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Zweimal Gleichstand, einmal leichte Vorteile

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Autor: Fahrettin Calislar

Einfach war es für die Teilnehmer nicht, das Podium, das am Dienstagabend im NH Hotel in Freiburg zur Ständeratsersatzwahl stattfand. Es war der dritte von total vier gemeinsamen Auftritten der Kandidaten. Sie versuchten einen frischen Eindruck zu machen und dem Publikum einen gediegenen Politfight zu liefern, doch nur selten kam Spannung auf. Die Diskussion brandete von Thema zu Thema, von Alterspolitik über Landwirtschaft bis zum Service public.

Die beiden «Grossen», die Nationalräte Christian Levrat (SP) und Jacques Bourgeois (FDP), zeigten sich dabei dossiersicher, wie von Profipolitikern ja auch zu erwarten ist. Sie streuten Anekdoten aus ihrer parlamentarischen Arbeit ein, scherzten und wiesen auf Zusammenhänge mit anderen Themenbereichen hin. Auch die beiden Aussenseiter, Charly Pache und Francis Fasel, schienen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Zu jedem Thema konnten sie sich äussern, zogen ebenfalls Erfahrungen und Fachwissen bei und versuchten, ihre Haltung dazu zu skizzieren. Dabei zeigte sich Pache etwas sattelfester, da er aus dem ideologischen Fundus seiner – wenn auch noch jungen – Piratenpartei schöpfen konnte. Fasels politische Konzeption erschien etwas weniger fassbar. Dennoch: ein weitgehendes Unentschieden.

Beim Auftritt unterschieden sich die vier Kandidaten. Bourgeois war nach einem verhaltenen Start und vor einem etwas müde wirkenden Schlusswort engagiert, präzis und mitunter richtig witzig. Immer wieder ergriff er das Wort und landete viele Lacher und den einen oder anderen Punkt gegen seinen ärgsten Widersacher Levrat. Doch auch dieser schlug sich gut, war gewohnt jovial, geistreich und kämpferisch, ging auf die Fragen ein und gab sich staatsmännisch. Er parierte Bourgeois’ Angriffe und schoss zurück. Unentschieden. Die Partie zwischen Pache und Fasel gewann punkto Präsenz klar der Pirat. Pache trat souverän auf, bezog das Publikum regelmässig mit ein, sprach mit ihm, gab Empfehlungen ab und stellte Unstimmigkeiten klar. Demgegenüber erschien Fasel leise, etwas abgehoben und unverbindlich, konnte selten seine Argumente anbringen und löste bei Wortmeldungen mit fortschreitendem Abend ein immer lauteres missfälliges Raunen im Publikum aus.

Aufgrund des Podiums vom Dienstag ist es nicht möglich, eine Aussage über die Schlagfertigkeit der Kandidaten zu machen. Mit vier Teilnehmern und einem engen Zeitbudget kam keine wirkliche Diskussion zustande. Der verbale Schlagabtausch beschränkte sich auf einige wenige Gelegenheiten, meistens zwischen Bourgeois auf der einen und Levrat oder Pache auf der anderen Seite.

Fazit: Gleichstand zwischen den beiden «Goliaths», leichte Vorteile für «David» Pache. Insgesamt gingen die vier Kandidaten recht gesittet miteinander um. Zwar hielten sich die beiden Polit-Schwergewichte ab und zu ihr Abstimmungsverhalten vor, doch sie scheuten sich, einander auf die Füsse zu treten. Sie bemühten sich auch, ihre weniger bekannten Kontrahenten ernst zu nehmen. Vergessen war, dass zu Beginn des Wahlkampfes nur Diskussionen zwischen Levrat und Bourgeois vorgesehen waren.

Die Deutschfreiburger haben morgen Abend in Düdingen die Möglichkeit, sich ein Bild der vier Kandidaten zu machen, um den Politiker ihres Vertrauens zu wählen. Die Kandidaten kreuzen dann ein letztes Mal die Klingen – und dann durchwegs auf Deutsch.

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