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Alle Augen blicken auf sie

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Premiere von Carlo Goldonis «Streit in Chiozza» im Stadttheater Bern

Autor: Von Irmgard Lehmann

Im Prinzip ist das Theater immer noch ein mystischer und religiöser Ort. Ob sie darum seit frühester Jugend dorthin gegangen sei? «Das mag sein», sagt Monika Neun, «die Bühne ist nun mal eine andere Welt.» Hier können Emotionen gelebt werden, die vielfach im täglichen Leben keinen Platz haben. «Im Theater wird ausgesprochen, was man vielleicht schon lange gespürt, aber nie die Worte dafür gefunden hat…»

Theater als Spiegelbild – so eine Art Lehrstück also? Monika Neun wehrt ab. Von Aufgabe und dergleichen will sie nichts wissen. «Ich nehme an, dass ich nichts besser weiss als andere und darum auch nicht zu belehren habe.» Die 32-Jährige versucht ganz einfach, gutes Theater zu machen, Theater, welches das Publikum zu eigenen Bildern, Gedanken und Gefühlen anregt.

Premiere: einziger Auftritt

Kürzlich hatte Goldonis «Streit in Chiozza» Premiere (siehe FN vom Dienstag, 23. Mai). Da hat sich auch die Regisseurin auf der Bühne gezeigt, in schwarzer Hose, schwarzem Blazer und schwarzem T-Shirt, das Haar mit einem Gummiband zusammengehalten. Bescheiden aber nicht unscheinbar. Alle Augen blickten auf die grossgewachsene Frau, auf die junge Regisseurin, die erstmals auf der grossen Bühne des Hauses Theater machte.

Ganz unbekannt ist Monika Neun jedoch nicht. Vor rund zwei Jahren hat sie am Theater an der Effingerstrasse in Bern Hansjörg Schneiders «Sennentuntschi» inszeniert.
Ausserdem ist ihr die Westschweiz ein Stück Heimat. Die Eltern wohnen im freiburgischen Ependes.

Der Kern der Sache

Monika Neun hat nach der Matura an der Sorbonne in Paris vier Jahre Theaterwissenschaften studiert. Es folgten die Assistenzzeit an verschiedenen Bühnen im In- und Ausland, die ersten Engagements am Theater Basel und weitere am Schauspielhaus Zürich.

In Bern hat sich die Theaterfrau nun mit einer Komödie aus dem 18. Jahrhundert auseinander gesetzt. Verstaubt und abgedroschen? Geht es doch um Heirat und Ehe. «Ganz und gar nicht», hält Monika entgegen. «Was zwei Menschen zusammenbringt, ist eine Frage, die wir nie müde werden zu stellen.» Das Theaterstück zeigt Alltägliches, Menschliches: Liebe, Hass, Ablehnung, Anziehung, Missgunst und Wohlwollen, deckt das Gruppenverhalten auf, erzählt von Ausgestossenen… Die Aufgabe der Regie sei es nun, das Wesentliche herauszuarbeiten. «Kann ich mit einem Stück nichts anfangen, dann muss ich absagen.»

Die Zeit der Träume

Das Werk studieren, mit der Dramaturgie die Schauspieler bestimmen, das Bühnenbild festlegen, die Musik auswählen. Das alles ist für Monika Neun Handwerk. «Was nachher folgt, ist das Schönste.» Jetzt beginnt die Zeit der Träume, die Zeit, in der den Figuren Leben eingehaucht wird. «Ich probiere aus und suche – keine Geste, kein Schritt und kein Blick ist zufällig.» Rund acht Wochen hat Monika Neun mit den Mitgliedern des Theater-Ensembles Bern geprobt.

Für wen und wozu?

Wer geht denn heutzutage noch ins Theater? «Die jungen Leute bestimmt nicht.» Sie seien heute kaum aufzubieten, meint die Theaterfrau. «Die Menschen verlangen nach Kultur, wenn es ihnen schlecht geht.» Das habe die Geschichte der letzten Jahrzehnte gezeigt. In den 68ern sind die Leute ins Theater geströmt. Genau gleich war es 1989, als in Berlin die Mauer fiel. «Theater ist , wenn es in der Gesellschaft rumort.»

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