Tafers 20.11.2020

Von funkensprühenden Staubsaugerdrachen

Der gfürchige Staubsaugerdrache wurde durch die vierköpfige Jury der AG Kunst mit dem verdienten zweiten Platz ausgezeichnet.
An der Orientierungsschule Tafers wird momentan viel Kunst ausgestellt. Doch kaum einer sieht sie wegen Corona live.

Kunst aus den verschiedensten Materialien, die sonst im Abfall gelandet wären: etwa ein ausgedienter Staubsauger, aus dem kurzerhand ein gfürchiger bunter Drache entstand, farbenfrohe Meeresbewohner aus PET-Flaschen oder alte, ungeliebte Französisch-CDs, die als Discokugel ein zweites Leben erhalten und so die Gänge der Orientierungsschule Tafers mit leuchtenden Farben aufwerten. Insgesamt 18 verschiedene Kunstwerke haben die Klassen erstellt. Diese sollten eigentlich gestern und heute Abend in einer grossen Vernissage mit Minikonzerten und Kuchen interessierten Besucherinnen und Besuchern präsentiert werden. Wegen der Corona-Krise wurde daraus aber nichts.

Arbeiten ausgezeichnet

Trotzdem hat die Arbeitsgruppe AG Kultur des Schülerrates gestern die drei besten Arbeiten mit einem kleinen Preis, bestehend aus Gummibärchen und Schokolade, ausgezeichnet. Die Bewertung der Arbeiten fiel nicht leicht, wie die vier Jurymitglieder Matthias, Gian, Lucy und Thierry gestern einstimmig bekanntgaben.

«Wir wollten mit der Ausstellung zeigen, dass man aus alten Sachen auch schöne neue Sachen machen kann», sagt Lucy. Die 18 Arbeiten wurden von der vierköpfigen Jury auf ihre Originalität, ihre Ästhetik und ihre Wiederverwendung genaustens geprüft, sie konnten maximal 13 Punkte erzielen.

Auch Hubert Aebischer, Direktor der OS Tafers, und Corina Schwarz, Lehrerin und Co-Verantwortliche für die AG Kunst, zeigten sich beeindruckt von den originellen Kunstwerken: «Der Schülerrat allein hat das Thema Nachhaltigkeit in diesem Schuljahr in den Fokus gerückt und die Idee einer Vernissage mit Minikonzerten und Kaffee und Kuchen ganz eigenständig erarbeitet», sagt Corina Schwarz. Das sei eine supertolle Sache, so Schwarz weiter.

Hubert Aebischer stimmt zu und ergänzt: «Der Schülerrat ist engagiert und sehr innovativ, er bereichert seit 19 Jahren unsere Schule mit kreativen Ideen.» Verschiedene Arbeitsgruppen, bestehend aus sehr engagierten Schülerinnen und Schülern, würden die unterschiedlichsten Ideen und Projekte vorschlagen und oft auch selbst umsetzen, darunter etwa ein Selbstverteidigungskurs, das Pausenradio oder Anti-Mobbing Kampagnen.

1250 Korkzapfen

Verschiedenste, in den Augen vieler oft wertlose Materialien, die teilweise über Jahre gesammelt worden waren, kamen an der OS Tafers zum Einsatz. Bei einem kleinen Rundgang stachen etwa die vielen Korkzapfen ins Auge, die mit dem Logo der Schule versehen von der Decke hängen. «Das sind genau 1250 Korkzapfen, die ich zusammen mit Bekannten und Verwandten über lange Zeit gesammelt habe», sagt Corina Schwarz mit einem Lächeln.

Schwarz hat für ihre Tätigkeit in der AG Kunst über die Jahre hinweg ein grösseres Sammelsurium an Materialien und Requisiten im Keller der Schule eingerichtet. Sie habe dem Hauswartteam hoch und heilig versprochen, die Sachen irgendwann noch zu verwenden. Nun sei der Moment endlich gekommen und die Materialien fänden eine neue Verwendet, freut sie sich.

Altes Schulmaterial

Aus alt wird wieder neu

Die verschiedensten Materialien kamen für die diesjährige Kunstausstellung an der Orientierungsschule Tafers zum Einsatz. Darunter etwa Bierdeckel, Glasflaschen, PET- und diverse Plastikflaschen, leere Kaffeekapselverpackungen aus dem Lehrerzimmer, Stoffe und alte Kleidung, Korkzapfen, alte Zeitschriften und vieles mehr. Einiges haben die Schülerinnen und Schüler von zu Hause mitgebracht, andere Materialien, wie etwa alte Französisch-CDs und die obsoleten Atlanten aus dem Geografieunterricht, hat die Schule zur Verfügung gestellt.

vk