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Zwischen den Fronten

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Jörg Gasser über seinen humanitären Einsatz

Autor: Von KARIN AEBISCHER

Seit 1997 ist der 38-jährige Jörg Gasser als Delegierter im Nahen Osten tätig. In verschiedenen Funktionen und zuletzt als Stellvertretender Chefdelegierter im Irak. Vorher führten ihn seine Einsätze nach Pakistan/Afghanistan, in den Iran und an den Persischen Golf (Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, Jemen). Zurzeit arbeitet er als Sektorchef für den Nahen und Mittleren Osten an der IKRK-Zentrale in Genf. «Es war für mich immer klar, dass ich mit den Missionen auf dem Terrain aufhören werde, sobald meine Tochter eingeschult wird», erklärt Jörg Gasser, dessen sechsjährige Tochter in Bern den Kindergarten besucht. Zusammen mit seiner Frau ist er in diesem Jahr von Rechthalten nach Bern umgezogen.

Genfer Konventionen

In seinem letzten Einsatz im Irak war Gasser für den Gefangenenschutz und den Schutz der Zivilbevölkerung verantwortlich. «Wir überwachten, ob die Internierten wirklich so behandelt werden, wie es in den Genfer Konventionen festgehalten ist», so der 38-Jährige.Angst habe er in seinen zahlreichen Einsätzen in Kriegsgebieten selten empfunden. «Durch den regen Kontakt mit den Kriegsparteien sind wir meist gut akzeptiert. Dies gibt uns eine gewisse Sicherheit. Obwohl es Bombardierungen gab, wussten wir, dass wir kein Ziel sind», erläutert Gasser.

Gefährlicher seit dem 11. September 2001

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sei es jedoch nicht mehr so einfach, als neutrale Hilfskraft akzeptiert zu werden, und somit viel unsicherer auf dem Terrain. «Mit dem Aufkommen des sogenannten «Globalen Krieges gegen den Terror» entstanden enorm viele Gruppierungen und viel weniger die klassischen Zwei-Parteien-Kriege. Somit ist es für uns viel schwieriger, die nötigen Kontakte zu knüpfen und akzeptiert zu werden», betont Jörg Gasser.

Delegierte sind unbewaffnet

«Die Ablehnung gegenüber westlichen Organisationen ist seit dem 11. September stark zu spüren. Wir investieren sehr viel mehr Zeit und Überzeugungskraft, um mit den Parteien in Kontakt zu kommen», erklärt Gasser. Die Delegierten des IKRK sind unbewaffnet. Das Einzige, was sie schützt, ist ihr Emblem, das Kreuz. «Es gibt jedoch heute viele Gruppierungen ohne militärische Ausbildung, welche über die Bedeutung des Kreuzes gar nicht Bescheid wissen und es oftmals für ein religiöses Emblem halten.»Im Januar 2005 hatte das IKRK im Irak ihr letztes Opfer zu beklagen. «In solchen Momenten fragt man sich schon, wo die Grenzen unserer Engagements sind», hält Gasser fest.

Viele Kontakte knüpfen

An der Arbeit als Delegierter beim IKRK schätzt Gasser vor allem das breite Spektrum an Gesprächspartnern. «Von der einfachen Bevölkerung bis zu den obersten staatlichen Behörden lernt man alle kennen», sagt er. Sehr befriedigend sei es natürlich auch, die Wirkung der Soforthilfe auf dem Feld eins zu eins miterleben zu können. «Es gibt den Kriegsgefangenen eine gewisse Sicherheit, wenn man sie besucht.»Auf die Frage, ob er sich wieder beim IKRK bewerben würde, zögert Jörg Gasser. «Es kommt darauf an, was man für Lebensperspektiven hat. Es war ein sehr interessanter Lebensabschnitt. Für die Psychohygiene jedoch nicht allzu lange aushaltbar.»Vortrag über die Einsätze von Jörg Gasser beim IKRK: Freitag, 26. Oktober, um 20 Uhr im Restaurant «Zum Brennenden Herz» in Rechthalten.

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