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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Vor kurzem wurde ich 40. Darum lasse ich mich jetzt umschulen. Damit ich auch die verbleibenden 35 Jahre bis zur Pension noch fit bleibe für den Arbeitssklavenmarkt. Ich lerne jetzt Roboter. Mit Diplomabschluss. Man muss eben mit der Zeit gehen. Es heisst ja immer, die Roboter würden künftig die Hälfte unserer Jobs wegnehmen. Dagegen kann man wohl nichts machen – aber man kann auf der richtigen Seite stehen. Deshalb werde ich jetzt eben Roboter. Und ich hab Talent.

Als Teilzeithausmann bringe ich nämlich die besten Voraussetzungen fürs Roboterdasein mit. Ich bin es gewohnt, zuverlässig stundenlang die immer gleichen monotonen Arbeiten zu verrichten, ohne zu murren: Putzen, aufräumen, Geschirrspüler ausräumen, Geschirrspüler einräumen, staubsaugen, Wäsche waschen und zum tausendsten Mal das Pony- und das Piraten-Pixi vorlesen.

Von meinen Usern, also meinen Kindern, weiss ich auch, wie es ist, mit unlogischen Befehlen gefüttert zu werden und trotzdem zuverlässig Output zu liefern. Und (fast) nie gibt es eine Error-Meldung. Höchstens die Reset-Taste muss zwischendurch mal gedrückt werden. Auch die etwas hüftsteifen Roboterbewegungen kriege ich ganz locker hin. Mein Rücken und die Knie sind halt auch schon 40.

Die künstliche Intelligenz der Roboter toppe ich mit natürlicher Intelligenz und gesunder Neugier. Ausserdem bin ich komplett selbstlernend und damit den Blechkameraden aus Silicon Valley noch mindestens eine Prozessorengeneration voraus. Wenn die Akkus noch einigermassen voll sind, kann man mit mir ausserdem durchaus intelligente Gespräche führen, die nicht nach einprogrammierten Floskeln tönen. Und ich erkenne Ironie. Daran scheitern die Maschinen ja noch zuverlässig. Das ist aber auch mein grösstes Manko auf dem Weg zum Roboter: Das binäre Denken will einfach nicht in mein Gehirn rein. 0, 1, Strom, kein Strom, wahr, falsch – so ticken die Roboter. Meinen Schaltkreisen aber, korrumpiert durch ein geisteswissenschaftliches Studium, ist das alles zu einfach gestrickt. Aber ich besuche jetzt einen Intensivkurs bei den Populisten, dann klappt’s sicher auch mit dem schablonenhaften Denken.

Eigentlich wäre ich also bereit, mich als Roboter zu verdingen. Es gibt da nur zwei kleine Probleme: Meine Lohnvorstellung hat für den Markt zu viele Nullen hinter der 1.

Und meine Familie sagt, sie möchte mich nicht mehr hergeben.

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