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Zwischen Stolz, Freude und Selbstkritik

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Daran, dass der Cupfinal vom Samstag für den TS Volley Düdingen als Event und Klubfest ein Erfolg war, besteht kein Zweifel. Eine der beiden Tribünen im ausverkauften St. Leonhard, das mit 2750 Zuschauern aus allen Nähten platzte, war zu zwei Dritteln in Schwarz-Weiss. Mit Ballons und T-Shirts in den Kantonsfarben ausgestattet, waren es in erster Linie diese Düdingen-Fans, die während des Frauenfinals für eine Stimmung sorgten, wie es sie an einem Spiel der NLA-Basketballer von Freiburg Olympic, denen das Stadion normalerweise als Heimstätte dient, noch nie gegeben hat.

Das Geschehen auf dem Feld hatte auf Düdingens Cupfest insgesamt wenig Einfluss. Die Spielerinnen wurden bei der Präsentation genauso frenetisch bejubelt wie bei der Ehrenrunde nach dem Spiel. «Es war ein Riesenerlebnis–mega cool», sagte die 20-jährige Aussenangreiferin Anna Niederhauser nach dem Spiel. «Ich habe noch nie in meinem Leben auch nur annähernd vor so vielen Zuschauern gespielt.» Nicht nur die jungen Spielerinnen gerieten ins Schwärmen. «Das Publikum», antwortete Captaine Kristel Marbach, ohne zu zögern auf die Frage, was ihr trotz der Niederlage positiv in Erinnerung bleiben werde. «Selbst als wir mit zehn Punkten zurücklagen, feierten unsere Fans jeden Punkt lautstark», so die Passeuse, die nach dem Spiel als beste Schweizer NLA-Spielerin der Saison ausgezeichnet wurde. «Aber vor diesem Publikum zu spielen hat mir noch mehr bedeutet als die Auszeichnung.»

 Trainer Nicki Neubauer sprach nach der Partie davon, dass Düdingen «das Volleyball in der Region Freiburg gut verkauft» habe. «Das Team kann stolz sein auf das Erreichen des Finals.»

Körperliche Unterschiede

Diesen Final habe man sich in den Spielen zuvor verdient, so Neubauer. Während ihn die Tatsache, dass Düdingen Teil des grössten Volleyball-Events der Schweiz war, mit Stolz erfüllte, war er mit der Leistung vom Samstag nicht zufrieden. «Uns hat der Mut gefehlt. So haben wir Volero nie in Bedrängnis gebracht–was wir uns eigentlich vorgenommen hatten. In der Defensive konnten wir weder am Block noch sonst besonders viele Bälle ausgraben. Und im Angriff haben uns wegen dem fehlenden Mut ohnehin die Lösungen gefehlt.»

 Tatsächlich kam nie Spannung auf; zu überlegen waren die Dominatorinnen von Volero Zürich. «Grösse und Athletik sind beeindruckend», sagte Anna Niederhauser. «Ich hatte zuvor noch nie einen so grossen Block vor mir.» Mit 187 Zentimetern waren die sechs Spielerinnen in Voleros Startaufstellung im Schnitt sieben Zentimeter grösser als diejenigen von Düdingen. Dass Olesia Rychljuk und Dobriana Rabadzhieva Smash um Smash versenkten, überraschte so nicht. Sie messen 196 beziehungsweise 194 Zentimeter, Düdingens längste Spielerin ist bloss 185 Zentimeter gross.

«Haben uns mehr erhofft»

Kaum hatte das Spiel begonnen, nahm Neubauer bereits sein erstes Timeout, weil Zürich 5:1 vorne lag. Am klaren Verdikt im Startsatz (25:13) änderte das nichts. Einzig im zweiten Satz, als Volero beim Stand von 20:11 in ein Konzentrationsloch fiel, konnte Düdingen den Gegner ein bisschen ärgern. Mit einer Serviceserie von Andrea Lakovic, der besten Akteurin in Reihen des Verlierers, kam Düdingen bis auf 18:20 heran. Als Volero einen Gang hochschaltete, hiess es kurz darauf 25:19. Im Schlusssatz leistete sich der Favorit dann keine mentalen Löcher mehr. Die Folge war ein diskussionsloses 25:12. «Wir haben uns mehr erhofft», sagten Niederhauser und Marbach, selbst im Wortlaut übereinstimmend. «Aber es ist halt Volero», fügte Marbach an. «Die Kräfteverhältnisse wurden gewahrt. Volero war in seinen Aktionen viel präziser. Letztlich ist es nicht verwunderlich. Sie spielten in der Champions League in den letzten Wochen gegen die besten Mannschaften der Welt.» Da sei es klar, dass der Rhythmus höher sei als bei Düdingen. «Aber ich hätte mir erhofft, dass wir mit unseren Services mehr Druck ausüben können, um Voleros Spiel dadurch ein bisschen langsamer machen zu können», so Marbach. Das gelang nicht.

«Volero hat wenig zugelassen und das Spiel sehr ernst genommen», analysierte Nicki Neubauer. «Und bei uns war einigen Spielerinnen klar anzumerken, dass sie Mühe hatten mit der Konstellation. Es ist nicht leicht, wenn du wochenlang auf ein Spiel hinfieberst. Einige Spielerinnen konnten die Nervosität nicht kaschieren.»

So lag das Sportwunder nie in der Luft–und Volero holte sich mit dem 109. Sieg in Folge gegen ein Schweizer Team nach nur 65 Minuten Spielzeit den sechsten Cupsieg in Folge. «Irgendwann wird es auch einem Schweizer Team wieder gelingen, Volero zu schlagen», so Neubauer, «auch wenn ich noch nicht genau weiss wie.»

 

Telegramm

Düdingen – Volero 0:3(13:25, 19:25, 12:25)

St. Leonhard, Freiburg.–2750 Zuschauer (ausverkauft).–SR Grieder/Grellier.–Spieldauer: 65 (21, 25, 19) Minuten.

TS Volley Düdingen:Marbach (Passeuse), Lakovic (8 Punkte), Atherstone (5), Grässli (2), Elliott (3), Mayfield (4), Hahn (Libero); Lejczyk (3), Trösch, Niederhauser (2), Vanis (1), Rottaris.

Volero Zürich:Thompson (Passeuse), Unternährer (11), Ninkovic (6), Rabadzhieva (16), Rychljuk (13), Kuprijanowa (9), Popovic (Libera); Grbac, Hartong (2), Granvorka (1), Njuchalowa (1).

Bemerkungen:Volero Zürich ohne Antonijevic (rekonvaleszent) sowie Mammadowa (nicht eingesetzt).

Planung: Die Verträge der Ausländerinnen laufen aus

S eit der Finalniederlage vom Samstag ist für Düdingen die Saison beendet. Damit stellt sich auch bereits die Frage, wie es in der kommenden Saison weitergeht. Im Schweizer Volleyball werden selten Spielerverträge abgeschlossen, die länger als ein Jahr gültig sind – auch in Düdingen. So laufen beispielsweise die Verträge der fünf Ausländerinnen allesamt aus. «Es gab erste Gespräche. Aber der Cupfinal stand zuletzt im Zentrum», sagt Trainer Neubauer. «Nun gönnen wir uns erst einmal zwei Wochen Pause, dann schauen wir weiter.»

Der Klub habe bereits gewisse Ideen, sagt Präsident Christian Marbach. «Es gibt die eine oder andere Ausländerin, die wir gerne behalten würden.» Er dürfte dabei in erster Linie an Topskorerin Kylie Atherstone und Andrea Lakovic denken. «In Sachen Schweizer Spielerinnen dürfte das Kader mehr oder weniger gleich bleiben.»

Einzig die jungen Anna Niederhauser und Mona Rottaris werden voraussichtlich wegen eines Austauschjahres in den USA nicht mehr dabei sein. «Das gibt Platz für ander e Junge», hält Christian Marbach fest. fm

St. Leonhard, Freiburg.–2750 Zuschauer (ausverkauft).–SR Wolf/ Schürmann.–Spieldauer: 131 Minuten.

Schönenwerd:Giger (Passeur/7 Punkte), Hofstede (6), Schnider (23), Eichenberger (11), Korzenevics (9), Richards (17), Heimgartner (Libero); Gerber (2), Dervisaj, Lier, Hänggi.

Lausanne UC:Julien Carrel (Passeur/2), Vadeleux (3), Altanov (7), Majdak (31), Djokic (12), Guzman (9), Daniel (Libero); Zeller (4), Ptaschinski (1), Chandon.

Männer: Lausanne gewinnt einen hochdramatischen Final

N ach dem klaren Verdikt im Frauenfinal erhielten die Zuschauer im St. Leonhard einen dramatischen Männerfinal vorgesetzt. Lausanne und Cupfinal-Debütant Schönenwerd lieferten sich eine enge Partie, in der sich letztlich der Favorit knapp durchsetzte.

Während Lausanne ausgelassen seinen fünften Cupsieg bejubelte, war die Enttäuschung auf Schönenwerder Seite gross. Denn die Solothurner hatten bereits wie die sicheren Sieger ausgesehen. 2:1 nach Sätzen und 17:10 im vierten Durchgang führte das Team von Trainer Bujar Dervisaj. Doch mit dem ersten Titel der Vereinsgeschichte vor Augen begann plötzlich das grosse Zittern – insgesamt vergab Schönenwerd drei Matchbälle. Si

Schönenwerd – Lausanne UC 2:3 (25:18, 23:25, 25:22, 26:28, 11:15)

St. Leonhard, Freiburg. – 2750 Zuschauer (ausverkauft). – SR Wolf/ Schürmann. – Spieldauer: 131 Minuten.

Schönenwerd: Giger (Passeur/7 Punkte), Hofstede (6), Schnider (23), Eichenberger (11), Korzenevics (9), Richards (17), Heimgartner (Libero); Gerber (2), Dervisaj, Lier, Hänggi.

Lausanne UC: Julien Carrel (Passeur/2), Vadeleux (3), Altanov (7), Majdak (31), Djokic (12), Guzman (9), Daniel (Libero); Zeller (4), Ptaschinski (1), Chan don.

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