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Ab September ohne Sicherheitsnetz

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Derzeit zählt der Kanton Freiburg rund 2400 Stellensuchende mehr als vor einem Jahr. Dennoch hat der Freiburger Arbeitsmarkt die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise bislang gut absorbiert, wie Volkswirtschaftsdirektor Olivier Curty (CVP) gestern an einer Medienkonferenz betonte. Dies zeige sich daran, dass die Arbeitslosenquote von April auf Mai nicht mehr angestiegen ist (siehe Kasten).

Doch Curty vermutet, dass dies nur eine Übergangsphase sei: «Ab 31.  August gehen die Sonderregelungen zur Kurzarbeit zu Ende, dann muss die Wirtschaft ohne Sicherheitsnetz auskommen.»

Kurzarbeit für Lehrlinge endet

Tatsächlich ist die Kurzarbeit seit Ausbruch der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen der Wirtschaft das Hauptinstrument zur Stützung des Arbeitsmarkts. Dominique Schmutz, Verwalter der Öffentlichen Arbeitslosenkasse, zeigte an der Medienkonferenz auf, dass seit Beginn der Pandemie im Kanton 3,5  Millionen Arbeitsstunden verloren gingen, was einer Entschädigung von 92  Millionen Franken entspricht. Seit Anfang April sind es 2  Millionen Franken pro Tag. Kurzarbeit betrifft rund ein Drittel der Arbeitnehmenden.

«Wir hoffen, dass der Aufschwung genügend stark sein wird, um Entlassungen von Personen zu verhindern, die nun von Kurzarbeit profitieren.»

Charles de Reyff

Vorsteher Amt für den Arbeitsmarkt

Der Bund hatte dafür die Regeln vorübergehend gelockert. So konnten die Versicherungsgelder früher bezogen werden, neue Kategorien wie Lehrlinge wurden einbezogen, und die Dauer der Gewährung von Kurzarbeit wurde von drei auf sechs Monate verlängert.

Doch diese erste Phase wird Ende August enden. «Wir hoffen, dass der wirtschaftliche Aufschwung zu diesem Zeitpunkt bereits genügend stark ist, um Entlassungen von Personen zu verhindern, die bis dahin von Kurzarbeit profitieren», sagte Charles de Reyff, Vorsteher des Amts für den Arbeitsmarkt. «Wir befürchten aber stark, dass dann eine neue Welle an Personen die regionalen Arbeitsvermittlungszentren aufsuchen wird.»

Bereits Ende Mai ist der Anspruch auf Kurzarbeit für Lehrlinge zu Ende gegangen. «Wir sind besorgt, dass für einige von ihnen in den nächsten Wochen oder Monaten Lehrverträge aufgelöst werden», meinte de Reyff.

Staatsrat Curty verwies deshalb auf die Soforthilfe in der Höhe von 2 Millionen Franken, die der Staatsrat letzte Woche zur Stärkung der Berufsbildung gesprochen hatte. Dazu gehören etwa Integrationskurse oder Motivationssemester.

Wie de Reyff sagte, seien die Jugendlichen im Kanton bisher noch wenig von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Die 15- bis 19-Jährigen gehörten zur einzigen Altersgruppe, in der die Zahl der Stellensuchenden seit Februar zurückgegangen sei. Man werde die Situation aber im Auge behalten, denn bisher wurden weniger neue Lehrverträge unterschrieben als 2019.

Stark unter der Wirtschaftsbaisse zu leiden hätten temporär Angestellte und Haushaltshilfen gehabt, so de Reyff. «Die Firmen und Geschäfte wollten vorsichtig sein: Sie haben deshalb eher die Temporären entlassen und dafür die Festangestellten behalten.» Auch hätten aufgrund der Schutzmassnahmen rund 400 Freiburger Haushaltsangestellte ihre Stelle verloren. Dabei seien Tausende von schwarzarbeitenden Haushaltshilfen nicht eingerechnet.

Viel mehr Ausgesteuerte?

Gemäss dem Amtschef sind im Kanton die Handelsangestellten am meisten von Arbeitslosigkeit betroffen. Das seien derzeit im Kanton 1404 Personen. 1307 Personen aus dem Hoch- und dem Tiefbau sind derzeit ohne Stelle. Dazu kommen 881 Personen aus Hotellerie und Gastronomie.

De Reyff wies zudem darauf hin, dass derzeit Personen am Ende ihres Anspruchs auf Arbeitslosigkeit durch eine Übergangsmassnahme 120 Tage länger Taggelder erhalten. So gab es seit März nur 21 ausgesteuerte Personen. Wenn aber diese Frist Ende August abläuft, könnten rund 600 Personen in kurzer Zeit ausgesteuert werden.

Wie stark die Zahl der Stellensuchenden im Herbst ansteigen könnte, wagten weder Curty noch de Reyff zu prognostizieren. Curty wies auf die Soforthilfen und den geplanten Wiederankurbelungsplan hin, der im Herbst konkret werden soll. «Der Plan wird nicht auf alle Probleme eine Antwort geben. Aber wir hoffen, dass er einen positiven Effekt auf den Arbeitsmarkt haben wird.»

Zahlen und Fakten

Arbeitslosenquote unverändert

Im Mai 2020 zählte der Kanton Freiburg 5928 Arbeitslose. Das sind 31 Personen weniger als im Vormonat, aber 2071 mehr als im Mai 2019. Die Arbeitslosenquote betrug wie im April 3,4  Prozent, teilt das Amt für den Arbeitsmarkt mit. Wäh- rend die Quote im Broye- und im Seebezirk um 0,2 Prozentpunkte anstieg, sank sie im Greyerz- und Saanebezirk um je 0,1 Prozentpunkte. Gemäss dem Amt blieb die Arbeitslosenquote dank der verstärkten Tätigkeit im Baugewerbe unverändert. Dort ist die Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen, dagegen ist sie im Handel, beim Reparatur- und Autogewerbe und im Gast- gewerbe angestiegen. Im Mai gab es noch 363 neue Gesuche um Kurzarbeit. Seit dem 1. März sind es 7000 Gesuche.

 

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