Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Zwei Arten der Klärschlamm-Entsorgung

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Im Vorfeld der Abstimmung zum ARA-Projekt in Muntelier kursieren teils widersprüchliche Angaben und Zahlen. Davon betroffen ist auch die Verwertung des Klärschlamms (siehe Kasten). Die FN haben deshalb mit Albert Bachmann, Direktor der Verbrennungsanlage Saidef in Posieux, und Andreas Schluep, Geschäftsführer der Schlammtrocknung (ST) Biel-Seeland AG sowie der Ara Region Biel, über ihre Anlagen gesprochen.

Aus eigenen Mitteln finanziert

«Von den Kläranlagen in Muntelier und Kerzers erhalten wir jährlich gesamthaft 2000 Tonnen entwässerten Klärschlamm», sagt Albert Bachmann auf Anfrage. Die Saidef verbrenne den angelieferten Schlamm. Die Verbrennung geschehe ohne Zugabe eines Brennstoffs wie Heizöl oder Gas. Denn der Klärschlamm liefere genug Energie, dass der Ofen seine Temperatur von 850  Grad Celsius aufrechterhalte, sagt Bachmann. Die Asche bringe die Saidef in die bioaktive Deponie in Châtillon.

«Die bei der Verbrennung frei werdende Energie nutzt die Saidef für die Produktion von Strom und Wärme.» Beides werde verkauft, aber auch für die Verarbeitung des angelieferten Klärschlamms genutzt. «Für die Trocknung des Schlamms müssen wir deshalb weder Strom noch Brennstoff einkaufen», so Bachmann. Der Grossteil der von der Saidef verkauften Energie stamme aus der Müllverbrennung; der Anteil der Klärschlammverbrennung betrage zehn Prozent.

Das Unternehmen verrechnet den Kläranlagen 165 Franken pro angelieferte Tonne entwässerten Klärschlamms. Flüssigen Klärschlamm nimmt die Saidef nicht an, weshalb die ARA ihren Schlamm in einer anderen Anlage entwässern müssen.

Ab 2026 muss der Phosphor aus dem Abwasser, dem Klärschlamm oder der Asche zurückgewonnen werden. Das verlangt die 2016 in Kraft getretene neue Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen. Die Saidef werde die Rückgewinnung aus der Asche mit eigenen Mitteln finanzieren können. Der Annahmepreis für den Klärschlamm werde nicht steigen, erklärt Albert Bachmann. Er geht davon aus, dass die Rückgewinnung in seiner Anlage finanziell selbsttragend sein wird. Die Phosphorrückgewinnung sei bereits beim Bau der Schlammverbrennung vor etwas mehr als zehn Jahren ein Thema gewesen. Damals entschieden sich die Verantwortlichen gegen die Herstellung von Klärschlammgranulat. Durch die Verbrennung falle die Asche in der Saidef an. Der darin enthaltene Phosphor könne dann vor Ort oder in einer anderen Anlage zurückgewonnen werden. Über den Standort der Phosphorrückgewinnung sei noch nicht entschieden worden, sagt Bachmann.

Granulat verschenkt

Die Schlammtrocknung (ST) Biel-Seeland hingegen verbrennt nicht den Klärschlamm, sondern verarbeitet ihn zu einem Granulat. Gemäss Andreas Schluep nutzt die Zementindustrie das Granulat als Brennstoff. Da es CO2-neutral sei, könne die Industrie so ihre CO2-Bilanz verbessern.

Die ST Biel-Seeland gebe das Granulat derzeit gratis an die Zementindustrie ab. Das sei ein Überbleibsel aus der Zeit, als das Granulat als Abfall gesehen wurde. «Früher suchte man einen Weg, das Granulat loszuwerden. Die Zementindustrie bot ihre Hilfe an.» Mittlerweile sei allerdings ein Markt für Klärschlammgranulat entstanden. Nun führe die ST Biel Verhandlungen mit der Industrie, um ihr Granulat in Zukunft für 20 Franken pro Tonne zu verkaufen.

Pro Jahr produziere die Anlage in Biel rund 3600 Tonnen Granulat. Die Nachfrage sei gross, so Schluep. «Die Zement­indus­trie würde mehr entgegennehmen, wenn wir mehr liefern würden.»

Die ST Biel verrechnet pro Tonne angelieferten, entwässerten Klärschlamm 148 Franken. Im Gegensatz zur Saidef kann die Anlage in Biel auch flüssigen Klärschlamm aufnehmen und entwässern. Der Annahmepreis für flüssigen Schlamm beträgt heute 567 Franken pro Tonne. Schluep möchte in seiner Anlage lieber flüssigen Klärschlamm entgegennehmen und selbst entwässern. Dies mache eine homogene Verarbeitung des Klärschlamms einfacher.

Auch die ST Biel muss ab 2026 den Phosphor zurückgewinnen. Es gebe ein Verfahren, dank dem 90 Prozent des Phosphors aus dem Schlamm zurückgewonnen werden könnten, sagt Andreas ­Schluep. Es sei momentan noch in der Versuchsphase. Im Herbst solle eine Pilotanlage in der ARA Bern eingerichtet werden. Erst anschliessend werde entschieden, ob die ST Biel selbst eine Phosphorrückgewinnung einbauen oder eine Rückgewinnung bei einem anderen Klärschlammverarbeiter nutzen wird. «Dazu laufen noch Abklärungen», so ­Schluep. Die möglichen Investitionen für die ST Biel könnten sich bis 2024 auf zwei Millionen Franken belaufen. «Die Kosten sind jedoch noch sehr vage.»

Entsorgung

Klärschlamm wird in der Schweiz vor allem verbrannt

Laut dem Bundesamt für Umwelt wurden 2012 43  Prozent des Klärschlamms in einer Verbrennungsanlage entsorgt. Je 27 Prozent wurden in Kehrichtverbrennungen oder Zementwerken entsorgt. Drei Prozent des Schlamms wurden exportiert.

Die Kläranlage Muntelier transportiert ihren Schlamm per Lastwagen in die ARA Laupen zur Entwässerung und dann nach Posieux in die Verbrennungsanlage Saidef. Die neue ARA Muntelier, über deren Baukredit am 10.  Februar abgestimmt wird, wird eine Entwässerungsanlage erhalten. So entfallen die Transporte nach Laupen. Die Aktionsgruppen Sauberer Murtensee und Planung und Entwicklung Kerzers wollen das Abwasser in Biel reinigen.

jmw

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema