kapital-Investitionen in der Jahresrechnung der Start-ups detailliert dargestellt und für die Steuerverwaltung sichtbar. Diese mache dann folgende Rechnung, so Rauber: Sie sehe, dass die Hälfte des Unternehmens fünf Millionen Franken ausmache, und gehe deshalb davon aus, dass sich der Wert der Firma insgesamt auf zehn Millionen Franken beläuft. «Dabei hat der Gründer, der ebenfalls die Hälfte des Unternehmens besitzt, lediglich 100 000 Franken investiert. Nun muss er aber auf das fünfzigfache Vermögenssteuern bezahlen.» Die Zürcher Steuerpraxis gehe von einem Vermögen aus, das es erst in der Zukunft geben werde. Die Firmengründer könnten diese Steuern nicht bezahlen. Die Zürcher Praxis führe also zum Konkurs von Start-ups oder zu deren Abwanderung.

Übernahme vermeiden

Ob es in Freiburg schon ähnliche Fälle gegeben hat, weiss Thomas Rauber nicht. Eine seiner Anfragen im Vorstoss lautet denn auch, nach welchen Grundsätzen Start-ups im Kanton besteuert werden. «Möglicherweise erhalte ich aufgrund des Steuergeheimnisses keine genauen Angaben, aber ich will den Kanton in erster Linie auf die Problematik aufmerksam machen.»

Rauber befürchtet, dass die Zürcher Finanzdirektion an einer der nächsten Konferenzen der Schweizerischen Finanzdirektionen sämtlichen anderen Kantonen ihre Praxis schmackhaft machen will. «Der Kanton Freiburg soll sich deshalb schon im Voraus überlegen, welche Auswirkungen dies auf die Freiburger Start-ups hätte.»

Investitionen: Bei Start-ups ein Risikogeschäft

D er CVP-Grossrat und Unternehmer Thomas Rauber (Tafers) kennt sich aus mit Start-ups, da er schon mehrere begleitet und mit seiner Firma in Jungunternehmen investiert hat. Solche Investitionen stellten ein hohes Risiko dar, sagt Rauber. «Von zehn Start-ups überleben nach meiner Erfahrung höchstens vier bis fünf die ersten fünf Jahre, die anderen gehen Konkurs.» Von den überlebenden würden die meisten von einer grossen Firma aufgekauft: Im IT-Bereich beispielsweise von Google oder Apple, im Pharma-Bereich von Roche oder Novartis. «Das Start-up ist zwar erfolgreich, doch zu klein, um den Weltmarkt zu bedienen. Deshalb macht die Integration in eine Grossfirma Sinn.» Geschehe dies, so habe sich die Investition gelohnt: «Die Gründer und Jungunternehmer werden für ihre langjährige Arbeit belohnt und der Investor erhält mehr zurück, als er in das Start-up gesteckt hat». Auch bei den sehr wenigen Start-ups, die selbstständig werden, lohnt sich die Investition: Der Wert der Aktien des Investors steigert sich.

«Investoren werden oft als gierig angesehen, doch wäre es eine sichere Angelegenheit, würden es viele tun», sagt Rauber. Mit vielen Start-ups verliere ein Investor Geld, deshalb sei es notwendig, dass andere Geld einbrächten. mir

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