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Zwischen Hoffnung und Ernüchterung

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Jean-Pierre Gauch, wenn heute die 1. Liga ihren Spielbetrieb aufnimmt, sind Sie seit genau einem halben Jahr Präsident des FC Freiburg. Wie haben Sie die letzten sechs Monate erlebt?

Es waren sehr intensive Monate. Es ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht etwas für den FC Freiburg gearbeitet habe. Ich brauchte einige Zeit, um mich einzuarbeiten und zu merken, wie alles läuft. Es war aber auch eine schöne Zeit. Dass wir mit unserer Mannschaft an den Aufstiegsspielen zur 1. Liga Promotion teilnehmen konnten, war eine schöne Überraschung.

 

 Als Sie das Präsidentenamt übernommen haben, stand der Verein ohne Vorstand da. Wie sieht es heute aus?

Nach dem Rücktritt von Christophe Fragnière als Präsident war ich das einzige Vorstandsmitglied. Eine besonders angenehme Situation war das nicht. Meine erste Herausforderung als Präsident bestand darin, Leute zu finden, die sich im Vorstand des FC Freiburg engagieren. Inzwischen sind wir zu fünft, möchten den Vorstand in nächster Zeit aber noch ausbauen.

 

 Wie schwierig war dieses Unterfangen?

Es ist ein Phänomen der heutigen Zeit, dass sich immer weniger Leute in den Vereinen engagieren. Wenn der Zeitaufwand hoch und die Arbeit unentgeltlich ist, so wie beim FC Freiburg, wird es erst recht schwierig, motivierte Leute zu finden. Für das Funktionieren des Komitees war es zudem wichtig, dass alle am gleichen Strick ziehen und dieselben Visionen teilen.

 

 Ihre Vision–so sagten Sie vor sechs Monaten bei Ihrer ersten Pressekonferenz als FCF-Präsident–ist es, den FC Freiburg zu altem Glanz zu verhelfen. Erfolg ist stark von den finanziellen Möglichkeiten abhängig, weshalb die Suche nach Sponsoren Priorität hatte. Haben Sie die erhofften Geldgeber gefunden?

Ich war guten Mutes, dass es uns gelingen würde, neue Sponsoren an Land zu ziehen. Die heutige Situation ist jedoch ernüchternd. Ein paar neue Sponsoren haben wir gefunden, es sind aber auch einige abgesprungen. Zwar unterstützt uns der Grossteil auch weiterhin, einige allerdings nur in reduziertem Rahmen. Was uns fehlt, ist ein grosser Geldgeber. Diese investieren aber lieber in NLA-Vereine wie Gottéron oder Olympic als in einen 1.-Liga-Verein wie den FC Freiburg. So müssen wir uns weiterhin jeden Franken zusammensuchen und mit der Organisation von Turnieren und Freundschaftsspielen, mit Tombolaverkauf und Sponsorenessen unsere Finanzen generieren.

 

 Wie sieht denn das Budget für die Saison 2014/15 aus?

Das Budget der letzten Saison belief sich auf 480 000 Franken. Den Betrag, den wir unserer Generalversammlung Mitte September für die Saison 2014/15 präsentieren werden, liegt leider noch tiefer.

 

 Wie viel tiefer?

Tiefer.

 

 Ihr Vorhaben, mit dem FC Freiburg innerhalb von fünf Jahren in die Challenge League aufzusteigen, dürfte angesichts dieser Umstände kaum realisierbar sein …

Wir dürfen uns keine Illusionen machen. In der Challenge League jonglieren die Vereine mit Budgets von über drei Millionen Franken. Solange niemand auftaucht und uns viel Geld auf den Tisch legt, bleibt die Challenge League für uns Wunschdenken. Gleiches gilt indes auch für die anderen Freiburger 1.-Liga-Fussballvereine. Nur wenn alle zusammenarbeiten, ist es möglich, den Freiburger Fussball wieder dahin zu bringen, wo er einmal war. Der Kanton Freiburg hat schweizweit am meisten Fussballlizenzierte pro Anzahl Einwohner. Er hat definitiv etwas Besseres verdient als die 1. Liga Classic.

 

 Sie wollten diesbezüglich Gespräche mit den anderen 1.-Liga-Clubs aufnehmen …

Es hat inzwischen Kontakte mit dem FC Bulle und dem SC Düdingen gegeben, zusammen mit Vertretern der Wirtschaft und des Fussballverbandes.

 

 Wie sind die Gespräche verlaufen?

Die Gespräche waren sehr fruchtbar. Wir werden uns weiter zusammensetzen, um zu diskutieren, wie unsere Zusammenarbeit aussehen könnte. Viele Faktoren spielen da mit hinein, vieles muss geklärt und geregelt werden. Die Finanzierung, das heisst die Aufteilung der Kosten, stellt zweifellos die grösste Herausforderung dar. Aber es läuft gut.

 

 Gespräche über eine Zusammenarbeit hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Etwas Konkretes hat sich allerdings nie daraus entwickelt. Was macht Sie zuversichtlich, dass es diesmal anders wird?

Alle Parteien sind sich einig, dass man im Interesse des Freiburger Fussballs die besten Kräfte des Kantons an einem Ort bündeln sollte. Die Grundhaltung ist bei allen sehr positiv. Die Gespräche sind bereits so weit fortgeschritten wie noch nie zuvor. Ich spüre auf allen Seiten die Bereitschaft, diesen Weg gemeinsam zu beschreiten, auch wenn er lang und steinig ist.

 

 Wie lange wird es dauern, diesen Weg zurückzulegen?

Es dauert sicherlich keine zwanzig Jahre.

 

 Sondern?

Wir haben uns kein Zeitfenster gesetzt. Aber es liegt sicherlich näher bei fünf als bei zwanzig Jahren. Viel hängt davon ab, ob wir einen Investor finden. Diesbezüglich bin ich zuversichtlich: Wenn wir alle zusammenarbeiten und der Wille erkennbar ist, gemeinsam etwas Grosses auf die Beine zu stellen, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein grosser Sponsor einsteigt.

 

 Sie haben bei Ihrem Amtsantritt die Notwendigkeit betont, wieder in die Nachwuchsbewegung zu investieren. Unter Ihrem Vorgänger wurden sämtliche Juniorenmannschaften aufgelöst. Wie steht es heute um die Nachwuchsbewegung des FC Freiburg?

Wir brauchen ein Reservoir an jungen Spielern, die sich mit Freiburg identifizieren und später hier spielen wollen. Was passiert, wenn man zu viele auswärtige Spieler im Team hat, hat man Ende Saison 2012/13 gesehen. Nach dem Abstieg aus der 1. Liga Promotion haben diese dem Verein den Rücken gekehrt und man musste eine komplett neue Mannschaft aufbauen. Daraus haben wir unsere Lehren gezogen. Für diese Saison ist es uns gelungen, die Strukturen für vier E- und F-Mannschaften zu schaffen.

 

 Und wie sieht es bezüglich Zusammenarbeit mit den anderen Fussballvereinen der Stadt Freiburg aus?

Wir sind dabei, die Juniorenbewegung der Stadt Freiburg zu revolutionieren. Ab 2015 gibt es keine Juniorenteams des FC Central, des Teams Guintzet oder des FC Freiburg mehr. Künftig arbeiten alle Stadtvereine in der Nachwuchsförderung zusammen und treten als Team Stadt Freiburg an. Der genaue Name ist noch nicht definiert und wir suchen noch jemanden, der das alles koordiniert. Aber das wird eine tolle Sache.

«Wir sind dabei, die Juniorenbewegung der Stadt Freiburg zu revolutionieren.»

«Solange uns niemand viel Geld auf den Tisch legt, bleibt die Challenge League Wunschdenken.»

«Die Gespräche mit dem SC Düdingen und dem FC Bulle waren sehr fruchtbar. Es läuft gut.»

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