Archiv 17.02.2000

Arbeitslose besser qualifizieren

Beschäftigungsprogramme sollen die Vermittlungsfähigkeit von Arbeitslosen steigern. Aus ihnen sind deshalb in diesem Jahr Qualifizierungsprogramme geworden, um die Chancen von Arbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

Beschäftigungsprogramme werden zu Qualifizierungsprogrammen

In der Hochkonjunktur der 80erJahre gab es relativ wenig Arbeitslose. Dies hat sich bekanntlich in den 90erJahren geändert. In dieser harten Zeit kam 1995 das revidierte Arbeitsgesetz auf den Plan. Die Kantone bekamen den Auftrag, Arbeitslose zu vermitteln und konkrete Arbeitsmarkt-Massnahmen zu treffen. Es kam zur Geburt einer kantonalen Koordinationsstelle für den Arbeitsmarkt sowie der Regionalen Arbeitsvermittlungsstellen (RAV). Nach einigen Problemen wurde 1998 das Amt für den Arbeitsmarkt als kantonale Dienststelle geschaffen. Bereits seit 1995 bieten daneben privatrechtlich organisierte Vereinigungen wie «Arbeit & Solidarität» und «Verein für aktive Arbeitsmassnahmen» (VAM) vom Staat unterstützte Programme für Arbeitslose an.

Die Wirtschaftslage hat sich in den letzten zwei Jahren wieder gebessert, die Arbeitslosenzahlen sind gesunken - im Kanton Freiburg von rund 8000 auf rund 5000. Aber die Konjunktur wirkt sich nicht eins zu eins auf die Arbeitslosigkeit aus. Die Arbeitslosigkeit hat stattdessen neue Strukturen bekommen: Viele Ungelehrte oder wenig Gebildete fallen bei der heutigen Arbeitsmarkt-Situation durchs Sieb des Qualitätsanspruchs. Und das Lohnniveau für unqualifizierte Arbeit sinkt dauernd. «Die heutige Situation wird sich auch in näherer Zukunft nicht ändern», vermutet Bruno Bertschy, Direktor des VAM.

Wie haben sich die
Programme verändert?

Diese Ausgangslage wirkt sich auch auf die Beschäftigungsprogramme aus. Bruno Bertschy: «Ein Beschäftigungsprogramm ist nur sinnvoll, wenn es sich nach der Struktur der Arbeitslosigkeit richtet.

Deshalb sind die Programme zu Qualifizierungs-Programmen umgewandelt worden. Heute fehlt vielen Arbeitslosen eine Ausbildung. Ihnen wird dadurch ein Teil der Berufsausbildung gegeben.»
Es gibt eidgenössische, kantonale und kommunale Beschäftigungs-Programme. In der ersten Phase der Arbeitslosigkeit sind fast alle Programme eidgenössisch geregelt. Michel Schultheiss vom Arbeitsamt der Stadt Freiburg erklärt die Finanzierung der Programme: «Die Teilnehmer bekommen seit diesem Jahr nur ein Taggeld zum versicherten Betrag. Früher wurde die Zeit angerechnet, um dann wieder länger «stempeln» zu können.» Arbeitslos sein wird in vielerlei Hinsicht härter und härter.