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Zwei Biologen erforschen Zentralafrika

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Raffael Hickisch (vorne) und Thierry Aebischer bei der Arbeit in Afrika. Bild zvg

«Unser Projekt hat funktioniert», sagt Thierry Aebischer. Er und sein österreichischer Kollege Raffael Hickisch sind dabei, die ersten Daten ihrer dreimonatigen Forschungsreise in die Zentralafrikanische Republik auszuwerten. «Wir haben über 43 000 Bilder geschossen und etwa 1800 georeferenzierte Datenpunkte gesammelt», sagt Aebischer. Zwei wichtige Ergebnisse können er und Hickisch bereits nennen: «Wir konnten die Existenz einer speziellen Mungoart nachweisen, die seit 20 Jahren nicht mehr gesichtet worden war.» Ein Mungo ist ein kleines Raubtier, ähnlich einem Marder. «Ausserdem haben wir Wildhunde beobachtet», sagt Aebischer nicht ohne Stolz. Ende Januar habe eine Gruppe von Spezialisten aufgrund des grossen Datenmangels offiziell festgestellt, dass es in dieser Region keine Wildhunde mehr gebe. Aebischer und Hickisch können diese Annahme widerlegen.

Mitte Februar reisten die beiden Forscher in die Zentralafrikanische Republik. Sie kannten sich von einem früheren Projekt in Costa Rica und hatten die Reise nach Afrika während eineinhalb Jahren intensiv geplant.

Hickisch und Aebischer verfolgten drei wissenschaftliche Ziele: Sie wollten ein Inventar von den mittleren und grossen Säugetieren der Region erstellen. Zudem wollten sie herausfinden, welches Habitat die Tiere bevorzugen. «Savanne und Regenwald sind in unserem Forschungsgebiet mosaikartig verschachtelt, was einen einzigartigen Lebensraum darstellt», erklärt Aebischer. Und schliesslich wollten die Biologen die Populationsgrösse möglichst vieler Arten feststellen. Um dies zu erreichen, benutzten Aebischer und Hickisch zwei verschiedene Methoden. Einerseits stellten sie sogenannte Kamerafallen auf. Das sind Kameras, die auf Bewegung und Wärmeunterschiede reagieren und automatisch Fotos schiessen. Andererseits legten sie im Voraus definierte Routen zurück und notierten dabei, welche Tiere sie wann und wo sichteten. «Wir haben über 480 Kilometer abmarschiert.»

Alles selbst organisiert

«Wir sind in einer speziellen Situation», sagt der 26-jährige Heitenrieder. Beide sind mit dem Abschluss ihres Masterstudiums beschäftigt, das Projekt in Afrika lief nebenher. Von der Universität und vom Naturhistorischen Museum Bern haben sie insofern Unterstützung erhalten, als Professoren bei der Erstellung offizieller Dokumente für ihr Projekt mitgeholfen haben. «Für die Organisation und die Finanzierung waren wir aber auf uns selbst gestellt.» Für das Projekt, das eine umfangreiche Ausrüstung nötig machte, hatten die beiden ein Budget von 50 000 Franken. Sie erhielten Unterstützung von der Basler Stiftung für zoologische Forschung und von Privaten. «Keine der angefragten Naturschutzorganisationen hat uns finanziell geholfen. Unsere Resultate könnten ihre Meinung jedoch ändern», sagt Aebischer.

Problematisches Gebiet

Ein Grund für die fehlende Unterstützung liegt darin, dass Forschung in der Zentralafrikanischen Republik nicht unproblematisch ist. «Der Staat ist schwach und es gibt viele politische Gruppierungen, die Probleme bereiten», sagt Aebischer. Er und Hickisch konnten dies mehr oder weniger umgehen, indem sie mit CAWA-Safari, einer europäischen Organisation für Jagdsafaris, zusammenarbeiteten, welche die Region sehr gut kennt. «Auf uns selbst gestellt, hätten wir das nie geschafft», hält Aebischer fest. Einige wenige Male seien sie in kritische Situationen geraten. Aufgrund der Erfahrung der Jagdsafari-Organisatoren hätten sie aber immer angemessen reagieren können. Die Zusammenarbeit habe auch grosse logistische Vorteile geboten. «Wir konnten von ihrer gesamten Infrastruktur profitieren», sagt Aebischer und meint damit Unterkunft, Fahrzeuge, Verpflegung, aber auch Arbeitskräfte und Wege. Aebischer betont, dass die Jäger ähnliche Ziele verfolgten wie die Forscher: «Sie wollen Informationen über die Tiere und deren Lebensraum erhalten. Natürlich jagen sie, aber sie wollen nicht überjagen.»

Weitere Reisen geplant

Nachdem die Datenaufnahme gut verlaufen ist, geht es für die beiden Forscher jetzt an die Datenauswertung. «Mein Ziel ist, daraus eine Doktorarbeit zu schreiben», sagt Aebischer. Auch sein Kollege wolle die Daten publizieren. Und eine nächste Reise ist geplant: Im Dezember fliegen Aebischer und Hickisch nochmals in die Zentralafrikanische Republik, um Kamerafallen einzusammeln, die sie dort gelassen haben. «Wir haben zudem einen Auftrag erhalten, uns speziell auf die Bongo-Antilope zu konzentrieren.» Also werden die beiden dafür weitere Kamerafallen aufstellen.

Programm

Mehrere Vorträge in der Region

Thierry Aebischer und Raffael Hickisch stellen ihr Projekt vor: Am Sonntag, 16. September, findet von 14.00 bis 15.30 Uhr auf Deutsch und von 16.00 bis 17.30 auf Französisch ein Vortrag mit Diskussion im Papiliorama in Kerzers statt. Am Freitag, 21. September, findet von 19.30 bis 20.30 Uhr ein Vortrag im Restaurant Weisses Kreuz in Schmitten statt. Und am Sonntag, 23. September, gibt es von 19 bis 20.30 Uhr einen Vortrag im Hotel Sternen in Heitenried.mir

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