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Zwei Filme dokumentieren Wandel

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«60 Jahre liegen weit von uns entfernt», sagte Charles Folly, Verantwortlicher des Projekts Tafersfilm 2012, an der gestrigen Medienkonferenz des Deutschfreiburger Heimatkundevereins. «Mit dem neuen Tafersfilm können wir die Entwicklung des Schweizer Mittellandes beispielhaft aufzeigen.»

Vor 60 Jahren hatten vier junge Taferser–Max Waeber, Adolf Aebischer, Hugo Baeriswyl und Peter Burri–das Leben in ihrem Dorf filmisch festgehalten. Sie legten den Schwerpunkt auf die Festlichkeiten übers Jahr und die landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Nun liegt eine Art Remake des Filmes vor: Wiederum haben fünf junge Taferser das Leben in ihrer Heimatgemeinde mit Filmaufnahmen dokumentiert. Zusammen mit dem ehemaligen Sekundarlehrer Heribert Bächler haben Simon Perler, Laurent Genilloud, Diego Meuwly, Dominique Genilloud und Louis Riedo während drei Jahren fast 24 Stunden Filmmaterial gesammelt und daraus einen einstündigen Film produziert. Die Idee dazu entstand 2002 beim 75-Jahr-Jubiläum des Heimatkundevereins, wo Filme von und über Deutschfreiburger gezeigt wurden.

Viele Stunden Arbeit

Der neue Film lehnt sich bewusst nicht an den alten an. «Wir haben der Crew den alten Tafersfilm nicht gezeigt», sagte Charles Folly. So konnte diese eigene Ideen entwickeln. He-ribert Bächler erklärte, dass das Team als Ausgangspunkt für den Film bei Primarschulkindern nachgefragt hatte, was sie von ihrer Gemeinde gerne einmal sehen würden. Ein Junge wünschte sich beispielsweise einen Helikopterflug über Tafers. Die Filmcrew nahm den Knaben kurzerhand auf einen Flug mit und filmte dabei das Dorf. «Es wäre aber zu aufwendig gewesen, den ganzen Film so zu machen», hält Bächler fest. Deshalb wurden die Inhalte im Team diskutiert. Die jungen Männer waren anschliessend für das Filmen zuständig, Heribert Bächler schnitt den Film zusammen und verfasste die Kommentare. «Es ist unmöglich, die Arbeitsstunden zu zählen», sagte Louis Riedo. «Und sie sind unbezahlbar», fügte Bächler an. Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt von der öffentlichen Hand, der Loterie Romande und privaten Sponsoren. Das Budget für die Produktion des Filmes mit 2500 Exemplaren betrug zirka 50 000 Franken.

Menschen im Vordergrund

Der Film ist in sechs Kapitel gegliedert, die Tafers in verschiedensten Facetten präsentieren, beispielsweise als subregionales Zentrum oder als lebendige Pfarrei. Zu sehen sind so Ausschnitte aus einem Jub-lalager, aus einer Gemeindeversammlung, vom Dorfturnier oder von einem Tag bei einem Landwirt. «Wir wollten die Leute in den Vordergrund stellen», betont Heribert Bächler. Der Film ist untermalt mit Kommentaren und mit Musik, die gefilmten Personen kommen aber auch selbst zu Wort. Dies stellt eine der markantesten technischen Veränderungen im Vergleich zum alten Film dar. Dieser hatte keine Tonspur, es gab ein spezielles Band mit Musik und Kommentaren, welches leider verloren ging. Erhalten sind die Texte in schriftlicher Form, so dass für das jetzige Projekt der alte Film neu vertont werden konnte.

Obwohl der alte Film ganz anders aufgebaut ist als der neue–er besteht aus 14 Sequenzen–zeigen sich der Wandel der Gesellschaft, aber auch der Technik und Geografie deutlich. Das rasante Wachstum, das Tafers und die Umgebung in diesen Jahren erfahren hat, wird auch aus den Luftaufnahmen ersichtlich. In beiden Filmen sind Landwirte beim Heuen zu sehen: 1949 sind die Hilfsmittel Pferd und Wagen, heute sind es grosse Traktoren. Im alten Film machen religiöse Feste den Grossteil der Festlichkeiten aus, sie prägen den gesamten Jahresablauf. Der neue Tafersfilm zeigt, dass gewisse religiöse Traditionen geblieben sind, dass der Alltag insgesamt aber nicht mehr so stark oder kaum mehr von der Religion geprägt ist, wie dies noch vor 60 Jahren der Fall war.

Präsentation am Märit

Die beiden Filme erscheinen nun als Band Nr. 76 der Beiträge zur Heimatkunde. Das Booklet der Doppel-DVD beschreibt die Entstehung der Filme und zeigt anhand von Kartenausschnitten und Statistiken die Entwicklung von Tafers, aber auch anderen Gemeinden im Bezirk auf. Eine öffentliche Präsentation findet am 8. September anlässlich des Tafersmärits im Keller des Oberamtes statt.

«Tafers 1949/2012–Zwei Ansichten aus zwei Zeiten». Beiträge zur Heimatkunde 2012, Band Nr. 76. www.heimatkundeverin.ch

Broschüre: Führer durch Freiburger Museen

N eben dem Tafersfilm 2012 (siehe Haupttext) konnte der Deutschfreiburger Heimatkundeverein gestern noch eine zweite Publikation präsentieren. In einer Broschüre stellt der Verein 23 Museen des Kantons und drei Museen der nahen Umgebung vor. Der Führer enthält neben einem kurzen Beschrieb zum jeweiligen Museum und Hinweisen zu besonderen Ausstellungen praktische Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen. «In Freiburg gibt es eine grosse Vielfalt an Museen», erklärte der Verantwortliche Alain Grandjean gestern. Ein entsprechender Führer fehle jedoch. Die neue Broschüre solle Lust wecken, neue Museen zu entdecken. mir

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