Galmiz 09.10.2019

Neue Zufahrt für Energiepark

Die Kompostieranlage Seeland AG liegt zwischen der Auenlandschaft Chablais und der Kantonsstrasse von Galmiz nach Sugiez.
Mit der Erweiterung der Kompostieranlage in Galmiz braucht es einen neuen Anschluss an die Kantonsstrasse. Das Bauprojekt liegt öffentlich auf. Bei Tempo 80 soll es bleiben.

Die Kompostieranlage Seeland AG mit Unternehmer Christian Haldimann plant eine Erweiterung am heutigen Standort in Galmiz. Bislang umfasst das Areal rund 17 500 Quadratmeter. Neu sollen auf einer Fläche von rund 66 000 Quadratmetern 14 Bauten und Anlagen stehen. Die Kosten für die Erweiterung belaufen sich auf rund 45 Millionen Franken. Vor rund einem Jahr lagen der Detailbebauungsplan, die notwendigen Änderungen im Planungs- und Baureglement der Gemeinde Galmiz und die Baugesuche für die erste Projektetappe öffentlich auf (siehe Kasten). Nun folgt das Bauprojekt «Strassenanschluss Biomassenzentrum und Energiepark Galmiz». Das Dossier liegt in der Gemeinde Galmiz und beim Oberamt des Seebezirks während 30 Tagen auf.

Konventioneller Knoten

Die Kompostieranlage befindet sich an einer wichtigen Verkehrsachse: Die Moosstrasse verbindet Murten mit Ins und hat für den Kanton als Achse in Richtung Neuenburg und Jura eine zentrale Bedeutung. Die Belastung der Strasse gilt als hoch. Als neuer Anschluss ist nun ein konventioneller Knoten mit einer sogenannten Vorsortierung geplant, so dass Linksabbieger aus beiden Richtungen in eine mittlere Fahrbahn einspuren können. Diese Spur ist unterbrochen und deshalb kein Mittelstreifen.

Der Plan ist, die Strasse auf einer Länge von knapp 300 Metern zu verändern. Sie wird verbreitert, die Flurwege werden angepasst, und es soll einen Grünstreifen von fünf Metern Breite geben zwischen der Hauptstrasse und den Flurwegen. Die Grünstreifen dienen der Versickerung des Wassers und der Sicherheit, insbesondere für die Benutzer der Flurwege. Laut den Plänen bleibt es auf der Hauptstrasse auch mit dem Knoten bei Tempo 80.

Variante Kreisel verworfen

Die Planer des Büros LP Ingenieure AG in Bern prüften 2015 und 2016 fünf Varianten: den Istzustand zu belassen und nur eine Einmündung vom Areal in die Kantonsstrasse zu bauen, einen Knoten mit Lichtsignalanlage, einen Knoten mit Linksabbiegestreifen, einen Knoten mit Abbiege- und Einbiegehilfe sowie die Variante Kreisverkehr. Den Planern schien die Variante Kreisverkehr die beste: «Der einspurige Kreisel schneidet klar am besten ab und wird zur Weiterbearbeitung empfohlen», ist dem Bauprojekt zu entnehmen.

Projektleiter Andrea Fassone sieht das auch heute noch so: «Seitens von uns Planern wäre ein Kreisel die beste Variante, weil er die Geschwindigkeit reduziert.» Die Verkehrsteilnehmer müssten das Tempo auf 60 reduzieren. «Zwar gilt heute Tempo 80 auf dieser Strecke, aber laut Messungen fahren 85  Prozent der Lenker schneller», sagt Fassone. Der Kanton teilte die Empfehlung der Variante Kreisel jedoch nicht: Laut dem Dossier ist diese Variante für das Amt für Mobilität keine Option. Kreisverkehr komme im Kanton grundsätzlich nur in Frage, «wenn drei oder vier in etwa gleich grosse Verkehrsströme auf einen Knoten treffen». Die Bedenken der Planer in Bezug auf die Verkehrssicherheit für den Langsamverkehr teile das Amt für Mobilität nicht.

Bauprojekt

Keine Einigung mit Einsprechern

Gegen die geplante Erweiterung der Kompostieranlage gingen vor etwa einem Jahr drei Einsprachen ein. Sie stammen von Pro Natura Freiburg, von Birdlife Schweiz und von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. Wie Thomas Wyssa, Ammann von Galmiz, auf Anfrage sagt, führte die Gemeinde Galmiz Einspracheverhandlungen. Zu einer Einigung sei es jedoch nicht gekommen. Das Dossier liege jetzt beim Kanton. Die Einsprecher kritisieren insbesondere die Evaluation von 31  möglichen Standorten, die Haldimann hatte durchführen lassen. Aus Sicht der Einsprecher sind die Anzahl und die Gewichtung der Naturschutz- und Landschaftsschutzkriterien ungenügend. Zudem seien die Auswirkungen auf das Wasser- und Zugvogelreservat sowie die Auenlandschaft des Chablais nicht ausreichend untersucht worden.