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Zwei Jahre Haft für «häuslichen Tyrannen»

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Autor: Pascal Jäggi

Freiburg«Schweigen Sie!» rief Gerichtspräsident Jean-Marc Sallin sichtlich genervt dem Angeschuldigten zu. Dieser wollte seine Meinung während der Urteilsverkündung kundtun, nachdem ihm der erste Teil der Begründung übersetzt wurde. Er habe die Regeln des Gerichts zu respektieren, belehrte ihn Sallin. Wegen Körperverletzung, Drohung, Beschimpfung, Vernachlässigung Schutzbefohlener, Diebstahl, übler Nachrede und weiteren Delikten verurteilte das Strafgericht des Saanebezirks den 53-Jährigen gestern zu zwei Jahren unbedingter Haft (vgl. FN vom 15. Juli).

Der Substitut der Staatsanwaltschaft, Raphaël Bourquin, hatte dieselbe Strafe gefordert, allerdings zur Hälfte auf Bewährung ausgesetzt. Doch die Richter des Saanebezirks kannten aus diversen Gründen keine Gnade.

Zum zweiten Mal in Haft

Bereits 2001 war der Mann wegen mehrfacher Vergewaltigung in einer Beziehung zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. «Sie haben sich offensichtlich überhaupt nicht geändert, Sie denken nur an sich selbst», meinte Jean-Marc Sallin. Nach dem Tod seiner Frau vor sieben Jahren habe der türkische Staatsangehörige ein Terrorregime gegenüber seinen Kindern aufgezogen. «Ihr Verhalten den Kindern gegenüber ist schrecklich», so Sallin, «das Gericht ist nahe dran, sie als häuslichen Tyrannen zu bezeichnen». Gegenüber anderen, etwa seinen Ex-Freundinnen, habe er sich zumindest respektlos verhalten.

Das Auftreten des Angeschuldigten vor Gericht hat ihm auch nicht geholfen. «Sie zeigen keine Reue, keine Selbstkritik. Sie haben kein gutes Wort für Ihre Kinder übrig», sagte der Gerichtspräsident. Unter diesen Umständen sowie wegen der Vorstrafe und der Anzahl der Delikte sei eine Bewährungsfrist unmöglich, befand Jean-Marc Sallin.

Völlig uneinsichtig

Eingesehen hat der 53-Jährige nach dem Urteilsspruch offensichtlich nicht viel. Laut schimpfend zog er mit seinem Anwalt, der ihn vergeblich zu beruhigen versuchte, aus dem Gerichtsgebäude. Die Verschwörung gegen ihn, die der IV-Rentner vermutet, geht weiter. «Zwei Jahre Gefängnis, das macht mich fertig», reklamierte er beim Herausgehen.

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