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«Ablösungen sind ein normaler Prozess»

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Fünf Vorstandsmitglieder sind zurückgetreten, vier davon per sofort: Die Freiburger Sektion der Bürgerlich-demokratischen Partei (BDP) befindet sich in einer turbulenten Phase. So turbulent, dass sich auch die BDP Schweiz eingeschaltet hat (FN von gestern).

Professionalisierung

Aus der Parteizentrale in Bern kommen beschwichtigende Worte: «Wir stehen in ständigem Kontakt mit unseren Sektionen», sagt Nina Zosso, Leiterin der Geschäftsstelle BDP Schweiz. Und sie fügt an: «Solche Ablösungen sind ein normaler Prozess.» Das habe die junge Partei in vielen Kantonen beobachtet: «Viele Gründungsmitglieder sind inzwischen zurückgetreten.» Die Mitglieder der ersten Stunde hätten Aufbauarbeit geleistet. «Vielleicht haben sie nun nicht mehr die gleiche Energie und Motivation.»

Dazu komme, dass die BDP ihre Strukturen professionalisieren wolle, was die bisherige Arbeitsweise verändern könne. «Da sind neue Teams gar nicht so schlecht», sagt Zosso. «Änderungen machen Sinn.»

Eine Arbeitsgruppe

Sie sei zuversichtlich, dass die Freiburger BDP gut weiterarbeiten werde. «Die Sektion hat zwei gute Grossratsmitglieder, die im Vorstand sind.» Diese seien Botschafter der Partei gegen aussen und «ziehen am Karren, das ist gut». Die BDP werde nun eine Arbeitsgruppe rund um die verbliebenen vier Vorstandsmitglieder einsetzen und ein neues Team aufbauen.

Auch wenn Zosso von normalen Vorgängen spricht, scheinen die Rücktritte dennoch ziemlich emotional begründet zu sein. So erfolgten die meisten per sofort, und Vorstandsmitglied und designierter Präsident Roland Neuhaus gab in seinem Rücktrittsschreiben «die Vorkommnisse in den letzten Wochen» als Rücktrittsgrund an–und nicht etwa Ermüdungserscheinungen nach der Aufbauarbeit.

Neuhaus selber wollte diese Vorkommnisse nicht näher beschreiben. Grossrat Linus Hayoz aus Plaffeien meint dazu: «Wir waren nicht ganz gleicher Meinung. Das gibt es manchmal.» Nun kläre der Vorstand das weitere Vorgehen ab.

 Unterschiedliche Ansichten

Grossrätin Susanne Aebischer aus Kerzers bestätigt, dass es bei den Diskussionen im Vorstand um eine Richtungsfrage ging. «Die BDP braucht eine klare Strategie», sagt sie. «Wir müssen auch im französischsprachigen Kantonsteil aktiv werden.» Darüber seien sich nicht alle Vorstandsmitglieder einig gewesen. Zudem seien nicht alle damit einverstanden, enger mit der BDP Schweiz zusammenzuarbeiten. «Dabei ist dies sehr konstruktiv», sagt Aebischer.

Die Pionierphase der BDP Freiburg sei vorbei, sagt Aebischer. «Nach dem Aufbau müssen wir nun das Erreichte pflegen und weiterentwickeln.» Das verlange Kraft und Energie. «Und nun braucht es einen Zwischenhalt, damit wir sehen, wer im Vorstand weiterarbeitet.»

Klar ist, dass Thomas von Dach seinen Rücktritt etwas hinausschiebt: Der Parteipräsident wollte sein Amt an der Generalversammlung vom 2. Oktober niederlegen. Die Versammlung ist nun auf unbestimmte Zeit verschoben. Und von Dach bleibt vorderhand im Amt. «Ich kann doch nicht einfach so gehen», sagt er. «Ich möchte eine saubere Übergabe machen.» Er schliesst es aber aus, vielleicht gar ein Jahr lang zu bleiben, sollte kein neuer Präsident gefunden werden. Das könne er schlicht nicht mehr mit seinem Beruf vereinbaren. «Ich bin zuversichtlich, dass wir bald eine Lösung finden werden.»

Auch Thomas von Dach meint zu den «Vorkommnissen in den letzten Wochen», dabei handle es sich um Abklärungen und Gespräche: «In einer Partei muss man Themen abklären, und da gab es einige Punkte, die nicht allen gepasst haben.»

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