Fride Wirtl-Walser 03.01.2014

Fantasievolle Hinterglaswelten

Virtuoser Umgang mit Farben: «Flinserl» (2011). Bild Andrea Sorg/Vitromusée Romont und Oberammergau Museum, zvg
Das Vitromusée in Romont zeigt zum ersten Mal in der Schweiz das Werk von Fride Wirtl-Walser. Die 81-Jährige schafft seit über 40 Jahren ausschliesslich Hinterglaskunst.

Fride Wirtl-Walser gehört zu den wenigen Künstlerinnen und Künstlern, die sich ausschliesslich der Hinterglasmalerei widmen. Die 81-Jährige tut dies bereits seit über vier Jahrzehnten. Nach einer bildhauerischen Ausbildung wandte sie sich ab 1952 an der Akademie München der Malerei und der Glaskunst zu.

Abstrakt bis surreal

Seit den 1970er-Jahrenschafft sie nur noch Werke der Hinterglasmalerei und lotet dabei alle Facetten dieser Technik aus. Das vielfältige, farbenfrohe Werk von Fride Wirtl-Walser ist nun zum ersten Mal in der Schweiz zu sehen: in der Ausstellung «Fantasmagories», die das Vitromusée Romont in Zusammenarbeit mit dem Oberammergau Museum präsentiert. Die ausgestellten Werke reichen von den ersten Schaffensjahren der Künstlerin bis in die Gegenwart. Dabei zeigt sich, dass Fride Wirtl-Walser in der Welt der abstrakten Kunst ebenso heimisch ist wie in surrealen Darstellungen mit Anklängen an Max Ernst.

Dabei greift sie auf eine Vielzahl von Techniken zurück, die sie sich über die Jahrzehnte auf zahlreichen Reisen und mit viel Experimentierfreude angeeignet hat. Fride Wirtl-Walser stammt aus dem Kleinen Walsertal und lebt seit 1952 im oberbayerischen Peiting-Schongau. Ihre Werke hat sie bereits in Deutschland, Frankreich und Italien, aber auch in Ägypten und in Russland ausgestellt. Sie hat drei Fachbücher über die Technik und die Geschichte der Hinterglasmalerei veröffentlicht, und der Bayerische Rundfunk hat etliche Filme über ihre Biografie und ihre Ausdrucksformen gedreht.

Vitromusée,Au Château, Romont. Bis zum 20. April. Di. bis So. 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr; ab 1. April abends bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen: www.vitromusee.ch

Definition

Bilder direkt auf Glas gemalt

Als Hinterglaskunst gilt jeder Bildschmuck, der direkt auf der Rückseite eines transparenten, wie Glas spiegelnden Bildträgers haftet. Dieser Bildträger kann auch aus dünnem Bergkristall, Bernstein oder Schildpatt bestehen. Die Farben werden in der Regel kalt aufgetragen; die Farbstoffe haften nur auf dem Glas. Der Hinterglaskünstler kann auch mit Blattmetall arbeiten, in das er das Motiv radiert.cs