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Zwei Heilige finden zurück nach Freiburg

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Autor: Carole Schneuwly

Gut hundert spätgotische Skulpturen aus Freiburger Produktion befinden sich im Besitz des Museums für Kunst und Geschichte Freiburg. Diese bedeutende Sammlung hat nun Zuwachs bekommen: Im vergangenen Dezember hat das Museum zusammen mit der Gottfried-Keller-Stiftung zwei Holzskulpturen der Heiligen Michael und Georg erstanden, die um 1515 in der Freiburger Werkstatt des Bildhauers Hans Roditzer geschaffen wurden.

Originalfarben erhalten

Museumsdirektorin Verena Villiger sprach am Montag bei der Präsentation der Anschaffung vor den Medien von einem «Festtag», Staatsrätin Isabelle Chassot von einem «verspäteten Weihnachtsgeschenk». Nicht nur die plastische Qualität der beiden Skulpturen macht den Ankauf zu etwas Besonderem. Aussergewöhnlich ist ebenfalls, dass sie noch die originale spätmittelalterliche Polychromie aufweisen. Oft wurden solche Figuren im Laufe der Zeit neu gefasst oder bis aufs Holz abgelaugt. «Dass hier die ursprüngliche Farbgebung erhalten blieb, macht die Skulpturen besonders wertvoll», so Restaurator Alain Fretz.

Ein seltener Glücksfall ist auch die Tatsache, dass die beiden zusammengehörenden Skulpturen als Paar zum Kauf angeboten wurden. Kommen solche Skulpturen überhaupt in den Kunsthandel, dann in der Regel als Einzelstücke.

Der heilige Michael und der heilige Georg sind ab sofort in der Dauerausstellung des Museums zu sehen. Ihr ursprünglicher Standort ist nicht bekannt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit seien sie für das Kopfteil eines grossen Altarretabels geschaffen worden, sagte Konservator Stephan Gasser, der seit sechs Jahren an einem breit angelegten Forschungsprojekt zur Freiburger Plastik in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts arbeitet. Im Rahmen dieses Projektes ist das Museum überhaupt erst auf die beiden Skulpturen gestossen: Im Verlaufe der Arbeiten habe es viele Kontakte mit Fachleuten aus ganz Europa gegeben, so Gasser. Einer von ihnen war Michael Rief, Restaurator am Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen. Er vermutete als Erster einen Zusammenhang zwischen einer Madonna aus dem Atelier Roditzers im Aachener Museum und den Skulpturen von Michael und Georg, die sich zu diesem Zeitpunkt in Wiener Privatbesitz befanden.

Ohne Zweifel aus Freiburg

Die folgenden Abklärungen hätten zweifelsfrei ergeben, dass die beiden Heiligen dem Roditzer-Atelier zuzuordnen seien, so Stephan Gasser und Alain Fretz. Dafür sprechen technische Merkmale, zum Beispiel bei der Ausarbeitung der Haare, der Gesichter oder der Kleidung. Weitere Indizien sind Spuren des Einspannens im Atelier, die exakt jenen bei anderen Skulpturen entsprechen. Hans Roditzer ist von 1504 bis 1521 in Freiburger Quellen fassbar. Er war mit einer Freiburgerin verheiratet, besass ein Haus an der Hochzeitergasse und erlangte 1517 das Freiburger Bürgerrecht.

Die Skulpturen der Heiligen Michael und Georg sind ab sofort im zweiten Stock des Ratzéhofs ausgestellt, wo auch andere Arbeiten aus dem Atelier Roditzers zu sehen sind. Ab Oktober werden sie in einer Sonderausstellung zur Freiburger Skulptur um 1500 gezeigt (14. 10. 2011-19. 2. 2012).

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