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Zwei missbräuchliche Entlassungen

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Anfang 2010 war das Personal von Radio Fribourg/ Freiburg verunsichert: Es war die Rede von wirtschaftlichen Problemen. Zudem wollte die Direktion die Strukturen umbauen – sie setzte statt auf das bisherige deutsch-französische Ko-Direktorium auf nur einen französischsprachigen Direktor. Das Personal wehrte sich – und ging im Februar mit einer Medienmitteilung an die Öffentlichkeit. Drei Tage später entliess Radio Freiburg zwei Mitarbeiter. Sie waren Mitglieder der Personalkommission gewesen, welche die Umstrukturierung begleitete. Die Journalisten reichten Klage ein (die FN berichteten).

Nun hat das Arbeitsgericht des Saanebezirks die Entlassungen als missbräuchlich taxiert. Radio Freiburg hatte während des Verfahrens immer betont, die beiden Männer seien entlassen worden, weil sie kein Vertrauen mehr in die Direktion gehabt hätten. Zudem hätten sie die «leugnerische Medienmitteilung» verfasst, welche dem Unternehmen geschadet habe.

Das Arbeitsgericht jedoch findet, der Vertrauensbruch sei nicht das Motiv der Entlassungen gewesen. Sonst hätten auch die beiden Frauen aus der vierköpfigen Personalkommission entlassen werden müssen. Zudem hatten 32 Angestellte eine Stellungnahme unterschrieben, in der von einem Vertrauensbruch mit der Direktion die Rede war. Das Gericht fragt sich in seinem 48 Seiten starken Urteil, warum die Direktion nicht alle diese Angestellten nach ihrer Einstellung befragt hatte.

Das Gericht sieht als Entlassungsgrund vielmehr die Möglichkeit, ein Exempel zu statuieren und Ruhe in das Unternehmen zu bringen. Und: «Wären sie nicht Personalvertreter gewesen, hätten sie ihre Arbeit nicht verloren.» Darum seien die Entlassungen missbräuchlich.

Doch auch die beiden Entlassenen trügen einen Teil der Verantwortung. Der Begriff «schweres Vergehen» sei unangebracht gewesen und habe mitschwingen lassen, dass die Direktion gegen das Gesetz verstossen habe.

Radio Freiburg muss nun dem einen Journalisten zwei Monatslöhne als Entschädigung bezahlen, dem anderen eineinhalb. Das Radio muss zudem vier Fünftel der Verfahrenskosten tragen, die beiden Journalisten den Rest.

Zufriedene Gewerkschaften

Die Gewerkschaften Syndicom und Impressum schreiben in einer Medienmitteilung, sie seien erfreut über das «sorgfältige und ausführliche Urteil». Zum einen sei es eine gewisse Genugtuung für die beiden Journalisten. Zum andern sei es aus grundsätzlicher Sicht von grosser Bedeutung für die Gewerkschaften: Arbeitnehmervertreter würden unternehmensintern allzu oft unter Druck gesetzt.

Gegen das Urteil kann innert dreissig Tagen Rekurs eingereicht werden.

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