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Zwei Freiburger im Tessiner Tunnel

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Wenn heute der erste Durchstich am 15 Kilometer langen Monte-Ceneri-Basistunnel im Tessin vollzogen wird, werden zwei Freiburger an vorderster Front mit dabei sein: Adrian Fontana aus Courtaman und Jean-Pierre Hürzeler aus Wallenried. Seit acht respektive fünf Jahren arbeiten sie am Projekt, Fontana als Chefbauleiter vor Ort und Hürzeler als Baustellen-Geologe. Darum ist für sie dieser Durchstich ein Ereignis, das sie gebührend feiern werden: mit der Freiburger Fahne in der Hand. Der Ceneri-Basistunnel ist eines der drei grossen Projekte der neuen Eisenbahn-Alpentransversale.

Höhepunkt für Mineure

«So ein Durchstich ist für jeden Tunnelbauer ein Highlight», sagt Hürzeler, der für die Amberg Engineering im zürcherischen Regensdorf tätig ist, «und für mich, für den das Tunnelbauen ein Traumjob ist, erst recht.» Sie stünden vor einem beeindruckenden Ereignis, so Hürzeler: «Man weiss, wie viel Arbeit man zusammen reingesteckt hat, um dieses Ergebnis zu erreichen.»

Fontana weist darauf hin, dass der Durchschlag der erste nach acht Jahren Arbeit am Basistunnel im Tessin ist. «Das ist das Ergebnis intensiver Bemühungen», sagt er. Ein Tunneldurchschlag sei immer mit Emotionen verbunden: «Er bedeutet für einen Mineur immer, dass seine Arbeit zu Ende geht, dass er vor einem Wechsel steht.» Mit dieser Erkenntnis müssten all jene leben lernen, die unter Tage arbeiten.

Der Chef unter Tage

 Fontana ist quasi der Kapitän auf dem Schiff, verantwortlich dafür, dass alles rund läuft und dass der Vertrag mit einem Volumen von 1,2 Milliarden Franken eingehalten wird. «Vom ersten Anschlag an war ich am Ceneri mit dabei», sagt er. Er überwacht den Vortrieb, interpretiert die Analysen seines Kollegen Hürzeler und kommuniziert die Erkenntnisse und Diskussionen des Teams zuvorderst im Tunnel seinen Vorgesetzten. «Was ich im Tunnel sehe, muss ich nach oben durchsetzen», sagt Fontana, «jeder Entscheid hat finanzielle und zeitliche Konsequenzen.» Er müsse schauen, dass das ganze System in einem Gleichgewicht bleibe.

Geologe Hürzeler ist immer vorne dabei. Er ist dafür zuständig, dass das Vortriebsteam weiss, was es für Gesteinsschichten vor sich hat, wenn es die Sprengladungen in den Fels platziert. Er gibt den Ingenieuren die Grundlagen für ihre Entscheide, damit sie keine Überraschungen erleben. Allerdings: «Das Schönste am Tunnelbau ist ja gerade, dass man jeden Tag Überraschungen erlebt und Probleme lösen muss», sagt er. Mit Sondierbohrungen versucht man, diese zu reduzieren und mindestens für die nächsten maximal 60 Meter Prognosen aufzustellen. Der fragliche Fels im Tessin ist besonders spannend, da er in einer grossen Kollisionszone zwischen zwei Kontinenten liegt. Im Tessin stiessen zwei Platten vor 20 bis 30 Millionen Jahren zusammen. Das mache die Analyse und Voraussagen anspruchsvoll.

Kein einfacher Beruf

«Der Tunnelbau ist ein Virus, der einen nicht loslässt», so Hürzeler. Die beiden Freiburger leben in einer eigenen Welt–und das freiwillig. Der Beruf sei nicht jedem gegeben, er sei roh, körperlich anstrengend und entbehrungsreich, so Hürzeler. Dennoch mache er ihn gern. Komme hinzu: Ein Tunnelbauer lebe ein Nomadenleben. Fontana, der für Pini Swiss Engineers in Lugano arbeitet, hat seine Familie mitgenommen, als er in den Ceneri-Tunnel stieg, seine Kinder seien im Tessin geboren, sagt er. Früher, am Lötschberg, sei er noch gependelt.

Nun, da er mit seinem Mandat fertig sei, bereite er sich auf das nächste vor: Er wird ab April am Brenner-Basistunnel gebraucht und zieht weiter nach Innsbruck. Und da kann er dann nicht mehr pendeln. Wie er es in Zukunft halten wolle, wisse er nicht. Eines sei klar: Schweizer Tunnelbauer werden überall gebraucht.

Zahlen und Fakten

Bis zu vier Meter pro Tag

Im Ceneri-Eisenbahntunnel werden total 40 Kilometer Tunnel und Stollen ausgebrochen. Heute findet der Durchstich der Weströhre Richtung Süden statt. Die beiden Röhren sind rund 15,4 Kilometer lang. Der Tunnel verbindet die Magadino-Ebene mit dem Sottoceneri. Die ersten Arbeiten begannen 2006, für 2019 ist die Eröffnung geplant. Die Tagesleistung bewegt sich laut Angaben der Bauherrin Alp Transit Gotthard AG zwischen 0,5 bis 4 Meter. Im Schnitt sind 175 Personen auf der Baustelle tätig.fca

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