Schwarzsee 17.02.2020

Der Puck bringt die Lokalpolitik zusammen

Lokalpolitiker und Verwaltungsangestellte des Sensebezirks haben sich am Sonntag in einem Plausch-Eishockey-Turnier gemessen. Die Unterländer waren die geschicktesten auf dem Eis – und die Oberländer haben bereits eine Idee für die Revanche.

Normalerweise sitzen sie sich in Büros gegenüber und diskutieren über die Ortsplanung, das Budget oder Strassensanierungen. Gestern jedoch standen sich rund 25  Gemeinderäte, Generalräte und Verwaltungsangestellte aus dem ganzen Sensebezirk auf der Kunsteisbahn Schwarzsee gegenüber, spielten sich den Puck zu, feuerten sich gegenseitig an – und schossen im besten Fall ein Tor.

Die Region Sense, der Verband aller Sensler Gemeinden, hat zum ersten Mal ein Plausch-Eishockey-Turnier organisiert. «Die Idee kam zusammen mit Schwarzsee Tourismus anlässlich der neuen Kunsteisbahn dort», sagte Simon Ruch, Geschäftsführer der Region Sense. Oberamtmann Manfred Raemy, der als Schiedsrichter auf dem Eis stand, ergänzte: «Es geht vor allem darum, sich einmal in einem anderen Kontext zu sehen und zusammen Spass zu haben.» Die Teilnehmer teilten sich in drei Mannschaften auf: Ober-, Mittel-, und Unterland. Jede Mannschaft erhielt einen Ex-Gottéron-Profi als Unterstützung: Beni Plüss half dem Mittelland, Jakob Lüdi dem Oberland und Mario Rottaris dem Unterland.

«Hopp hopp hopp»

«Hopp hopp hopp, Oberland!», feuerte die Plaffeier Gemeinderätin Antoinette Kilchör ihre Mannschaft von der Bande aus an. Neben ihr feuerten die Syndics von Tafers und Alterswil, Gaston Waeber und Hubert Schibli, die Mittelländer an. Diese trafen das Goal deutlich häufiger als die Oberländer. Am Schluss gewannen sie die erste Partie mit 5:0. Hubert Schibli und Gaston Waeber jubelten an der Bande.

Im nächsten Spiel verloren die Oberländer gleich noch einmal, nun gegen das Unterland. Der Plaffeier Bruno Zbinden gab sich trotzdem optimistisch: «Jetzt kommt die Höhe ins Spiel: Die Unterländer werden langsam müde, während wir Oberländer uns die Höhe ja gewöhnt sind.» Doch er sollte sich täuschen: Die Unterländer gewannen auch den nächsten Match gegen das Mittelland.

Die Spiele waren zackig – auch wenn die Pässe öfter mal ins Leere gingen und der eine oder andere Spieler zwischendurch mit dem Gleichgewicht kämpfte, statt dem Puck nachzujagen. Schiedsrichter und Oberamtmann Manfred ­Raemy geriet zwischendrin in hitzige Gefechte und erhielt zweimal einen Puck ans Bein. Tapfer schlug sich Andrea Schwartz von Schwarzsee Tourismus, die sich als einzige Frau aufs Eisfeld gewagt hatte. Von ihren Oberländer Kolleginnen und Kollegen wurde sie umso mehr angefeuert.

Zwischen den Amateuren zogen die Ex-Profis elegant ihre Runden, gaben zielsichere Pässe und schossen ziemlich viele Tore. Jakob Lüdi, der in den 1970er- und 1980er-Jahren bei Gottéron spielte, bewies, dass er nichts verlernt hatte: Ohne Helm, nur mit Zipfelmütze, sprintete er aufs Eis, schnappte sich den Puck, zog aufs gegnerische Tor zu, schoss und traf.

Positive Bilanz

Die Oberländer bewiesen gegen Schluss Geschick auf dem Transfermarkt: Sie warben für das letzte Spiel gegen das Unterland Beni Plüss von den Mittelländern ab. Doch es half alles nichts mehr: Die Unterländer gewannen das Turnier mit acht Punkten, Mittelland und Oberland machten je zwei Punkte. Der Plaffeier Bruno Zbinden hatte die Erklärung parat: «Das ist ja klar, die Unterländer haben schliesslich schon lange eine Eishalle.» Er verhehlte nicht, dass das Oberland den Ehrgeiz gehabt habe, zu gewinnen. «Wir überlegen uns, nächstes Jahr ein Skirennen zu veranstalten – da haben wir definitiv Heimvorteil!»

Organisator Simon Ruch zog eine positive Bilanz und sagte mit einem Schmunzeln: «Es gab keine Schlägerei, die Rivalitäten hielten sich in Grenzen, alle hatten Spass – wir sind zufrieden.» Ob nächstes Jahr wieder ein Eishockeyturnier oder doch ein Skirennen stattfindet, ist noch offen.