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Alpkäse im Internet anbieten?

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Winterkurs des Freiburgischen Alpwirtschaftlichen Vereins in Plaffeien

Die neusten Informationen zu den Waldschäden im Kanton hatten Christian Jaquet vom Kantonalen Forstdepartement und der Revierförster vom Schwarzsee, Franz Thalmann, bereit, Felix Aeby vom Landwirtschaftsdepartement berichtete über die neue Verordnung zu den Sömmerungsbeiträgen.

Alpwirtschaft bleibt wichtig

Die Alpwirtschaft im Kanton Freiburg ist nicht nur traditionell bedeutungsvoll. Auf 22700 Hektar Sömmerungsfläche weiden während der Sommermonate 22000 Grossvieheinheiten (GVE). Im Vergleich mit dem Schweizerischen Durchschnitt sind die Freiburger Alpen eher tief gelegen, in der Region um Châtel-St-Denis reichen sie sogar bis auf die Höhe der Autobahn hinunter. Mit einer GVE pro Hektar sind sie doppelt so produktiv wie in der übrigen Schweiz. Vor diesen Hintergrund stellte Felix Aeby, Dienstchef der Abteilung Landwirtschaft, seine Ausführungen über die Neuerungen bei den Sömmerungsbeiträgen. Neu wird nicht mehr die effektive Bestossung mit Tieren entschädigt, sondern basierend auf den Jahren 1997-99 ein sogenannter Normalbesatz für jede Alp errechnet. Dieser berechtigt zu einem fixen Betriebsbeitrag. Wird die Bestossung um mehr als 15 Prozent überschritten, erhält der Betrieb in Zukunft keine Sömmerungsbeiträge, weil weder Intensivierung noch Überbesatz gefördert werden sollen.

«Wie sieht die Zukunft der Alpwirtschaft in unserem Land aus?» Zu dieser bedeutenden Frage sprach Professor Bernard Lehmann, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaft und Ökonomie des ländlichen Raums an der EPFZ. Schon vor Jahren habe er unter anderem an einem Vortrag in Plaffeien darauf hingewiesen, dass die Alpwirtschaft schwierigen Zeiten entgegen sieht. Und leider werde in der Landwirtschaft so heiss gegessen, wie gekocht. Für Professor Lehmann steht fest, dass der Markt in Zukunft sagt, was Erfolg haben wird. Er sieht es deshalb als wichtigste Aufgabe der Land- und Alpwirtschaft Kunden zu gewinnen und dazu brauche es Fingerspitzengefühl, betonte er. Es gehe nicht an, dem Konsumenten vorzurechnen, dass er doppelt so viel Geld für Versicherungen ausgibt wie für Nahrungsmittel. «Wir können Kunden nicht gewinnen, indem wir sie angreifen», gab er zu bedenken. Heute geben die Schweizer jährlich 40 Milliarden Franken für Nahrungsmittel aus, davon gehen 8 Milliarden an die Produzenten. Durch eine Studie, die gemeinsam von der ETHZ und dem BLW durchgeführt wird, sollen Angaben zur Nachhaltigkeit und ein modernes Managementkonzept für Alpbetriebe gefunden werden.
Professor Lehmann sieht positive Ansätze in innovativem Handeln, wie es zum Beispiel die Urner Älpler zeigen, wenn sie ihren Alpkäse im Internet anbieten. Lehmann gab sich überzeugt, dass Alpkäse bester Qualität eine beliebte Spezialität bleibt und nie ein Überschussprodukt wird. Er bedauerte es, dass die Land- und die Alpwirtschaft es verpasst haben, für ihre Leistungen im Dienst der Öffentlichkeit Rechnung zu stellen und sie im Gegenteil heute in Kauf nehmen müssen, dass die Öffentlichkeit laufend neue, zum Teil sehr schwer erfüllbare Bedingungen stellt.
Für Alpbetriebe sieht er, dass in Zukunft wenige Kühe gealpt werden, dafür die Sömmerung von Muttertieren zunimmt. Mutterkuhhaltung bedeutet aber eine viermal geringere Wertschöpfung. Im Weiteren werden die öffentlichen und privaten Mittel für die Erneuerung der Alpgebäude und Einrichtungen knapper. Die Kosten, vor allem wenn Personal angestellt werden muss, steigen weiter.
Professor Lehmann sieht es deshalb als äusserst wichtig, dass bei Investitionen eine langfristige Planung gemacht wird. Zudem müsse der Dialog mit allen Ansprechsgruppen, Naturschutzkreise, Tourismus, Jäger, Förster und Konsumenten, gesucht werden, legte er den Kursteilnehmern ans Herz.

Die «Lothar»-Schäden

Auch die Folgen des Orkans «Lothar» beschäftigte die Alpwirte. In der Region Sense, die vergleichsweise glimpflich davon gekommen ist, liegen dennoch rund 120000 m Holz, was etwa der vierfachen Jahresnutzung entspricht. Revierförster Franz Thalmann erläuterte das geplante Vorgehen für die Aufräumarbeiten. Als erstes sollen die Schäden im Bereich des Schwarzseetals um die Chaletquartiere entfernt werden. Dies vor allem aus Sicherheitsüberlegungen. Absatz für dieses Holz ist bereits gefunden. Weiter soll der Rundgang um den Schwarzsee ab dem Frühjahr wieder möglich sein. Franz Thalmann betonte, dass die gesamten Aufräumarbeiten weit über ein Jahr benötigen werden. Er mahnte zu Geduld und warnte dringend davor, zuviel Risiken einzugehen. Zudem erachtet er es als sinnvoll, zuerst den Absatz für das Holz sicherzustellen.

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