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Zusammen laufen, zusammen lachen

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Xavier Blanc hat einen Wunsch. Er wünscht sich, dass möglichst viele Leute wieder öfter mit geistig Behinderten in Kontakt kommen. In den kommenden Wochen unternimmt der Romandie-Repräsentant von Special Olympics selbst einiges dafür. Im Vorfeld der National Summer Games in Genf, an denen vom 24. bis 27. Mai über 1800 Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Beeinträchtigung an den Start gehen werden, tourt ein Tross ab morgen mit der Fackel der Special Olympics von Bern bis nach Genf. Mit Murten morgen Sonntag und Freiburg am Montag liegen die ersten zwei Stationen im Kanton.

Nicht mehr viel Kontakt

An sämtlichen Orten geht es um die Durchmischung von Behinderten und Nichtbehinderten. «Bis die Behinderung schliesslich gar keine Rolle mehr spielt», sagt Blanc. «Uns geht es darum, Brücken zu bauen, Barrieren zu zerstören.» Das sei nötiger denn je. «In den Siebziger-, Achtziger- und Neunzigerjahren wurde ein grosser Effort geleistet, viel investiert in die Infrastruktur und es wurden geschützte Werkstätten aufgemacht.» Dort hätten es die geistig Behinderten gut, sagt Blanc, und sie würden so gefördert, dass sie ihre Fähigkeiten ausbauen könnten. «Aber die meisten Leute kommen im Alltag kaum noch in Kontakt mit geistig Behinderten. Denn diese sind kaum noch auf der Strasse, sind nicht mehr integriert, sondern unter sich in ihren geschützten Werkstätten.» Früher habe es in vielen Firmen ein, zwei Personen gegeben, die halt als speziell und merkwürdig gegolten hätten. «Aber man hat sie irgendwie mitgenommen und mit ihnen gearbeitet.»

Special Olympics versucht den Sport als verbindendes Element zu nutzen. «Der Sport hat diese Möglichkeit, es hat sich immer wieder gezeigt, dass er eine soziale, verbindende Wirkung entfalten kann.» Morgen in Murten etwa wird die Bevölkerung gebeten, die Fackelträger auf den letzten Metern zu begleiten. Am Montag in Freiburg wird auf dem Python-Platz ein Lauf organisiert, an dem Menschen mit und ohne Behinderung teilnehmen und munter durchmischt werden. «Es geht darum, zusammen zu laufen und zusammen zu lachen. Geistig Behinderte sind so herzliche Menschen. Am Ende des Tages komme ich oft zum Schluss, dass ich mehr von ihnen gelernt habe als sie von mir.»

Selbstvertrauen durch Sport

Ganz allgemein findet es Xavier Blanc sehr wichtig, dass Menschen mit Behinderung die Möglichkeit erhalten, Sport zu treiben. «Es zeigt ihnen, dass sie zur Sportwelt gehören, dass sie Kapazitäten und Kompetenzen besitzen, egal ob sie nun zum Beispiel Trisomie haben oder nicht.» Deshalb findet er es besonders schade, dass es für geistig Behinderte in der Schweiz oftmals immer noch schwierig sei, Sport zu machen, obwohl die Schweiz 2014 die Uno-Konvention unterzeichnet habe, die sämtlichen Menschen das Recht auf Freizeit garantiere.

So gut wie immer ein Sieg

Special Olympics versucht, diese Lücke so gut wie möglich zu füllen. «Schliesslich hat uns der Sport schon so viele schöne Momente gebracht.» Etwa 2014, als die Special Olympics auf dem Bundesplatz in Bern stattfanden. «Das war eine wunderbare Symbolik. Stellen Sie sich vor, was das für die geistig Behinderten oder auch ihre Eltern bedeutete. Es zeigt, dass ihnen die Schweiz Respekt entgegenbringt. Genau wie nun zum Beispiel Murten und Freiburg ihren Respekt erweisen.»

Verbindende Elemente hin, schöne Symbolik her; am meisten Wärme und Freude spricht aus der Stimme von Xavier Blanc, wenn er erklärt, was es den geistig Behinderten selbst bedeutet, Sport zu treiben. «Wenn sie Sport machen, gewinnen sie so gut wie immer – weil sie zu 99 Prozent Spass und gute Gefühle haben.» Das sei das pure Gegenteil der Entwicklung im Leistungssport. «Dort gibt es meist einen Gewinner und unzählige Enttäuschte. Bei Menschen mit geistiger Beeinträchtigung sei hingegen nicht selten der vierte Platz der beliebteste. «Wieso? Weil die Medaille des Viertplatzierten aus Schokolade ist …»

«Sie sind kaum noch auf der Strasse, sind nicht mehr integriert, sondern unter sich in ihren geschützten Werkstätten.»

Xavier Blanc

Special Olympics

Fackel in der Region

Empfang in Murten, Lauf in Freiburg

Morgen wird die Fackel der Special Olympics in Bern entzündet – und noch gleichentags macht der Tross halt in Murten. «Wir sind von den Organisatoren angefragt worden und haben natürlich gerne zugesagt, denn für uns ist es eine Ehre», sagt die stellvertretende Stadtschreiberin der Stadt Murten, Sandra Frigo, die für den Empfang verantwortlich ist. «Es geht um Wertschätzung für Menschen mit geistiger Behinderung. Sie sollen nicht ausgeschlossen sein von der Gesellschaft.» Deshalb wird auch in Murten Durchmischung grossgeschrieben. Ab 17.15 Uhr können Personen zum Feuerwehrlokal in der Bernstrasse kommen, um die letzten Meter bis zum Empfang mitzulaufen. Sandra Frigo hofft auf eine möglichst hohe Resonanz. «Wir haben Läufer aus unserem Freundeskreis darauf aufmerksam gemacht und beispielsweise auch im Turnverein nachgefragt. Wir hoffen, dass wir möglichst viele Leute motivieren konnten.» Der Fackellauf durch die Altstadt beginnt um 17.30 Uhr und endet in der Französischen Kirche. Dort werden ab 18 Uhr der Stadtammann Christian Brechbühl sowie Jérôme Bérard und Xavier Blanc von Special Olympics Ansprachen halten.

Solidaritätslauf auf dem Python-Platz

Am Montagmorgen zieht der Tross – begleitet von Schülern der OS Murten – via Courgevaux, Courtepin, Lossy und Granges-Paccot weiter in Richtung Freiburg. Dort wird er unter anderem empfangen von Schülern der OS Belluard. Genau wie später am Nachmittag mit Schülern der Fachmittelschule, wird Xavier Blanc mit ihnen eine Konferenz abhalten. «On est tous différents, comme tout le monde.» Das sei die Botschaft, die er den jungen Leuten vermitteln wolle, sagt Blanc. Wir alle sind unterschiedlich – und dadurch letztlich alle gleich.

Der Konvoi aus Fackelträgern und Schülern wird anschliessend im Rathaus von Staatsrätin Anne-Claude Demierre und dem Freiburger Gemeinderat Pierre-Olivier Nobs empfangen, bevor sich alle zusammen in Richtung Python-Platz aufmachen. Dort wird von 12 bis 14 Uhr der «Special Olympics Run Freiburg» stattfinden. Geistig Behinderte, Betreuer, Schüler und alle, die mitmachen wollen, werden einen 690 Meter langen Solidaritätslauf absolvieren. Es besteht auch die Möglichkeit, den Lauf als Sponsorenlauf zu nutzen und so Geld für Special Olympics zu sammeln. «Bereits sind über 400 Personen eingeschrieben. Das wird ein grosser, bunter Spass», sagt Blanc. Einschreibungen sind bis zum Lauf am Montagmittag weiterhin möglich.

Am Dienstag zieht der Konvoi weiter in Richtung Payerne.

fm

Weitere Informationen und die Möglichkeit, sich für den Lauf einzuschreiben, unter: https://50anniversary.ch/fr/fribourg/

Special Olympics

Seit 50 Jahren da für Menschen mit geistiger Behinderung

Die Bewegung Special Olympics wurde 1968 von Eunice Shriver-Kennedy – der Schwester von John F. Kennedy – in den USA ins Leben gerufen. 50 Jahre später gehören ihr über 4,9 Millionen Sportler mit geistiger Behinderung aus 172 Ländern an. Sie ist vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannt und darf deshalb den Ausdruck Olympics verwenden. «Wir unterstützen Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung darin, sich über den Sport leistungsmässig zu entwickeln. Damit fördern wir das Selbstwertgefühl, die körperliche Fitness, die Selbstständigkeit und den Mut, Neues zu wagen», definiert Special Olympics Switzerland auf seiner Homepage seine Mission.

Der 50. Geburtstag der Dachorganisation wird auch in der Schweiz gefeiert – in erster Linie durch eine ausgedehnte Fackel-Tour durch die Westschweiz. Brennen wird die Fackel schliesslich vom 24. bis 27. Mai bei den National Games in Genf. Über 1800 Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Behinderung – die meisten davon aus der Schweiz – werden dort teilnehmen. Aus dem Kanton Freiburg werden rund 70 Personen mit dabei sein. Auf dem Programm stehen 13 Sportarten, von Boccia und Segeln über Judo und Reiten bis hin zu Tennis und Basketball.

Eine spezielle Beziehung besteht übrigens zwischen Special Olympics und der Polizei. Früh schon organisierten in den USA Polizisten Läufe, um Geld für die geistig Behinderten zu sammeln. Der Fackelumzug durch die Westschweiz wird denn auch in Zusammenarbeit mit der «International Police Association Schweiz» organisiert. «Die Polizisten sind wie grosse Brüder für Menschen mit geistiger Behinderung. Es sind diejenigen, die sie beschützen – und deshalb besteht eine besondere Beziehung», sagt Xavier Blanc von Special Olympics.

fm

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