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Zweite Gruppe macht gegen ARA-Projekt mobil

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«Auch wir kämpfen ab heute gegen die Kreditgenehmigung des ARA-Projekts in Muntelier.» Das sagte Fredi Schwab vom Verein «Aktionsgruppe Planung und Entwicklung Kerzers» gestern an einer Medienkonferenz in Kerzers. Der Verein zählt laut Schwab rund zehn Mitglieder und ist neben der Aktionsgruppe Sauberer Murtensee die zweite Gruppierung, die sich gegen das 63-Millionen-Projekt des Gemeindeverbands ARA Seeland Süd wehrt. Am Standort der bestehenden Kläranlage in Muntelier möchte der Verband eine modernisierte ARA für die Regionen Murten und Kerzers errichten.

22 oder 50 Rappen?

«Für uns sind die wirtschaftlichen Aspekte die zentrale Frage», sagte Schwab. Es sei viel günstiger, Leitungen für 35 Millionen Franken nach Biel zu bauen, um das Abwasser in der ARA Biel zu reinigen. Damit zieht der Verein am selben Strang wie die Aktionsgruppe Sauberer Murtensee, die dazu vor knapp einem Monat eine Medienkonferenz abhielt (die FN berichteten).

Die Betriebskosten pro Kubikmeter gereinigtem Abwasser würden sich in Biel laut Schwab auf 22 Rappen belaufen. Wie hoch eine allfällige Einkaufssumme an die bestehende Anlage in Biel sowie deren Aus- und Umbau auf den neusten technischen Stand ausfallen würden, konnte er an der Medienkonferenz nicht sagen. «Wir können nicht verhandeln, wir sind die Opposition», sagte Frank Steiner aus Kerzers dazu, der sich in der Aktionsgruppe Sauberer Murtensee engagiert und auch an der Medienkonferenz in Kerzers anwesend war. «Die wirtschaftlichen Aspekte, die für Biel sprechen, sind überwältigend, und die besseren Umweltaspekte kriegen wir gratis dazu», sagte Steiner.

 

 

Andreas Schluep, Geschäftsführer der ARA Region Biel AG, bestätigt die 22 Rappen Betriebskosten pro Kubikmeter gereinigtem Abwasser. In der Regel laufe eine Anfrage für einen Anschluss über eine Gemeinde, einen Verband oder über den Kanton. «Wir sind eine Aktiengesellschaft. Wenn sich nun weitere Gemeinden anschlies­sen wollen, werden sie entweder Aktionäre oder es wird ein Anschlussvertrag erarbeitet. Natürlich müsste bei den Kosten auch eine Vergrösserung der Anlage miteinbezogen werden», sagte Andreas Schluep den FN. Fakt sei, dass sich fast alle ARA in den nächsten Jahren erneuern müssten, auch die ARA Biel.

Für eine rund 30 Kilometer lange Leitung von Muntelier nach Biel geht das Berner Amt für Wasser und Abfall mit Kosten von mindestens 45 Millionen Franken aus, wie Amtsvorsteher Jacques Ganguin bereits nach der Medienkonferenz der Aktionsgruppe Sauberer Murtensee vor knapp einem Monat gegenüber den FN gesagt hatte.

«Eine viel bessere Lösung»

Fredi Schwab und Frank Steiner erhoben gestern massive Vorwürfe gegenüber den Ämtern beider Kantone. Zudem brachten sie vor, dass die geplante Anlage in Muntelier den eidgenössischen Gewässerschutz verletze. Auch kritisierte der Kerzerser Verein die Regionalstudie scharf, aus welcher der Standort Muntelier hervorgeht: «Die Unterlagen der Regionalstudie 2013 offenbaren die Verantwortung der Ämter am Projekt in Muntelier», sagte Schwab. Die Kantonalen Fachstellen hätten sich selber Vorgaben kreiert. «Sie setzten diese bei den Gemeinden durch.» Doch nun liege eine viel bessere Lösung vor. «Es geht ihnen um die Standorterhaltung», begründete Steiner auf Nachfrage das Vorgehen der Ämter. Zudem sei ARA Seeland Süd ein «Zwei-Klassen-Verband», sagte Schwab. Denn die Region Kerzers sei in finanzieller Hinsicht benachteiligt.

Für die Gemeindepräsidentin von Kerzers, Nicole Schwab, ist eine Stellungnahme zur Kritik am Projekt in Muntelier schwierig: «Wir wurden nicht eingeladen, und ich weiss nicht, was gesagt wurde.» Grundsätzlich sei für den Gemeinderat von Kerzers jedoch klar, «dass wir an dem Projekt in Muntelier festhalten und es unterstützen». Der Kanton Freiburg habe die Standortfrage gut abgeklärt, «und für den Kanton Bern ist Biel kein Thema». Das gehe aus den beiden Schreiben des Berner Regierungsrates sowie des Berner Amtes für Wasser und Abfall hervor, sagte Nicole Schwab. Darin werde eine Leitung nach Biel als «nicht realisierbar» bezeichnet.

Urnengang

Der Kampf um Stimmen ist eröffnet

Die Abstimmung zum Projektkredit für den geplanten Um- und Ausbau der Kläranlage in Muntelier ist auf den 10. Februar festgelegt. Der Verband ARA Seeland Süd führt dazu zwei Informationsveranstaltungen durch. Die erste findet morgen Mittwoch um 20 Uhr in der Seelandhalle Kerzers statt. Entlang der Burgunderstrasse in Murten ist derweil ein Plakat der Gegner zu sehen: Die Aktionsgruppe Sauberer Murtensee fordert die Bevölkerung dazu auf, am 10. Februar ein Nein in die Urne zu legen. Das Baugesuch vom Freitag für die Reklame stammt von der Murtner Familie Schelker. Ernst Schelker ist Mitglied der Aktionsgruppe Sauberer Murtensee.

emu

 

 

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