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Zwiebeln und 1500 «Bluemebüscheli»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Helene Soltermann

Wer sich am Montag nicht im Gedränge durch die Marktstände am Berner Zibelemärit schieben lassen will, muss bekanntlich früh aus dem Bett. Die Familie Jakob aus Ried muss noch früher aufstehen; für sie beginnt der Tag kurz nach Mitternacht. Um zwei Uhr morgens fährt Rolf Jakob mit rund 750 Kilogramm Zwiebeln im Camion ab, um seinen Stand in Bern aufzustellen.

Seit 42 Jahren geht Rolf Jakobs Mutter Margrit mit ihren Zwiebeln nach Bern. Im Zöpfeflechten ist die 78-Jährige ein Profi – das zeigt ein Augenschein auf Jakobs Hof. In der Garage stellt die Familie die letzten Zwiebelzöpfe fertig. «Früher haben wir Zwei-Meter-Zöpfe verkauft», erzählt Margrit Jakob. Die Kunden hätten diese in den Keller gehängt und so im Winter genügend Vorrat gehabt. Heute verlangen die Kunden nicht mehr Vorratszöpfe, sondern Exklusives. So reicht das Angebot Jakobs vom Herz über das Zwiebelrad bis zum Hufeisen.

Hufeisen gehen in die Arme

Die Zwiebeln um die Hufeisenform zu flechten, ist anspruchsvoll. Bei Jakobs ist dies darum Mutter Margrits Job. Flink bindet sie mit einer Schnur Zwiebel um Zwiebel um die Form. Den ganzen Tag könne sie nicht Hufeisen flechten. «Sonst spüre ich am Abend die Arme.» Ohne Margrit jedoch läuft nichts. «Sie zöpfelt am schönsten und schnellsten», sagt Sohn Rolf. «Dafür habe ich all meine Finger eingerissen», sagt Margrit und lacht. Kein Wunder, hat sie doch seit zwei Monaten jeden Tag Schnur und Zwiebeln in der Hand. Margrit Jakob nimmt es gelassen; damit die Haut nicht noch stärker einreisst, hat sie Pflaster um ihre Finger gewickelt.

Vor dem Flechten müssen die Zwiebeln geputzt und gerüstet werden. Dieses Arbeit übernimmt Margrits Bruder Ernst. Putzen sei eine «Gschpürisach», sagt Rolf Etter. Wichtig sei, dass an jeder Zwiebel ein etwa handbreiter Stiel bleibe, der beim Binden nicht breche. Nach dem Flechten verziert Margrits Tochter Marlies Zosso die Kränze, Zöpfe und Hufeisen mit Trockenblumen. Vor dem Zibelemärit sei er auf die Mithilfe seiner Familie angewiesen, sagt Rolf Etter. Der Landwirt betreibt einen Milchwirtschaftsbetrieb, den Zibelemärit macht er nebenbei.

Blumen gebüschelt

Obwohl es nur um diesen einen Montag im November geht – zu tun geben die Zwiebeln das ganze Jahr hindurch: Sie müssen gesetzt, gepflegt und geerntet werden. Auch die Blumen, mit denen die Kränze dekoriert werden, sind Handarbeit, erzählt Margrit Jakob nebenbei und öffnet eine Kiste voller Strohröschen-Sträusse. «Etwa 1500 Büscheli sind es schon, die ich im Sommer zusammengebunden habe.» Nicht nur zusammengebunden hat Margrit Jakob die Blumen, sondern auch gepflanzt und geerntet.

Die Arbeit geht unter die Haut: Pflaster helfen gegen wunde Finger.Bilder Charles Ellena

Ob Zopf, Hufeisen oder Herz, ein Sträusschen Trockenblumen gehört dazu.

Ursprung:Ein Dankeschön an die Freiburger?

Immer weniger Freiburger Zwiebelproduzenten gehen an den Berner Zibelemärit. «Wenn wir uns Stundenlöhne zahlen würden, kämen wir auf keinen grünen Zweig», sagt der Rieder Bauer Rolf Jakob. Anscheinend liegt jedoch der Ursprung des Berner Marktes im Kanton Freiburg. Eine Legende besagt, dass die Freiburger die Berner beim Löschen ihres Stadtbrandes im Jahre 1405 so kräftig unterstützt hatten, dass sie ab diesem Zeitpunkt zum Dank einmal jährlich im Herbst ihre Zwiebeln in Bern verkaufen konnten. hs

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