Murten 06.09.2019

Murten geht nach Protesten über die Bücher

Bild Corinne Aeberhard
Die Petitionen zeigen Wirkung: Der Murtner Gemeinderat plant, seine Wasserreglemente zu überprüfen.

Der Andrang im Centre Loewenberg war gestern Abend gross. Über 250 Personen zog es an den Infoabend der Gemeinde Murten zum Abwasser- und Trinkwasserreglement. Die Gemeinderäte Ursula Schneider Schüttel (SP) und Andreas Aebersold (FDP) zeigten sich überrascht über den Widerstand, der sich in den vergangenen Wochen und Tagen gegen die beiden Reglemente manifestiert hatte. Die beiden Reglemente gelten seit Anfang Jahr für das gesamte Gemeindegebiet.

«Das frühere Murtner Abwasserreglement gibt es seit 1997. Wir hatten damit nie grosse Probleme», sagte Schneider Schüttel. «Wir haben auf das gesetzt, was sich bewährt hatte.» Aebersold sagte: «Ich bin überwältigt von der Reaktion. Wir nehmen diese entgegen und schauen, was wir machen können.» Schneider Schüttel kündigte an, die Kerngruppe der Petitionäre zu einem Gespräch in die kommunale Energie-, Umwelt- und Planungskommission einzuladen. Zudem habe der Gemeinderat bereits mehrere Unterlagen zum Abwasserentsorgungsreglement dem Preisüberwacher zur Prüfung geschickt. «Nun schauen wir, was für eine Rückmeldung wir erhalten werden.»

Ende September sollen die Murtner ihre Abwasserrechnungen zugeschickt bekommen. Die Gemeinde habe diese bewusst im Hinblick auf diesen Infoabend zurückgehalten, so Schneider Schüttel. «Wir haben extra abgewartet, damit wir Ihnen unsere Überlegungen­ erläutern können.»

Mit dem Infoabend reagierte die Gemeinde Murten auf drei Petitionen aus den Ortsteilen Jeuss, Salvenach und Courlevon. Die insgesamt über 560 Unterzeichner kritisieren darin, dass das Abwasser- wie auch das Trinkwasserreglement und die darin geregelten Grundgebühren zu hoch und ungerecht seien (siehe FN vom Dienstag und Donnerstag).