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Zwei Kulturen, eine Freundschaft

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Wer diese Tage den Neubau des Kollegiums Gambach betritt, schnappt hie und da Wortfetzen in Englisch auf. Es sind die 20 Schüler aus Nowy Targ, die sich angeregt mit ihren Freiburger Kollegen unterhalten. Berührungsängste gibt es keine; es ist bereits das zweite Treffen, nachdem die Freiburger im April in Polen zu Besuch waren.

Doch es ist nicht nur die geografische Nähe, welche die Jugendlichen in den vergangenen Wochen zusammengeführt hat. Es ist auch die Erkenntnis, dass man nicht so verschieden ist wie vermutet. «Wir sind wie Zwillinge», sagt die Polin Karolina Hornik gar über sich und ihre Austauschpartnerin Victoria Malecki aus Freiburg.

Besuch bei Cailler

Seit Montag ist Karolina mit ihren Klassenkameraden auf Besuch in Freiburg. Die Stadt gefalle ihr gut, sagt sie: «Es ist so charmant hier.» Besonders der Trip nach Greyerz und der Besuch in der Cailler-Schokoladenfabrik hätten ihr gefallen. «Noch nie in meinem Leben habe ich so viel Schokolade gegessen», sagt die 17-Jährige. Danach lacht sie und fügt an: «Dass wir nachher noch in die Käserei gegangen sind, war vielleicht keine so gute Idee.»

Jedem Schüler wurde zu Beginn des Austauschs ein Partner zugewiesen. Dieser ist nicht nur Ansprechperson, sondern dessen Familie stellt auch die Unterkunft zur Verfügung. Im Fall von Karolina und Victoria trifft es sich gut, denn die Eltern der Freiburgerin stammen aus Polen.

Anders ging es Noah Fasel bei seinem Besuch in Nowy Targ. Seine Gastfamilie hat nur Polnisch gesprochen. Umso erstaunlicher sei für ihn der herzliche Empfang gewesen. «Ich habe mich als Teil der Familie gefühlt», sagt er.

Sprache anwenden

Seit 1991 organisiert das Kollegium Gambach alle zwei Jahre einen Austausch mit einer Schulklasse aus Nowy Targ. Marcel Engelmann ist Deutsch- und Englischlehrer und leitet das Projekt. «Es ist wichtig, die Schüler auch einmal nach draussen zu schicken», sagt er. Eine Sprache zu lernen sei das eine, sie anzuwenden das andere.

Um den Austausch finanzieren zu können, haben die Freiburger Schüler Geld gesammelt. Victoria Malecki etwa hat mit ihren Eltern zusammen ein polnisches Nachtessen organisiert. Ausserdem haben die Schüler am Murtenlauf mitgearbeitet und selbergebastelte Lose verkauft. Alles in ihrer Freizeit. «Das führte dazu, dass nur die Motivierten übrig geblieben sind», sagt Noah Fasel. Die Freiburger haben durch ihre Reise nach Nowy Targ auch eine Woche Unterricht verpasst. Nicht schlimm, findet Noah. «Die Eindrücke, die wir bei unserer Reise nach Polen gewonnen haben, machen das wieder wett», sagt er. Polen, das sei nicht nur ein anderes Land und eine andere Sprache; «es ist eine andere Kultur». Dem stimmt Karolina zu: «Die Schweizer sind nicht so offenherzig wie die Polen und reden weniger über ihre Gefühle.»

Kein Abschied für immer

Für heute steht ein Ausflug nach Lausanne an, morgen Freitag ist Bern an der Reihe. Am Samstag dann werden sich Karolina und ihre Kollegen von ihren Freiburger Freunden verabschieden müssen. Mit guten Wünschen, aber nicht für immer. Darüber sind sich alle einig.

Dieses Jahr sind unter anderem mit dabei: Karolina Hornik, Noah Fasel, Szymon Chlebek und Victoria Malecki (von links). Bild Aldo Ellena

«Die Schweizer sind nicht so offenherzig wie die Polen und reden weniger über ihre Gefühle.»

Karolina Hornik

Austauschschülerin aus Polen

Zahlen und Fakten

Fast die gleiche Einwohnerzahl

Nowy Targ, zu Deutsch Neumarkt, ist eine Stadt im Bezirk Kleinpolen. Sie zählt rund 34 000 Einwohner und ist damit etwa gleich gross wie Freiburg. Nowy Targ liegt im Herzen des polnischen Hochlands, 65 Kilometer von Krakau und 50 Kilometer von der slowakischen Grenze entfernt. Überregional bekannt ist Nowy Targ wegen seines Markts, wo Textilien, Möbel, Autos, Lebensmittel und gar Tiere verkauft werden.jmw

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