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Zurück von einer Reise ins Unbekannte

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Ausgerechnet ihren Regenschirm hat Nadine Buchsvergangenen Februar vergessen einzupacken, als sie den Winter in der Schweiz mit der Regenzeit in Madagaskar eintauschte. Rund sieben Monate hat die junge Frau daraufhin in der madagassischen Stadt Antsirabe verbracht, wo sie in einer Schule und einem Waisenhaus arbeitete (die FN berichteten). Von den vielen prägenden Eindrücken, die sie auf ihrer Reise in den afrikanischen Kulturraum gesammelt habe, sei ihr der Gegensatz zwischen Arm und Reich besonders in Erinnerung geblieben. «Der Umgang mit der Armut war für mich in den ersten Wochen eine Herausforderung», erzählt die 22-Jährige. So habe sie etwa nicht gewusst, wie sie sich gegenüber den vielen bettelnden Kindern auf der Strasse verhalten sollte. «Im ersten Moment hatte ich den Reflex, ihnen so viel wie möglich zu geben.» Europäische Freunde, die schon länger in Madagaskar wohnten, hätten ihr dann erklärt, dass es nicht wirklich gut sei, wenn sich die arme Bevölkerung zu sehr auf die Hilfe von Europäern verlasse. «Es wäre besser, wenn die Menschen einen fairen Lohn für ihre Arbeit erhalten.»

Wechselbad der Gefühle

Die Zeit mit den Kindern in der Schule und dem Waisenhaus habe sie genossen: «Die Kinder waren alle dankbar für die Zeit, die man mit ihnen verbrachte.» Sie unterrichtete Informatik, Französisch und Deutsch und betreute die im Waisenhaus aufwachsenden Kinder. Dort habe sie auch traurige Momente erlebt. «Einige Kinder hatten noch Elternteile, die sie zwischendurch besuchten. Das waren immer sehr spezielle Situationen. Man hat gemerkt, wie sich Eltern und Kinder fremd geworden sind.» Das sei dann auch für sie ein «Wechselbad der Gefühle» gewesen.

Erschrocken sei sie im ersten Augenblick auch darüber, dass ihr die Männer auf der Strasse nachgerufen und nachgepfiffen hätten. «Sogar Heiratsanträge habe ich erhalten», erzählt die Senslerin. «Ich konnte rasch darüber lachen. Aber am Anfang hat es mir schon etwas Angst gemacht.» Erstaunlich sei, dass junge Madagassinnen eher geschmeichelt waren, wenn ihnen auf der Strasse jemand nachpfiff.

 Obwohl sie mehrere Monate in Madagaskar gelebt und gearbeitet und dabei sogar mit Einheimischen Freundschaften geknüpft habe, sei es ihr nicht ganz gelungen, tiefer in die Kultur der Madagassen hineinzublicken: «In der kurzen Zeit, in der ich dort war, bin ich trotzdem immer irgendwie die Ausländerin geblieben.»

Eine wirkliche Krise mit grossem Heimweh habe sie nur ein einziges Mal gehabt. «Und das auch nur während wenigen Stunden», wie Nadine Buchs erklärt. Trotzdem sei sie froh gewesen, im Herbst wieder nach Hause zu kommen. Von ihrer Reise mitgenommen habe sie eine gute Prise Gelassenheit. «Auch wenn etwas nicht nach Plan läuft, ist das kein Weltuntergang», sagt Nadine Buchs und zitiert eine madagassische Lebensweisheit: «mura-mura.» Was so viel bedeutet wie «keinen Stress».

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