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Zurück auf Feld zwei beim Ausbauprojekt

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Über 2,5 Millionen Bücher lagern in den Depots der Freiburger Kantons- und Universitätsbibliothek (KUB). Das wären aneinandergereiht rund 80 Laufkilometer–also etwa die Strecke vom Bahnhof Freiburg bis ins Stadtzentrum von Lausanne. Jedes Jahr kommen über 30 000 neue Titel hinzu. Dass für diese Menge bald nicht mehr genug Platz vorhanden sein wird, wissen die Verantwortlichen schon seit einiger Zeit. Sie haben ein Ausbauprojekt aufgegleist.

Dieses ist in seiner ursprünglichen Form nun aber auf Eis gelegt, weil der Kanton und die Besitzer des für einen Teil des Annexbaus infrage kommenden Geländes nicht handelseinig geworden sind. Der Boden gehört dem Dominikanerorden im benachbarten Albertinum. Die beiden Parteien bestätigten einen entsprechenden Bericht der Zeitung La Liberté.

150 Franken Unterschied

Das Ziel des Um- und Ausbaus (Kasten) ist die Verdoppelung der Nutzfläche der KUB. Konkret ging es um den Kauf von 2200 Quadratmetern Land an zentralster Stelle in der Stadt Freiburg. Für das gesamte Projekt rechnen die Verantwortlichen mit einem Investitionsvolumen von gegen 80 Millionen Franken.

Die Vorstellungen der beiden Partner und ihrer Immobilienberater über den Bodenpreis gingen weit auseinander. Während der reale Marktwert mit 1500 Franken pro Quadratmeter angenommen wurde, wollte der Orden dafür die Hälfte, also 750 Franken. Der Kanton bot 600 Franken an.

«Unangemessener» Preis

«Der geforderte Preis schien uns nicht angemessen», sagt Gérald Berger, Vorsteher des kantonalen Kulturamtes, auf Anfrage. Dies vor allem im Vergleich zu anderen Landkäufen, die der Kanton getätigt hatte. Zudem könne der infrage kommende Boden aus rechtlichen Gründen gar nicht überbaut werden, was seinen Wert schmälere.

Von einem vollständigen Übungsabbruch könne man dennoch nicht sprechen, so Berger weiter. Denn ein Teil des Baus kann auch ohne den fraglichen Boden und plangemäss erstellt werden. Die Verantwortlichen in der Erziehungsdirektion denken nun für die zusätzlichen Lagerräume über eine Alternative in der Region oder über eine Beteiligung an einem interkantonalen Projekt in Luzern nach. Laut Berger könne eine definitive Lösung noch bis 2016 warten. Der Staatsrat habe eine Studiengruppe einberufen, die baldmöglichst Vorschläge machen soll. Dann werde der Staatsrat dem Grossen Rat einen weiteren Studienkredit beantragen.

Die Türen bleiben offen

Der Rückzug des Kantons als Kaufinteressent sei ihnen am 18. März mitgeteilt worden, erklärt der Prior des Konvents, Benoît-Dominique de La Soujeole. «Ich bin nicht enttäuscht, aber überrascht. Der Brief des Staatsrates platzte mitten in die Verhandlungen.» Aus seiner Sicht seien diese zufriedenstellend verlaufen. Beide Seiten hätten sich angenähert. Und das letzte Wort ist aus ihrer Sicht nicht gesprochen. Denn der Prior stellt klar: «Wir haben keinen Konflikt mit dem Kanton. Im Gegenteil: Wir bleiben offen für weitere Verhandlungen. Wir haben unsere grundsätzliche Zustimmung nie zurückgezogen.»

Kultur im Garten: Das begrabene Ausbauprojekt

U nter dem Namen «Jardins cultivés» plante der Kanton einen Um- und Ausbau der KUB, zum Teil auf einem staatseigenen Gelände, zum Teil im Hof des Albertinums. Der Plan: Unter der Grünfläche, die als solche bestehen geblieben wäre, hätte ein unterirdisches Büchermagazin gebaut werden sollen. Insgesamt sollte so genug Raum entstehen, um die Bedürfnisse der KUB für die nächsten rund 30 Jahre zu decken. Ein Büro aus Lausanne hatte sich gegen 65 Konkurrenzprojekte durchgesetzt.

2001 hatte der Grosse Rat für die Planung des Projekts einen Betrag von total 650 000 Franken gesprochen. fca

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