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Zwei widersprüchliche Leben

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Mathilda, Deutschlehrerin an einem Mädchengymnasium, trifft unerwartet auf den Mann, der die Liebe ihres Lebens war und immer noch ist. Als Jungautor soll er an der Schule eine Schreibwerkstatt für die Schülerinnen leiten. Die Verwirrung über ein baldiges Zusammentreffen ist bei beiden gross, und sie beginnen zuerst zaghaft, dann bald intensiver, einen regen Gedankenaustausch per E-Mail mit unzähligen Varianten von Stellungnahmen zur gemeinsamen Vergangenheit und ihrer jetzigen Lebenssituation.

Zwischen diesem Mailwechsel greift die Autorin immer wieder überraschend mit eigenen Erläuterungen und Episoden aus dem Leben der beiden in den Mailwechsel ein, um ein möglichst objektives Bild der Geschehnisse zu vermitteln.

Zwei grundverschiedene Menschen

Dass die Protagonisten gegensätzliche Lebenseinstellungen hatten, als sie sich zum ersten Mal begegneten, ist offensichtlich. Mathilda ihrerseits meisterte ihr Leben nach dem Credo: «Ich vergeude mein Leben nicht, also bin ich!» Xaver hingegen, eitel und mit ausgeprägten narzisstischen Zügen, wollte ohne viel Einsatz hochgesteckte Ziele erreichen. Sie erreichte mit Leichtigkeit, was immer sie sich im Leben vorgenommen hatte. Er scheiterte dauernd an Hindernissen, mit denen er nicht gerechnet hatte. Zwei grundverschiedene Menschen prallten aufeinander, und es war eigentlich beiden klar, dass ihre Beziehung keinen Bestand haben konnte.

Mathilda jedoch wollte es nicht wahrhaben und war am Boden zerstört, als Xaver sich aus ihrem Leben schlich. Sie sieht die Schuld am Zerwürfnis bei ihm und denkt jahrelang an Rache. Dank dem aufrüttelnden Mailverkehr finden sie heute endlich die Nähe, die sie vor fünfzehn Jahren hätten aufbauen sollen, um ihrer Liebe eine Chance zu geben.

Genial konstruiert

Judith W. Taschler ist eine wahre Meisterin der Erzählkunst, die Realität und Traumwelten zweier Menschen zu einem fantastischen, mitreissenden und gleichzeitig anrührenden Roman vermischt. Die geniale Konstruktion der Geschichte besteht darin, wie Wahrheit und Fiktion zu einem spannenden, realitätsnahen Gebilde verwoben wird. Ganz nach dem Motto von Xaver lässt sie am Ende jedoch die Frage offen, was nun eigentlich die «richtige» Wahrheit ist: «Das wirkliche Leben des Einzelnen bedeutet eigentlich gar nichts, wichtig sind die Geschichten, die es schreibt und die davon zurückbleiben.»

Judith W. Taschler wurde 1970 in Linz geboren. Nach einem Studium der Germanistik und Geschichte arbeitete sie als Deutschlehrerin und ist heute freie Schriftstellerin. Sie verfasste Drehbücher und Romane. 2011 erschien bei Picus ihr erster Roman «Sommer wie Winter». Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Innsbruck.

Judith W. Taschler:«Die Deutschlehrerin», Wien 2013, Picus

Giovanna Riolo ist Leiterin der Deutschen Bibliothek Freiburg.

 

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