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Zwischen Eisenwerk und romantischer Eisenbahn

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Miskolc«Kézicsòkolom» ist hier noch eine weit verbreitete Begrüssungsformel – auch wenn die Männer dies nur noch sagen und die Hand der Dame nicht wirklich küssen: Im Osten Ungarns ist die Zeit stehen geblieben. Und das macht den Charme einer Stadt wie Miskolc aus. Im 19. Jahrhundert war Miskolc die erste Industriestadt Ungarns, und sie ist noch heute stolz auf «die längste Hauptstrasse Europas»: Zwölf Kilometer lang ist sie und wird mit dem Tram bedient. Das Tram führt auch mitten durch die neu angelegte Fussgängerzone, in der sich die frisch sanierten Häuser von ihrer Zuckerseite zeigen. Bei den Sanierungsarbeiten dienten alte Fotos als Vorbild. In der Innenstadt, herausgeputzt und renoviert mit Millionen Euros von der Europäischen Union und Geldern vom Zentralstaat, ist auch der Fluss wieder sauber. Heute schwimmen Forellen darin, und auf der «Brücke der Liebenden» hängen Verliebte am Valentinstag Schlösser ans Brückengeländer. Die Schlüssel dazu werfen sie in den Fluss, die Schlösser erinnern das ganze Jahr über an die Liebe.

Abtransport im Weltkrieg

Miskolc hat einige Traumata hinter sich: Im Zweiten Weltkrieg wurden 9000 der 50 000 Einwohnerinnen und Einwohner in Konzentrationslager transportiert. Nach dem Krieg stieg die Einwohnerzahl schnell wieder an – diesmal auf 180 000: Miskolc wurde das Zentrum der Eisenindustrie und produzierte Stahl für den halben Ostblock. Mit der politischen Wende 1989 kam die ökonomische Krise über die Stadt. Die Arbeitslosigkeit nahm riesige Ausmasse an, die Menschen verliessen die Stadt. Unterdessen hat sich Miskolc wieder gefangen. Seit Mitte der 1990er-Jahre kommen Junge zurück in ihre Heimatstadt, um ihre Existenz aufzubauen. Dabei ist der Tourismus ein wichtiger Geschäftszweig.

Die Eisenhütten aber stehen nach wie vor wie ein schwarzes Denkmal vor den Toren der Stadt. Die Umgebung ist noch immer schwarz gefärbt von den Emissionen aus den 150 Schornsteinen des Eisenwerks. Hier wurden so viele Eisenbahnschienen produziert, dass ein Zug darauf eineinhalb Mal die Erde umrunden könnte. 22 000 Menschen arbeiteten in den 1970er- und 1980er-Jahren im Werk. Heute stehen 70 Prozent der Gebäude auf dem Werkgelände leer.

Unter Denkmalschutz

Was aus dem 200 Hektar grossen Gelände wird, ist ungewiss. Die Eisenhütten von Miskolc sind als erstes Industriewerk Ungarns unter Denkmalschutz gestellt worden. Die einen möchten aus dem Werk ein Kulturzentrum machen, anderen schwebt ein industrielles Museum zur Geschichte der Eisengewinnung vor, Dritte denken an einen thematischen Erlebnispark. Allen Projekten gemein ist das Finanzierungsproblem.

Rund ums Eisenhüttenwerk entstand im letzten Jahrhundert eine Arbeitersiedlung mit 1700 kleinen Häusern, mit Spital, eigener Schule und Kirche. Ein Teil der Häuser wurde niedergerissen. Die übrigen Gebäude sind in einem schlechten Zustand; die Bewohner – meist fürsorgeabhängige Roma – haben kein Geld, um sie wieder instand zu stellen. Im Gegenteil: In harten Wintern benutzen sie das Holz des Parkettbodens fürs Heizen.

Gerade einmal 234 Meter über den Meeresspiegel ragt der Avas-Hügel, der das Stadtbild prägt. Trotzdem heisst er im Volksmund nur «der Berg». Vor hundert Jahren wurden auf dem Avas-Berg über 800 Weinkeller gezählt. Dadurch ist ein riesiges Höhlensystem entstanden, das heute Touristinnen und Touristen anlockt. Und die «Lillafüreder Staatliche Waldeisenbahn» führt seit 1929 durch zwei Tunnel und über ein Viadukt und verbindet Miskolc mit dem Naherholungsgebiet – samt Höhlenbad mit Thermalwasser. njb

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