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Am eigentlichen Problem vorbei

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Der Schein trügt. Denn wer durch das ruhige Ried bei Kerzers fährt, hat nicht den Eindruck, dass in dieser Gemeinde 1271 Menschen leben. Der Gemeinderat hätte das Wachstum Rieds gerne noch stärker vorangetrieben. 1500 Einwohner sollten es dereinst werden. «Es war unsere Strategie, mehr Einwohner nach Ried zu bringen, damit wir langfristig selbstständig bleiben können», sagt Gemeindepräsident Heinz Etter (FDP) auf Anfrage. Dazu hätte der Gemeinderat rund 25 000 Quadratmeter Land in die Bauzone aufnehmen wollen (die FN ­berichteten).

Mit der aktuellen Gesamtrevision der Ortsplanung wird die Bauzonenfläche im Zonenplan nun aber nicht erhöht – weil neue Einzonungen gemäss Bauzonenmoratorium nur bei gleichwertigen Kompensationen möglich sind. «Im Klartext heisst dies, dass das Bevölkerungswachstum der Gemeinde Ried stagnieren wird», bedauert Etter. Ein Projekt für 18 neue Wohnungen werde wohl noch realisiert, dann sei aber Feierabend.

Mehr Raum für die Bibera

Das Kernelement der dritten Auflage der Ortsplanungsrevision sind deshalb nicht die Bauzonen, sondern das neue Baureglement. Diese Woche ist die öffentliche Auflage zu Ende gegangen. Gemäss Heinz Etter gab es fünf Einsprachen. Vier davon betreffen den Gewässerraum der Bibera im unteren Teil der Gemeinde im Moos. Drei Einsprachen stammen vom selben Unternehmen. Wie der Syndic erklärt, beklagen die Einsprecher, dass der Gewässerraum der Bibera grösser werden soll. Denn dieser Platz geht auf Kosten der Landbesitzer. «Das wird schon noch Diskussionen geben. Aber mit dem Hochwasserschutz im Grossen Moos steht dies nicht in direkter Verbindung, das wird oft verwechselt», erklärt er. Die Ausscheidung eines ausreichenden Gewässerraums sei im Bundesgesetz über den Gewässerschutz vorgesehen.

Die Einsprecher würden nun zu Verhandlungen eingeladen. Der Gemeindepräsident möchte die Gesamtrevision der Ortsplanung möglichst schnell unter Dach und Fach bringen. Schliesslich ist es bereits der dritte Versuch, die Ortsplanung zu revidieren, an welcher der Gemeinderat seit 2006 arbeitet (siehe Kasten). Wäre diese einmal in Kraft, würde auch das neue Baureglement rechtskräftig. Heinz Etter hofft, damit für künftige Bauherren bald Rechtssicherheit schaffen zu können. Er geht jedoch nicht davon aus, dass der Kanton die revidierte Ortsplanung von Ried noch dieses Jahr genehmigt. «Das würde mich sehr erstaunen.»

Rückblick

Seit elf Jahren mit der Revision beschäftigt

Die Ortsplanungsrevision bewegt Ried seit mehreren Jahren. Im Frühjahr 2014 wandte sich der Gemeinderat mit einem Brief an den Freiburger Staatsrat. Dieser habe ihn bei der Ortsplanungsrevision im Regen stehen lassen, hiess es darin. Acht Jahre Arbeit am Dossier und Kosten von 250 000 Franken seien vergebens aufgewendet worden. Der Grund: Auf den 1. Mai 2014 trat das neue Raumplanungsgesetz des Bundes in Kraft und damit wieder neue Regeln – und ein Bauzonenmoratorium. Dieses gilt, bis das Gesetz auf Kantonsebene umgesetzt ist, darum sind bis 2019 keine neuen Einzonungen möglich. Hätte der Kanton die Ortsplanung vor dem 1. Mai 2014 genehmigt, hätte Ried die Revision nicht nochmals überarbeiten müssen.

ak

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