31.10.2017

Die Folgeprobleme frühzeitig angehen und auch lösen

«Einsprachenflut gegen das Projekt Prehlstrasse» – FN vom 24. Oktober

Der Presse entnehmen wir, dass in der Schweiz rund 65 000 Wohnungen leer stehen und nächstes Jahr weitere 50 000 Wohneinheiten gebaut werden sollen. Vor allem in der Region Seeland sind die Leerstände sehr hoch. Nichtsdestotrotz sollen in Murten an verschiedenen Orten Wohnungen gebaut werden. So soll auf der historisch wertvollen Parzelle an der Prehlstrasse, mit Blick auf die Altstadt, die Überbauung «Fleur de Morat» erstellt werden. 99 Wohnungen in vier- bis fünfgeschossigen Wohnblöcken sollen da die Sicht auf die Altstadt verunstalten. Mag ja sein, dass rechtlich alles in Ordnung ist, doch aufgrund der Vorkommnisse der letzten Jahre darf man dem Bürger gewisse Zweifel nicht verargen. Selbst wenn alles mit rechten Dingen zugegangen ist, wären wohl mit einer offeneren Informationspolitik die Einsprachen nicht so zahlreich und die Verunsicherung und der Unmut der Bürger weniger gross. Der Steuerzahler würde es schätzen, wenn im Informationsblatt der Gemeinde Murten vermehrt aktuelle Probleme, wie diese Grossüberbauung, Bauvorhaben Migros, Bauvorhaben Coop, Fall Buess und so weiter thematisiert würden, um Gerüchten und Einsprachen frühzeitig die Spitze zu brechen.

Das Erstellen einer Grossüberbauung ist das eine, die dadurch entstehenden Probleme und Auswirkungen sind das andere. Der Verkehr wird zunehmen (Probleme an der Meyland- und Prehlstrasse sind programmiert), die Parkplätze werden knapp (ein Parkhaus ist ja nicht nötig), mehr Schüler brauchen mehr Schulraum und mehr Lehrer, die Anforderungen an den öffentlichen Verkehr steigen: Das sind die Folgen, und sie müssen frühzeitig angegangen und nicht nur traktandiert, sondern gelöst werden. Das Parkplatzprojekt und das Verkehrskonzept sind wohl kein Ruhmesblatt für die so «fortschrittliche» Stadt Murten. Es gibt noch viel zu tun, dass aus dem Projekt «Fleur de Morat» nicht das Projekt «Peur de Morat» wird.

«Mit einer offeneren Informationspolitik wäre der Unmut der Bürger weniger gross.»