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Abenteuer auf dem Hotel-WC bringt einen Somalier ins Gefängnis

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marc Kipfer

Estavayer-le-Lac Es passierte an einem Frühlingsabend vor zwei Jahren. Eine Frau wollte beim Tinguely-Brunnen auf der Freiburger Schützenmatte (Grand-Places) Kokain kaufen. Ein in der Region wohnhafter, 28-jähriger Somalier kam mit ihr ins Gespräch. Kurz darauf hatten die beiden Sex auf einer öffentlich zugänglichen Toilette in einem nahegelegenen Hotel.

Noch am selben Abend lag die Frau plötzlich ohnmächtig auf der Schützenmatte. Sie wurde hospitalisiert und sagte später unter Tränen, der Mann habe sie auf dem Hotel-WC zu Sex gezwungen. Danach sei sie mit ihm zu einem Bancomat gegangen, habe ihm für drei Päckchen Kokain 300 Franken bezahlt. Abklärungen ergaben, dass die Frau bis zu drei Promille Alkohol im Blut hatte und zudem unter dem Einfluss starker Medikamente stand. Wegen psychischer Probleme war sie zu einem früheren Zeitpunkt stationär in der Berner Klinik Waldau behandelt worden. Sie gab an, bereits als Kind und Jugendliche sexuell missbraucht worden zu sein.

Für behindert gehalten

Der Somalier wurde anhand genetischer Spuren identifiziert. Gestern stand er in Estavayer-le-Lac vor dem Gericht des Broyebezirks. Er bestritt die ihm vorgeworfenen Taten vehement. Die Frau habe mit ihm Sex gehabt, um Kokain zu erhalten, sagte er. Jedoch habe er ihr kein Kokain versprochen, keines besessen und sie nicht zum Geschlechtsverkehr gezwungen. In einem früheren Verhör hatte er allerdings noch erzählt, die Frau habe gezittert und zusammenhangslos gesprochen. Er habe sie nicht für berauscht, sondern eher für behindert gehalten.

Taschentücher statt Kokain

Ein Zeuge hatte bei der Polizei ausgesagt, die Frau sei fünf Minuten vor dem Angeklagten aus dem Hotel gekommen und habe einen verängstigten Eindruck gemacht. Was der Angeklagte derweil auf dem WC tat, musste er gestern vor Gericht schildern: «Ich habe aus Taschentüchern drei weisse Kugeln geformt.» Diese packte er in Plastik ein und verkaufte sie derselben Frau als Kokain. Für Stirnrunzeln bei den Richtern sorgte seine Begründung für dieses betrügerische Verhalten: «Ich hatte Angst, dass sie sonst die Polizei ruft.»

Die Schuld für sein Verhalten gab der Angeklagte unter anderem dem Alkohol: Er habe an diesem Nachmittag etwa 20 Bier getrunken. Ungewohnt war das Vorgehen für ihn aber nicht. Nach eigenen Angaben hatte er schon öfters Sex mit Frauen, die Drogen von ihm wollten.

Urteilsunfähiges Opfer

Im vorliegenden Fall sei die Frau – sie musste nicht zur Verhandlung erscheinen – komplett urteilsunfähig gewesen, sagte ein Psychiater vor Gericht. Als Gründe nannte er ihre psychische Vorgeschichte und ihren starken Rauschzustand an jenem Abend.

Der Angeklagte habe diesen Zustand erkannt, hielt das Gericht unter Präsident Jean-Benoît Meuwly fest. Es erklärte den Mann der Schändung, des Betrugs und weiterer Delikte schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Laurent Moschini, hatte zuvor 30 Monate, Verteidiger Gilles Aebischer einen Freispruch gefordert. Der Somalier muss sechs Monate in Haft absitzen und dem Opfer 10000 Franken Genugtuung zahlen.

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