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Zwei Afrikaner zeigen eigenwillige und spirituelle Kunstwerke

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Zwei Afrikaner zeigen eigenwillige und spirituelle Kunstwerke

Autor: Carole Schneuwly

Der eine ist 91-jährig und lebt in Ghana, der andere ist 87 und Ivorer. Gemeinsam ist den beiden Afrikanern, dass sie auch im hohen Alter noch als Künstler aktiv sind – und dass ihre Werke derzeit in einer Sonderausstellung der Collection de l’Art Brut in Lausanne zu sehen sind.

Der Ghanaer Ataa Oko begann erst im Alter von 83 Jahren zu zeichnen. Am Anfang war die Darstellung von Särgen, die er in seiner Vergangenheit als Schreiner hergestellt hatte und nun aus dem Gedächtnis zeichnete. Bei diesen Särgen hatte es sich um individuelle Anfertigungen gehandelt, etwa einen Sarg in Fischform für einen Fischer. Beim Zeichnen befreite sich Oko allmählich von solchen realitätsnahen Darstellungen und liess seiner Fantasie freien Lauf. So entstand eine Fülle farbenprächtiger Bildmotive, Tiere und Menschen, aber auch viele imaginäre Lebewesen, etwa Ungeheuer und spirituelle Wesen.

Zeichner und Dichter

Bis heute arbeitet Oko an einem behelfsmässigen Pult vor seinem Haus in Accra unbeirrt weiter; seit 2003 sind so an die 2500 Zeichnungen entstanden. In Lausanne sind über 160 Zeichnungen sowie zwei bemalte Holzsärge zu sehen.

Der zweite Teil der Ausstellung umfasst 180 Zeichnungen von Frédéric Bruly Bouabré, in denen er auf die ihm eigene Weise Schrift und Bild kombiniert. Das umfangreiche Werk des Zeichners, Dichters und Denkers aus Abidjan beruht auf einer Vision, die er vor über 60 Jahren in Dakar gehabt habe. Darauf aufbauend, entwickelte er ein Alphabet auf der Basis seiner Sprache, des Bété: 449 Piktogramme stellen Silben dar, mit deren Hilfe Bruly Bouabré Sprachen aus aller Welt darstellt.

Der Ivorer ist ein Universalist auf einer ständigen philosophischen und poetischen Suche. So katalogisiert er auch Hautritzungen und Zeichen, die er auf Bananenschalen, auf Kolanüssen oder in Wolkenformen findet. Auf diese Weise lässt sich für Bruly Bouabré die Welt erklären, und so hält er bis heute all die Zeichen akribisch fest, meist mit Kugelschreiber und Farbstiften auf kartonierten Blättern von der Grösse einer Postkarte.

Filmische Porträts

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Ataa Oko und Frédéric Bruly Bouabré arbeiten, bekommt dazu in der Ausstellung ebenfalls Gelegenheit: Die Collection de l’Art Brut hat über beide Künstler jeweils ein filmisches Porträt realisiert. Die Filme von 18 respektive 32 Minuten Länge sind vor Ort zu sehen.

Zudem ist aus Anlass der Ausstellung in Lausanne der erste monografische Katalog über Ataa Okos Schaffen erschienen.

Collection de l’Art Brut, Avenue des Bergières 11, Lausanne. Bis zum 22. August. Täglich 11 bis 18 Uhr. www.artbrut.ch.

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