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«An Gästen fehlt es nicht in Schwarzsee»

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«An Gästen fehlt es nicht in Schwarzsee»

Akbar Nouri schliesst das Hotel Primerose und will es verkaufen

Der Eigentümer Akbar Nouri will sich von seinem Hotel Primerose in Schwarzsee trennen. Interessierten bietet er das Haus für einen Franken und zur Übernahme der Bankschulden an.

Von ANTON JUNGO

Er sei weltweit als Kaufmann tätig, betonte der 62-jährige Akbar Nouri gestern in der Lobby seines Hotels in Schwarzsee. 1980 hatte er in bester Lage am See eine Landparzelle gekauft, um darauf ein Hotel zu erstellen. «Nach Überwindung zahlreicher Hürden konnte ich das Haus am 20. Dezember 1985 endlich eröffnen», blickt er zurück und ist überzeugt, dass man ihm – dem gebürtigen Iraner – bewusst Hindernisse in den Weg gelegt hat.

«Ich baute das Hotel eigentlich, um es dann einem professionellen Betreiber zu übergeben», hält er fest. Tatsächlich beschäftigte das Haus mit 50 Apartments, Restaurant, Schwimmbad, Konferenzräumen usw. in den besten Zeiten über 50 Angestellte. Zurzeit sind im Restaurant noch sechs und im Hotel noch fünf Personen beschäftigt. Das Management nimmt er seit einigen Jahren zusammen mit seiner Frau wahr. Das Restaurant ist bis Ende November 2005 an einen Gerant vermietet. Auch die Arbeitsverträge der Angestellten sind bis zu diesem Termin befristet.

Ende November ist auch der Termin, an welchem Akbar Nouri sein Haus in Schwarzsee schliessen will. Seit Anfang der neunziger Jahre erlebe sein Betrieb eine Talfahrt. «Die Primerose au Lac SA ist nicht mehr bereit, weitere Betriebsdefizite hinzunehmen», betont er. Sie lagen seit der Jahrtausendwende jährlich jeweils zwischen 120 000 und 300 000 Franken.

Trennung vom Lebenswerk

«Das Primerose war unser Lebenswerk», erklärt er. In das Haus habe er nicht nur Geld investiert, sondern dafür auch seine besten Jahre eingesetzt und viel an Familienleben geopfert. «Obwohl mit dem Haus 25 Jahre Erinnerungen verbunden sind, habe ich mich entschlossen, das Kapitel Primerose zu schliessen», hält Akbar Nouri fest.

Er will das Haus verkaufen und sucht auch Interessenten. Er bietet das Haus zu einem Franken plus Übernahme der Bankschulden an. «Es geht jetzt darum, mit der Bank zu schauen wie die finanzielle Lage genau aussieht», hält er auf die Frage fest, ob auch mit der Anmeldung eines Konkurses zu rechnen sei.

Neben dem schlechten Geschäftsgang macht Akbar Nouri für seinen Entscheid auch geltend, dass er das Gefühl habe, er werde als «Ausländer» nicht ernst genommen, obwohl erlängst Schweizer sei (vgl. Kasten). Unzufrieden ist er aber auch mit den Leistungen der Tourismusverantwortlichen in Schwarzsee. «Die Umgebung ist zwar sehr schön, aber die Infrastruktur ist schlecht», erklärt er und vermisst die Professionalität.

Primerose ist ein Zugpferd

«Die Schliessung des Hotels Primerose ist ein riesiger Verlust für Schwarzsee», betont Otto Lötscher, Ammann von Plaffeien, überrascht. «Es ist das eigentliche Zugpferd für Schwarzsee», meint auch Adolf Kaeser, Direktor von Schwarzsee Tourismus. Das Hotel sei an bester Lage und ziehe mit seiner Infrastruktur Gäste an. Zwar habe man seit längerem gespürt, dass in der Führung des Betriebes nicht mehr alles stimme, doch komme der Schliessungsentscheid überraschend, meinen beide.

Vorwürfe sind unberechtigt

Nicht gelten lassen sie den Vorwurf von Akbar Nouri, die Infrastruktur in Schwarzsee sei schlecht und werde vernachlässigt. «Die Infrastruktur und die Zusatzangebote sind besser denn je», erklärt Adolf Kaeser. «Wenn ein Betrieb nicht läuft, sollte man zuerst hausintern nach Gründen suchen», halten Kaeser und Lötscher fest, und Adolf Kaeser fügt bei: «An Gästen fehlt es in Schwarzsee jedenfalls nicht.»
Akbar Nouri ist verärgert über Sensler Justiz

Akbar Nouri kehrt dem Schwarzsee den Rücken, weil er auch verärgert ist über die Sensler resp. Freiburger Justiz. Verärgert hat ihn vor allem ein Rechtsstreit mit dem Besitzer des Hotels Bad Schwarzsee.

Im Herbst 1997 schloss Akbar Nouri mit dem Besitzer des Hotels Bad einen Pachtvertrag auf die Dauer von zehn Jahren ab. In der Folge stand das Hotel Bad unter der Führung des Hotels Primerose. Laut Akbar Nouri musste er einige Investitionen tätigen und Reparaturen vornehmen lassen, damit das Hotel Bad als Drei-Sterne-Hotel weitergeführt werden konnte. So hat er u.a. die Gläserspülmaschine ersetzt, einen Heissluftdampfer angeschaft, Teile des Lüftungssystems gewechselt, Reparaturen an den Balkonen und der Fassade vorgenommen usw. Zudem hat er die Hotelzimmer mit Fernsehapparaten ausgerüstet.

Im November 2001 wurde der Vertrag vorzeitig aufgelöst, da der Besitzer das Hotel Bad wieder selber führen wollte. Akbar Nouri vertrat nun die Ansicht, dass er Anspruch auf eine Entschädigung für die getätigten Investitionen hat, wie dies im Vertrag abgemacht worden sei. Der Besitzer war aber anderer Meinung. So sah man sich schliesslich vor dem Mietgericht Sense-See wieder.

Keine schriftliche Zustimmung

Dieses gab aber dem Besitzer des Hotels Bad Recht. Es machte u. a. geltend, dass es Akbar Nouri versäumt habe, die schriftliche Zustimmung des Besitzers einzuholen, bevor er die Investitionen tätigte. Ohne eine solche Zustimmung sei er nicht berechtigt gewesen, Erneuerungen und Änderungen vorzunehmen. Er habe somit keinen Anspruch auf eine Entschädigung. Akbar Nouri blitzte dann auch vor dem Kantonsgericht ab.

Geärgert hat sich Akbar Nouri u. a., weil der Besitzer des Hotels Bad sich vor Gericht nicht mehr an mündliche Abmachungen erinnern wollte. Nach seinen Worten hat er den Besitzer stets über seine Vorhaben informiert. Dieser sei damit auch einverstanden gewesen. Er habe immer gesagt: «Dann muss man es halt machen. Ich habe keine Geld, mach es, wir rechnen am Ende ab.»

Bestätigt hat der Besitzer die Anschaffung der TV-Geräte. Er behauptete jedoch, dass Akbar Nouri diese nach Vertragsauflösung wieder mitgenommen habe, was dieser als grosse Lüge bezeichnete.

Ein weiterer Streitpunkt war der Heizölstand bei der Pachtauflösung, da Akbar Nouri kurz zuvor den Tank auffüllen liess.

Opfer der Justiz?

Akbar Nouri, der in dieser Angelegenheit nach eigenen Angaben einige Zehntausend Franken verliert, fühlt sich nun als Opfer der Justiz. Er führt den für ihn negativen Gerichtsentscheid auf die Tatsache zurück, dass er eben nicht ein Senlser sei. Er will nun alle Hebel in Gang setzen, damit er doch noch Gerechtigkeit erfährt, selbst wenn er Star-Anwälte aus den USA einfliegen lassen muss, wie er gegenüber den FN sagt. az

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