Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Aktiv über die Pensionierung hinaus

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Aktiv über die Pensionierung hinaus

Während dreizehn Jahren im Einsatz für die Rentner

T heo Stritt aus Tafers kann morgen seinen 80. Geburtstag feiern. Er sagt von sich selbst, er habe in seinem Leben viel Glück und Freude erfahren und deshalb auch immer versucht, etwas davon weiterzugeben.

Mit THEO STRITT
sprach ANTON JUNGO

Vor rund zwei Monaten haben Sie das Präsidium der Sensler Rentnervereinigung abgegeben. Was hat Sie vor dreizehn Jahren motiviert, diese Vereinigung zu gründen?

Zu Beginn der Neunziger Jahre begannen sich auch im Kanton Freiburg die Rentner zu organisieren. Im Frühling 1991 fragte mich der damalige Chefredaktor der Freiburger Nachrichten, Erich Camenzind, an, ob ich bereit wäre, mich für die Gründung einer Rentner-Sektion im Sensebezirk zu engagieren. Ich nahm Rücksprache mit einigen Kollegen und schon am 24. September 1991 konnten wir zur Gründung schreiten. An der Gründungsversammlung in Tafers wählte man mich zum Präsidenten. Schon damals zählte die Vereinigung 450 Mitglieder; heute sind es 1220.

Welche Ziele verfolgt die Vereinigung?

Die Vereinigung vertritt die Interessen der rund 4000 Rentner, die im Sensebezirk leben. Das aktuellste Beispiel ist die Forderung, dass man Rentnern, die gerne in die Berge gehen, den Zugang zu den Alp- und Forstwegen offen hält. Bei Vernehmlassungen, die Fragen der Rentner betreffen, kann die Vereinigung ihre Stellungnahme abgeben.

Vor allem aber wird den Rentnern das Gefühl vermittelt, dass sie noch irgendwo dazugehören. Eines der grössten Probleme für sie ist nämlich die Einsamkeit. Regelmässig organisiert die Vereinigung deshalb gesellschaftliche Anlässe wie den Rentner-Sonntag. Persönlich konnte ich auch etwas vom Glück und von der Freude weitergeben, die ich in meinem ganzen Leben erfahren habe.

Sie sagen, Sie seien ein glücklicher Mensch. Könnten Sie das noch ein wenig ausführen.

Ich wurde am 15. Juli 1924 als siebtes von acht Kindern in Tafers geboren. In meiner Jugend habe ich noch erlebt, was Armut heisst. Dies hat sich auf mein späteres Leben positiv ausgewirkt. Man hat sich angestrengt, um etwas zu erreichen und in einer grossen Familie musste man Rücksicht aufeinander nehmen. Ich traf aber auch im späteren Leben immer wieder auf verständnisvolle Menschen. Soziale Kontakte sind für mich wichtig.

Wie verlief Ihre berufliche Laufbahn?

Nach der Schulentlassung arbeitete ich kurze Zeit bei meinem Vater, der als Installateur/Draineur vor allem Drainagen und Wasserleitungen erstellte. Ich sah aber bald, dass meine Zukunft nicht bei dieser Arbeit lag. Auf mein Drängen hin erlaubte mir der Vater schliesslich, dass ich in Freiburg eine Typographenlehre machen konnte. Da in Freiburg geeignete Arbeitsplätze rar waren, zog ich nach der Lehre zuerst nach Zürich und dann nach Basel, wo ich in Druckereien verschiedene Berufe ausübte als Akzidenzsetzer, Metteur, Faktor (Abteilungschef in einer Setzerei). Ich erinnere mich noch gut, wie ich Musiknoten setzte für Partituren, chemische Formeln oder SBB-Fahrpläne im Weltformat.

In Basel haben Sie den Dütschfryburger Verein gegründet.

Zu jener Zeit gab es noch sehr viele Freiburger, die auswärts Arbeit suchen mussten. Man war damals längst nicht so mobil wie heute und konnte nicht jedes Wochenende nach Hause zurückkehren. Die Sensler hatten oft Heimweh, und so ergriff ich 1960 die Initiative für die Gründung des Dütschfryburger Vereins der Region Basel. Wir organisierten Familienabende, den St.-Niklaus-Besuch und pflegten den Dialekt. Wir hatten auch eine eigene Zeitung. Zeitweise zählte der Verein 400 Mitglieder. Noch heute wird alle zwei Jahre für die Senioren des Vereins ein mehrtägiger Ausflug organisiert.

Was war der Grund für Ihre Rückkehr nach Tafers?

1947 habe ich geheiratet und wir bekamen zwei Söhne. Weil meine Frau krank wurde, entschloss ich mich 1963, mit der Familie nach Tafers zurückzukehren. Ich wurde zuerst Werbechef bei der Chocolats Villars. 1971 wechselte ich in die Maschinenfabrik Marcel Boschung in Ried, wo ich bis zur Pensionierung 1989 in der Werbeabteilung arbeitete. Ich war zuständig für die Ausstellungen und kam dadurch auch viel ins Ausland.

In Tafers wurden Sie auch politisch aktiv.

Von 1966 bis 1978 war ich im Gemeinderat und verantwortlich für das Schulwesen. In diese Zeit fiel die Gründung des Kindergartenvereins, dessen erster Präsident ich wurde. Im Herbst 1970 konnte ein Kindergarten mit 40 Kindern eröffnet werden. Nach dem Ausscheiden aus dem Gemeinderat war ich noch bis 1986 Schulpräsident.

Was machen Sie jetzt, wo Sie endgültig in Pension gegangen sind?

Vor allem pflege ich die Freundschaften, die ich während meiner Tätigkeiten geschlossen habe. Ich mache Besuche, telefoniere und schreibe Briefe. Ich bewundere aber auch einfach die Schöpfung, wandere und pflege den Garten. Wenn ich nachts aufwache, schreibe ich Gedichte, die ich bei verschiedenen Gelegenheiten vortrage. Einige wurden auch in Rentnerzeitungen abgedruckt.

Mehr zum Thema